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Kennt jemand von Euch diese Versal-Schrift?

Hervorgehobene Antworten

Ich kann diese Schrift in keiner meiner Hauptproben finden.

Vielleicht kommt sie von TypoArt, Dresden?

Und ist mir deshalb völlig unbekannt?

Diese Versalschrift müßte, wenn mich nicht alles täuscht (was immer möglich ist), aus der Zeit 1965-197x stammen. Aber das ist nur eine Vermutung.

Ich bin jedenfalls für jede Hilfe dankbar.

Georg

1012_dscn0001_16.jpg

Die Industria von Neville Brody sieht m.E. sehr ähnlich aus. Aber das wird Dir sicherlich auch nicht unbedingt weiterhelfen. Ist mir nur so aufgefallen.

  • Ersteller

Nichts zu finden?

Das wäre wirklich schade, wenn ich diese Schrift nicht

klassifiziert bekomme.

So modern wie sie aussieht..

Das solltet Ihr doch hinbekommen, Leute..

Georg

  • Ersteller
Die Industria von Neville Brody sieht m.E. sehr ähnlich aus. Aber das wird Dir sicherlich auch nicht unbedingt weiterhelfen. Ist mir nur so aufgefallen.

Ah.. da hat sich mein Schreiben offensichtlich zeitlich überschnitten.

Ob's weiterhilft, wird man sehen.

Aber in jedem Fall danke für Deine Mühe.

Georg

Die Schrift ist nicht exakt gleich. M und N z.B. sehen gänzlich anders aus. Aber die Anmutung ist vielleicht vergleichbar. Ich habe mal bei Linotype nachgesehen, aber da steht nix von wegen "von welcher Schrift inspirieren lassen".

  • Ersteller
Die Schrift ist nicht exakt gleich. M und N z.B. sehen gänzlich anders aus. Aber die Anmutung ist vielleicht vergleichbar. Ich habe mal bei Linotype nachgesehen, aber da steht nix von wegen "von welcher Schrift inspirieren lassen".

Genau darauf hatte ich auch gehofft.

Aber was wohl nichts.

Nun habe ich meinen besten "Spürhund" darauf angesetzt.

Ein alter Bleisetzer, der heute noch als Freiberufler für die aktuellen Foundries als Schriften-Spezialist arbeitet.

Das verrückte:

Dafür, daß die Schrift geschätzt mindestens 30-40 Jahre alt ist, finde ich sie regelrecht genial. Wenn man sie mit den vielen anderen "Naturkatatrophen" der 50er und 60er Jahre vergleicht, ragt sie deutlich hervor. Mag sein, daß sie genau deshalb damals kein Kassenschlager war, aber aus heutiger Sicht ist sie sehr interessant.

Wir werden das finden.

Ich habe mal über 14 Monate auf eine Klassifizierung gewartet.

Besten Gruß

Georg

eine interessante Schrift ist das, vor allem die minuskelartige Form von M, N und W (besonders das N).

Leider kann ich aber auch nicht weiterhelfen (die Moderne ist weit vor meiner Zeit als ein der Dekonstruktion der Regel verschriebener postmoderner Jungspund).

  • Ersteller
(die Moderne ist weit vor meiner Zeit als ein der Dekonstruktion der Regel verschriebener postmoderner Jungspund).

:shock: Jesus, meine Zuversicht. :shock:

Georg

... also, ich finde die Idee mit Neville Brody nicht abwegig, einige Details (A, X, Y, N) sprechen irgendwie dafür. Allerdings denke ich, dass es einer dieser vielen 80er-Fonts ist, die er anfangs handgezeichnet hat. Welche davon auch als "Typeface" irgendwo erschienen sind, kann ich nicht sagen, aber man könnte ja mal im Katalog ("The Art of N B") nachgucken - mein Exemplar ist aber leider irgendwo im Keller eingemottet.

Cheers,

NP

Da Neville sich seine Entwürfe immer tüchtig abgeschaut hat, etwa beimWiener Werkbund oder bei der russischen Avantgarde, sind solche Ähnlichkeiten sicher denkbar. Aber die Inustria sieht schon anders aus, sie hat im Vergleich zu Georgs recht eleganter Schrift so eine Art Typo-Analog zu Schulterpolstern und Haarspray gekriegt, ist eben 80-ifiziert.

Für mich schaut die Schrift nach 20 oder 30er Jahre aus. Sehr typisch das M, W und 3. Später hat man eigentlich nicht mehr solche reinen Display-Versalien in Blei gemacht.

Schriftguss Dresden hatte keine solche Schrift im Programm, zumindest nach meinen Unterlagen.

  • Ersteller
Ähnlichkeiten haben

Wingate

Nur so mal als grobe Richtung in der digitalisierten Szene.

Die gefällt mir äußerst gut. So im Stile "Neue Sachlichkeit". Kalt, klar.. oder, um es mit Annette Humpe zu sagen "Da bleib' ich kühl.. kein Gefühl.."

Aber die Bleischrift gefällt mir noch besser.

Ich bekomme ganz sicher raus, welche es ist.

Werd's dann hier berichten.

Allen vielen Dank für die Hilfe.

Georg

  • Ersteller

Die Schrift ist klassifiziert:

Maximum A

Schriftgießerei: Schriftguß AG

Entwurf: H.-R. Möller

Erstguß: 1939

Quelle: Seemans Handbuch, Nachtrag 1938/39, Seite 17

Gefunden hat die Schrift mein Setzerkollege Hans Reichardt, vor dessen intuitivem Geschick bei der Bestimmung der Epochen und der darauf folgenden akribischen Detailsuche ich mich in Demut und mit Dank verneige.

Ist sie nicht schön?

Hier der fertige Scan:

1012_maximuma_sgu_marked_1.jpg

Mir gefällt die Schrift gut – interessant, wie stark man von Brody & Co. beeinflusst ist: Hätte zunächst einmal auf «typisch 80er Jahre» getippt. Aber ich weiß mittlerweile auch, wo er, Brody, seine Anregungen holt …

  • Ersteller

Vielleicht war die Schrift ihrer Zeit so weit voraus im Jahr 1939, daß sie gar nicht angekommen ist? Zumindest hat sie sich ja nicht so durchgesetzt wie andere Schriften aus dieser Epoche.

Was muß im Kopf von einem Typographen wohl vorgegangen sein?

Mir ist ansonsten von einem "H.-R. Möller" keine Schrift bekannt.

Auf jeden Fall finde ich dieses Suchen sehr spannend. Und es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn man sie dann auch findet.

Georg

Also doch Schriftguss, :-) sind meine Bücher also etwas älter. Auch für die Schriftgießereien waren Kriegsjahre keine gute Zeit. Designs sind quasi "verschimmelt" und nur das Nötigste wurde produziert. Nach dem Krieg waren andere Sachen gefragt und Material war weiterhin knapp und teuer.

Die Schrift hat auch Aehlichkeit mit der 'Neon', der Nebiolo Type Foundry.

( Einige Schnitte, basierend auf der 'Neon', wurden von Canada Type unter dem Namen 'Gala' digitalisiert. )

Als Nachtrag, Hier ein Scan von mir, aus einem Nebiolo Type Specimen, das ich vor einiger Zeit mal auf Typophile gepostet habe:

11609.jpg

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