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Schrift der Ritter

Hervorgehobene Antworten

Hallo zusammen,

kann mir einer von euch sagen,

mit welcher Schrift man die Ritter passenderweise charakterisieren kann?

Zeitlich einzuordnen ins 12, 13, 14 Jh.,

also möglicherweise die Zeit der gebrochenen Schriften?

Kann mir da jemand konkretere Infos bieten?

Gruß

N.

Schau mal..

Das erste ist die Jessen-Schrift.

Auch genannt "Bibel-Schrift".

Das zweite ist die Solemnis.

Auch, wenn diese Schriften naturgemäß im Mittelalter von 1000 bis 1400 nicht benutzt wurden, passen sie sicher gut.

Georg

P.S.: Zufrieden mit der Qualität der gezeigten Muster?

Das sind Scans von richtigen Bleisatz-Andrucken.

Ein sehr freundlicher Scan-Man hat mir geholfen.

1012_jessenschrift_gk_1.jpg

1012_solemnis_hb_1.jpg

hmm, gute frage. habe mal etwas bei myfonts geschaut

und diese schriften würde ich mit der ritterzeit verbinden:

https://www.myfonts.com/fonts/astype/simeon-as

https://www.myfonts.com/fonts/newlyn/ferox

https://www.myfonts.com/fonts/typodermic/mikadan

https://www.myfonts.com/fonts/canadatype/bluebeard

https://www.myfonts.com/fonts/fonthead/noel

https://www.myfonts.com/fonts/castletype/goudy-lombardy

es kommt natürlich drauf an was du damit gestalten willst.

headline oder fließtext? oder brauchst du nur initialen?

eine noch größere auswahl gibts mit »medieval« bei myfonts.

man könnte auch auf gutenberg zurückgreifen (14. jahrhundert)

und diese ganzen bibeltypischen schriften verwenden.

oder noch einfacher:

https://www.myfonts.com/fonts/fontfont/ff-johannes-g

mit dieser gebrochenen schrift verbinde ich allerdings kein rittertum.

generell ausschließen würde ich diese typischen unical fonts im

»irish style«, einfach nur weil ich diese zu dem thema

zu ausgelutscht finde, dass macht jeder.

vielleicht ist scriptorium als foundry eine gute anlaufstelle ...

keine ahnung.

Höhö.. "Johannes-G".. ein bißchen vermessen, oder?

Wann gibt's denn eine Schrift "Renner's Paul" oder "Georgie Trump"?

Im Mittelalter gab's Bibeln. Und das war's dann so ziemlich.

Schau Dir mal "Ivenhoe" an.

Das war der erste Kinofilm meines Lebens 1961. Dreißig Pfennig, Sonntagvormittagvorstellung nach der Messe. Rasierplatz. Mit meiner großen Schwester. Und schon damals nahmen sie die Jessen-Schrift. Ich erinnere mich genau.

Georg

Die bisherigen Vorschläge bedienen sicher die Erwartung der Leser und erfüllen einen gewissen Anspruch an Lesbarkeit, insofern sind sie Vermutlich besser als alles, was tatsächlich im Mittelalter so geschrieben wurde. Die Brotschrift des frühen Mittelalters war die karolingische Minuskel, deren Formen sich bald ausdifferenzierten und einerseits zur Textura führen und damit zu den gebrochenen Schriften, andererseits auch zu Scriptura und Humanistica. Eine furchtbar unübersichtliche Zeit, wenn man 400 Jahre Schriftentwicklung auf einen Blick fassen will. Die ganzen Kursiven des Mittelalters kann man heute keinem Leser mehr zumuten.

Wenn ich mir eine historisch korrekte Ritterschrift aussuchen dürfte, ich würde eine frühgotische Minuskel oder eine Rotunda nehmen.

Gruß, Georg

PS: Eine großartige Hilfe bei der Bestimmung früher Handschriften bietet das Kuratorium zur »Katalogisierung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften der Schweiz«.

  • Ersteller

Thanks für die Anregungen,

hab mich jetzt für ne Rotunda entschieden,

aus der Fraktur-mon-amour (lecker!!) Kollektion.

1370_ritter_1.jpg

gruß

N.

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