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Garamond

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Ktypo

Hallo zusammen!

Kann mir jemand weiterhelfen und genau sagen, was echte und was unechte Kapitälchen sind (dachte echte Kapitälchen sind die, die man im PC unter Format oder Zeichen, weiss ich grad nicht genau eingeben kann)

Welche Schriftschnitte gibt es bei der Garamond und haben Adobe Garamond, LT-Garamond und Stempel Garamond..etc. überhaupt noch was mit dem Original zutun?

Die Schrift Garamond wurde ja auch garnicht von Claude Garamond persönlich so getauft, sondern erst Jahre später, ist das richtig?

Was versteht man unter Aufbau der Schrift

bzw. was sind ihre Merkmale (speziell bei der Garamond)

Wo finde ich die Garamond - Schrift im alltäglichen Leben wieder?

Bestimmte Broschüren..Zeitschriften, Marken?

Wäre sehr dankbar, wenn mir jemand weiterhelfen könnte!

Vielen Dank!!!!

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Sebastian Nagel

Kapitälchen:

http://www.gestaltungssache.at/content/ ... ie_web.pdf

auf Seite 94 (sorry für die Umstände)

In Word kriegst du eigentlich immer unechte Kapitälchen (also am besten nicht verwenden), außer du wählst eine eigene Schriftart aus die Kapitälchen statt Kleinbuchstaben enthält.

Garamond

Ein bisschen hilft auch das hier weiter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Garamond_%28Schriftart%29

Ein bisschen mehr das hier:

http://typophile.com/wiki/Garamond

Zusätzlich (nicht erwähnt in den Artikeln) gibt es noch Adobes neue Garamond Premier, die offenbar relativ nahe am (an einem) Original-Schnitt von Garamond selbst liegt.

Die Sabon Next von Herrn Porchez basiert auf Jan Tschicholds Sabon, die wiederum auf der Garamond basiert, die damals allerdings an die Satzsysteme von Linotype, Monotype und ...(?) angepasst wurde. Porchez hat sie wieder "entschlackt", sprich, die technischen Limitationen von damals wieder aufgehoben. Gelungen wie ich finde. Ob sie Sabon Next heißen muss, darüber kann gestritten werden.

Getauft wurden seine Schriften nicht von Claude Garamond selbst, da es damals so etwas wie einen Markennamen für Schriften nicht gab. Die Schriftschneider besaßen eine Druckerei und haben ihre eigenen Schriften eingesetzt. Man ließ also bei Garamond drucken, und hatte dann seine Zeichensätze zur Verfügung. Ein anderer Drucker hatte wieder andere.

(An alle anderen: Schlagt mich wenn ich lüge.)

Heute hat fast jedes Schrifthaus eine Garamond-Interpretation im Programm.

Alltag:

– nicht selten in Romanen (in der einen oder anderen Variante, die nicht zwingend "Garamond" heißen muss)

– Apples alte Hausschrift ware eine (hässliche) Version der Garamond

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Niklaus
Die Sabon Next von Herrn Porchez basiert auf Jan Tschicholds Sabon, die wiederum auf der Garamond basiert, die damals allerdings an die Satzsysteme von Linotype, Monotype und ...(?) angepasst wurde.

… Linotype, Monotype sowie noch immer an den Handsatz, non?

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Bleisetzer

Vom Ursprung her:

Ich habe mittlerweile drei Garamond-Versionen.

Und die drei unterscheiden sich schon sehr voneinander:

Monotype-Garamond:

http://www.bleisetzer.de/index.php?targ ... 564&b=0004

Stempel-Garamond:

http://www.bleisetzer.de/index.php?targ ... 0004&pic=a

TypoArt-Garamond:

http://www.bleisetzer.de/index.php?targ ... 0004&pic=a

Die Stempel-Garamond ist zumindest im deutschen Raum wohl die verbreitetste. Verkauft sich auch heute noch gut. Auch Defekte stehen zur Verfügung, um Fehlbestände zu ergänzen. (Defekte ein Begriff? Ersatz-Lettern einer Type. Werden zeilenweise verkauft. 1 Zeile = 24 Cicero Breite. z.B. soviele Gemeine "f" wie in die Zeile hineingehen.) Diese Garamond ist auch (mehrfach?) digitalisiert und verändert worden.

Die TypoArt-Garamond gefällt mir persönlich am besten. Ich finde sie sehr ausgewogen und mit einer unglaublichen Liebe zum Detail entwickelt.

Zu der gibt es auch noch zusätzliche Kapitälchen, die ich leider nicht besitze. Hier gibt es lizenzrechtliche Probleme. Aber auch unterstützenswerte professionelle Privat-Initiativen, diese Schrift zu digitalisieren.

Die Monotype-Garamond gefällt mir persönlich überhaupt nicht. Ich mag Monotype-Schriften schon nicht wegen des minderwertigeren Blei - der Antimon-Gehalt ist niedriger. Aber sie wird aus dem Ausland (zumeist aus England) immer wieder angefragt. Also verkaufe ich sie auch entsprechend. Auch hier gibt es meines Wissens nach mehrere Digitalisierungen.

Georg

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Niklaus
Die Monotype-Garamond gefällt mir persönlich überhaupt nicht. Ich mag Monotype-Schriften schon nicht wegen des minderwertigeren Blei - der Antimon-Gehalt ist niedriger.

Heißt das, dass Dir die Bleilettern weniger gut gefallen (als die Linotype-Version?) oder auch die gedruckten Schriften?

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Bleisetzer

Ich habe die Frage nicht verstanden.

Eine digitalisierte Schrift, die ursprünglich aus dem Bleisatz stammt, ist für mich nicht entworfen. Sie ist sauber umgesetzt und sicher gehört dazu viel Können. Aber sie ist nicht erschaffen worden, sondern basiert auf der Vorlage, die aus dem Bleisatz stammt. Also vergleiche ich eine Linotype-Garamond nicht mit einer Stempel-Garamond aus dem Bleisatz. Höchstens, daß mich die Herkunft der digitalisierten Schrift interessiert.

Und ich bevorzuge grundsätzlich Bleisatz-Schriften.

Sonst wäre ich kein Schriftsetzer bzw. hätte meinen alten Beruf nicht zur Leidenschaft gemacht. Was mir bei digitalisierten alten Schriften fehlt, ist wie im heutigen Leben bei manchen Frauen.

Ich werde im Sommer 51 Jahre alt. Junge Frauen interessieren mich nicht sonderlich. Ich mag erwachsene Frauen. Solche in meinem Alter etwa. Die das Leben kennen. Ich mag Frauen, denen man auch ansieht, daß sie erwachsen sind. Denen das Leben schon einmal - genau wie den Männern in meinem Alter - eins quer drüber gefetzt hat. So etwas hinterläßt Spuren, Falten, so einen gewissen Blick. Ich liebe Frauen, die so sind und sich ihre Sinnlichkeit bewahrt haben.

Genau so ist es mit Schriften. Ich habe seit kurzem ein Lintotype-Schriftmusterbuch. Wunderschöne Schriften. Ich hätte mir eine Widmung darin gewünscht, denn es war ein Geschenk. Aber vielleicht ist der Gedanke zu altmodisch, egal. Die dort abgebildeten alten Schriften sind vom Schriftbild her alle tip-top. Auch auf den großen Schriftgraden siehst Du keine Macke, gar nichts. Genau so muß es ja auch sein.

Nimm Dir mal eine große Bleisatz-Schrift bzw. einen Andruck davon. Du spürst diese Schrift. Du siehst sie nicht nur. Sie lebt. Sie hat eine Geschichte zu erzählen. Sie hat sie erlebt.

Tut mir leid, ich kann's nicht besser beschreiben.

Ich liebe Charaktere mit Ecken und Kanten. Heute ist fast alles weichgespült und stromlinienförmig - wegen der Effizienz. Egal was: Autos, Schriften, Werbeschreiben, Menschen. Langweilig. Und weil alle so empfinden, brauchen viele einen immer größeren Kick. Damit etwas aufregendes passiert, etwas ungewöhnliches, individuelles. Aber es gibt nur noch - Effizienz.

Georg

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Niklaus

Ich habe mich wohl ungenau ausgedrückt: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, gefällt Dir die Monotype-Garamond nicht so gut, und zwar offenbar wegen der Bleizusammensetzung. Deshalb meine Frage, ob Du Dich (nur in dieser Sache) auf die Bleilettern bezogen hast – oder auf das Druckbild der Monotype-Garamond. Von digitalisierten Schriften war gar nie die Rede – aber ohnehin: alles nicht so wichtig (wie z. B.: Frauen).

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Bleisetzer

Jetzt habe ich es verstanden.

Die Monotype-Garamond fällt in meinen Augen deutlich gegenüber der Stempel- und vor allem der TypoArt-Garamond ab.

Monotype-Garamond:

Schau Dir mal die Punkturen an. Das Schriftmuster ist kompress gesetzt. Da ist überall viel zuviel Fleisch dran. Normalerweise spationiert man Semikolon, Kolon, ? und ! mit 1/8 Punkt vor dem Zeichen. Bei der Monotype muß man's weglassen, sonst hast Du soviel Raum dort wie bei einem Wortzwischenraum.

Die Monotype-Garamond hat überhaupt keine Ligaturen.

Sie läuft deutlich schmaler als die beiden anderen - dadurch wirkt sie auf mich unruhiger.

Die Monotype-Garamond sieht aus wie eine hochgezogene Maschinensatz-Schrift, in der die Dickten (sagt Ihr dazu "Kerning"?) nicht überarbeitet wurden.

Georg

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