Vom 26. bis 27. April findet in Weimar ein Typografie-Wochenende statt, das gemeinschaftlich von der Bauhaus-Universität Weimar und dem Druckgrafischen Museum Pavillion-Presse veranstaltet wird.
Samstag: Laufweite 5,5 km — ein typografischer Spaziergang
Klassische Vortragssituationen sind auf Grund ihres strikten, zeitlichen Rasters oder ihrer räumlichen Formalität häufig anonym, wenig kommunikativ und besitzen hohe Beteiligungs-Hemmschwellen. Die wirklich sinnstiftenden und nachhaltigen Gespräche finden meist in den Kaffeepausen statt. Die Veranstalter von »Laufweite 5,5 km« betrachten Pausen daher nicht einfach als Brücken zwischen einzelnen Programmpunkten, sondern als einen integrativen und gleichwertigen Bestandteil des Konzepts. Während der Tagung werden wechselnde Veranstaltungsräume durch gemeinsame Spaziergänge zu einer Wegstrecke von 5,5 km verknüpft. Dabei soll der Wechsel zwischen Vorträgen, moderierten offenen Diskussionsrunden, informellen Gesprächen in kleinen Gruppen und gemeinsamen Wegen einen gehaltvollen und inspirierenden Austausch ermöglichen. Die unkonventionelle Art der Begegnung im Rahmen eines Spaziergangs ist die die Grundlage einer offenen Gesprächskultur, unabhängig von Erfahrung, Alter und Status. An den besuchten Orten werden interdisziplinäre Fragestellungen aus den Bereichen Typografie, Literatur, Design und Kunstgeschichte, sowie politischer und sozialer Verantwortung behandelt.
Auf Bitten von Friedrich Justin Bertuch verlegt der Schriftschneider Justus Erich Walbaum 1803 seine Schriftgießerei von Goslar nach Weimar. Hier, im Zentrum der Deutschen Klassik, schuf Walbaum ein umfangreiches und vielgelobtes Werk von Schriftarten verschiedenster Gattungen.
Aus heutiger Sicht als herausragend betrachtet wird dabei vor allem seine Walbaum Antiqua. Sie gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Beiträge zur Gattung der klassizistischen Schriften und wird nach wie vor gern und oft verwendet. Und dies, obwohl sie zur Zeit ihrer Entstehung nur selten in Anwendung war. Denn trotz der Bemühungen namhafter Verleger zur Durchsetzung der Antiqua-Schrift, gestaltete sich der Druck der feingliedrigen klassizistischen Schriften zu dieser Zeit als schwierig und das deutschsprachige Publikum bleibt größtenteils der Fraktur verhaftet. Im 20. Jahrhundert wird die Walbaum Antiqua jedoch wiederentdeckt und erlebt eine Renaissance.
Die Ausstellung »Walbaums Schriftklassizismus« beleuchtet die Geschichte der Walbaum Antiqua und verwandter klassizistischer Schriften unter besonderer Berücksichtigung des Antiqua-Fraktur-Streites im deutschen Sprachraum zur Zeit der Klassik.
Wir setzen Cookies, um die Benutzung der Seite zu verbessern. Du kannst die zugehörigen Einstellungen jederzeit anpassen. Ansonsten akzeptiere bitte diese Nutzung.