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Ligaturen und Wortfugen: Was tun wenn hässlich?

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Gast

Dass Ligaturen nicht an Wortfugen verwendet werden sollten, leuchtet ein. Was tun aber, wenn ich keine Ligatur verwende, und dafür ensteht eine hässliche Überschneidung, z.B. von f-Tropfen und i-Punkt?

Dann hab ich keine Ligatur eingesetzt, dafür sieht's unschön aus, kann das Sinn der Sache sein? Spationierung erhöhen geht ja auch nicht immer, da sie bei manchen Schriften deutliche Löcher ins Wort reißt, bevor die Überschneidung keine mehr ist.

ratlos und dankbar

Sebastian

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JackieTreehorn

hallo sebastian,

nimm ligaturen, würde ich sagen.

erstens soll es doch wirklich nach was aussehen und nicht stur der

vorgabe folgen, und zweitens: warum gibt es fk-, fb-, ffk-ligaturen?!

womöglich gibt es die regel auch nur für den deutschsprachigen raum ...

weiß ich aber nicht.

schöne grüße,

christoph

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Das Problem mit den Wortfugen tritt ja auch nur bei automatisch gesetzten Ligaturen - z.B. in InDesign - auf. Und das insbesondere bei Ligaturen wie ff oder ffi. Die Standard-Ligaturen fi und fl sollten wenn vorhanden schon benutzt werden. Zur Not manuell gesetzt, ergibt sich in jedem Fall ein wesentliches besseres Satzbild als die hässlichen Überschneidungen von f und i.

Ralf

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  • 2 Wochen später...
CRudolph

Ich möchte Dir nur bedingt raten, Ligaturen zu verwenden, wenn eigentlich keine Angebracht sind. Ich war mal ganz erstaunt, als ich mit Ligaturen experimentiert habe und ein Kollege vorbei gekommen ist, der von Typografie nicht den Schimmer einer Ahnung hat. Ich hattes das Kunstwort »Stofflamellenfilament« in allen möglichen Varianten in 32 pt ausgedruckt. Er hat mich gefragt, was ich mache und ich habe nur zum Spaß gefragt, welches der Worte am besten aussieht und welches ihm am wenigsten gefällt. Er hat gleich das erste Wort gelesen und ist tatsächlich beim lesen in das »a« gefallen und dahinter hängen geblieben. Das hat ihn fürchterlich aufgeregt und er sagte, daß das bescheiden aussähe. Zufällig war die erste Variante mit ffl-Ligatur gesetzt. Er hat sich dann tatsächlich für die Variante mit ff- und fi-Ligatur entschieden.

Ich habe zunächst gedacht: das ist ja wie aus dem Lehrbuch; das kann ja garnicht sein. Und habe das Experiment immer mal wieder mit verschiedenen Leuten ausprobiert. Sicher sind die Geschmäcker unterschiedlich, aber meistens wurde die Variante mit ffl-Ligatur aussortiert. Mir hat das in relativ beeindruckender Weise gezeigt, daß Ligaturen durchaus nicht so dem Grenzbereich der Wahrnehmung angehören, wie ich das bisher immer geacht habe.

Ich bin daher zur von HPW in »Lesetypografie« vorgeschlagenen Methode übergegangen, auch wenn die auch nicht das gelbe vom Ei ist. HPW schlägt vor, daß Kombinationen wie fl (fi kommt sowieso so gut wie nie in einer Wortfuge vor) so weit spationiert werden, daß keine Überlappung mehr vorhanden ist. Dadurch entsteht zwar eine Lücke, diese stört aber nicht, weil man in der Wortfuge eh etwas trennt.

Das hat so seine Tücken. Wenn man eine Weile einen derart gesetzten Text liest, dann gewöhnt man sich daran und das lesen ist auch sehr sehr flüssig. Auf den ersten Blick sieht das allerdings äußerst merkwürdig aus, weil man es überhaupt nicht gewohnt ist. Wer macht sich heute schon eine solche Mühe? Man stolpert daher zu beginn schon etwas, bis man sich an das Satzbild gewöhnt hat. Was ist jetzt die bessere Lösung?

Ich habe keine Ahnung, aber wenn ich nur nach der Gewöhnung gehe, dann müßte ich auch nahezu täglich »WordArt« zum Einsatz bringen; ein Gedanke, bei dem sich mir die Fußnägel umkrempeln. Also vertraue ich dem Profi und spationiere die fraglichen Stellen.

Und nebenbei: sofern ich mich richtig erinnere, hat Christoph durchaus recht: im Englischen werden Ligaturen immer gesetzt. Aber auch das hat seinen Haken: schließlich habe die viel weniger zusammengesetzte Wörter als wir und damit generell viel weniger Probleme mit Wortfugen. Das ist jedenfalls mein Eindruck beim Setzten Englischer Texte.

Grüße,

Christian

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  • 2 Wochen später...
Gast

vielen dank für die Anregungen.

das ganze "problem" stellt sich ja nur bei schriften, die weit überhängende f-tropfen haben und somit mit dem nachfolgebuchstaben tatsächlich kollidieren. bei allen anderen schriften lässt sich das ganze ja gut lösen.

die HPW-methode hatte ich schon ausprobiert, nur hier im ausgangsposting nicht erwähnt. sie ist wohl sinnvoll, ich halte sie aber wie schon eingeräumt für gewöhnungsbedürftig.

ich werde den erwähnten "test" mit ein paar unwissenden "opfern" machen. mal sehen was passiert :wink:

vielen dank jedenfalls für die Hilfe

Sebastian

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<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
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