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Anstehende Veranstaltungen

    

Ohne Zweifel Gutenberg? Die Erfindung des Buchdrucks in Europa und Asien
Sonderausstellung im Gutenberg-Museum Mainz
21.9.2018 –28.4.2019
 
Um 1450 erfand Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern und revolutionierte damit die Medienwelt Europas. Allerdings hatte man schon 800 Jahre zuvor in China Texte im Holzschnitt reproduziert, und um 1050 formte der Chinese Bi Sheng bewegliche Lettern aus gebranntem Ton. Eine Weiterentwicklung stellten die Metalllettern dar, mit denen die Koreaner seit dem 13. Jahrhundert druckten. Indessen gibt es keinerlei Hinweise dafür, dass Gutenberg die asiatische Druckmethode kannte.  Vielmehr wurde die  Parallelerfindung unabhängig voneinander in Asien und Europa zu unterschiedlichen Zeiten gemacht. Die Ausstellung versucht, die Eigenarten der beiden Entwicklungen klar zu benennen. Dazu werden die technischen Details der asiatischen und europäischen Druckverfahren so exakt wie möglich dargelegt und gegenübergestellt, um einen unbefangenen Vergleich zu ermöglichen.
 
http://www.gutenberg-museum.de

    

In den kulturkritischen Debatten um die Erhaltung des Buchdrucks sind es vor allem die haptischen Qualitäten seiner Techniken und Artefakte, die gegen die vermeintliche Unkörperlichkeit digitaler Medien vorgebracht werden. Doch Tastaturen und Touchscreens bilden nicht nur eigene Techniken des Tastens aus, sondern bauen häufig sogar auf haptisch-analogem Wissen auf. So wird das vormals manuelle Umblättern einer Buchseite zwar auf einen simplen Fingerabdruck verkürzt, doch wird darin das inkorporierte Wissen um die Handhabung eines gedruckten Buchs nach wie vor vorausgesetzt. 
 
Mit einer thematischen Zuspitzung auf das Haptische wird die Konferenz anlässlich des 550. Todestages von Johannes Gutenberg die vor zwei Jahren am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung initiierte Diskussion um die Aktualität des Buchdrucks und dem mit ihm verbundenen Wissen gemeinsam mit dem Gutenberg Museum in Mainz, dem Verein für die Schwarze Kunst und der Dresdner Offizin Haag-Drugulin fortführen.
Im Buchdruck wird die Schrift als Handwerk(e) explizit und seit der Arts & Crafts-Bewegung immer wieder im Rahmen kultur- und sozialkritischer Debatten diskutiert. Wie lässt sich die momentane Wiederkehr des Letterpress Printing erklären? Desweiteren werden exemplarisch die vielgestaltigen Operationen vom Setzen bis zum Tasten betrachtet, die in dieser Abfolge zugleich die großen medientechnischen Umbrüche – Hand, Maschine, Computer – markieren. Abschließend wird das Buch als das zentrale Artefakt des Buchdrucks im Mittelpunkt stehen, in dem sich Techniken und Praktiken des Buchdruckens und Buchbindens systematisch und vor allem über das Medium des Papiers verschränken. Eine Genealogie des Buchs, von seiner gedruckten bis zu seiner digitalen Gestalt eines E-Books lässt sich vor allem anderen als eine Abfolge von buchhaptischen Ästhetiken beschreiben. 

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos, jedoch aufgrund begrenzter Plätze, nur nach Anmeldung möglich.
https://www.kulturtechnik.hu-berlin.de/de/content/transformationen-des-buchdrucks-2-haptiken/

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