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Gedankenstrich am Zeilenende oder -anfang?

Hervorgehobene Antworten

Hallo, ich suche verzweifelt nach einer Vorgabe, wo ein Gedankenstrich zu stehen hat: am Zeilenende oder Zeilenanfang der nächsten Zeile?

Beispiel:

Bsp.:

Petra weiß nicht wie es richtig ist -

kann ihr jemand helfen?

oder

Petra weiß nicht wie es richtig ist

- kann ihr jemand helfen?

Dazu habe ich recht widersprüchliche Angaben gefunden:

Der Duden schreibt dazu in „Richtiges und gutes Deutsch“: „Der Gedankenstrich steht vor und nach eingeschobenen Satzteilen und Sätzen, die den Nachdruck des Gesagten erhöhen oder das Gesagte näher erklären oder beschreiben sollen. Da dieser Gedankenstrich zum Einschub gehört, sollte er am Zeilenende nicht von diesem getrennt werden.“

Ich zitiere aus Typographisches Gestalten (1998) von Manfred Siemoneit:

„Als Regeln gelten: Vor und hinter dem Gedankenstrich ist ein Wortzwischenraum einzufügen, ein Gedankenstrich steht immer am Zeilenende, niemals am Zeilenanfang.“

Was meint Ihr?

Ich mache den Gedankenstrich immer am Zeilenende. Weil es sonst doof aussieht. Wenn diese Begründung nicht reichen sollte, ich weiß es nicht ... Die Dudenregel kenne ich gar nicht. Was es alles gibt!

Gruß, Sharif

Hallo!

Ich sehe in den beiden zitierten Regeln keinen Widerspruch und wende auch selbst beide in der Praxis an:

Wenn es sich um einen einzelnen Gedankenstrich handelt, so kommt dieser ans Ende der Zeile; so kann die Leserin oder der Leser frühzeitig erkennen, dass nun ein Gedankensprung ansteht.

Wenn es um einen zwischen zwei Gedankenstrichen eingeschobenen Text geht, so sind diese Gedankenstriche Teile des eingeschobenen Textes. Sie bleiben in dessen Zeile stehen. Beginnt der Einschub in einer neuen Zeile, so kommt auch der Gedankenstrich als erstes Zeichen in die neue Zeile.

Viele Grüße

Klaus

@ Herr Sharif: Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten... Mich stört optisch der Gedankenstrich am Ende der Zeile, weil er inhaltlich zum folgenden Satzteil gehört.

@Klaus: Macht Sinn, allerdings ist es für den Leser schwer erkennbar, ob Regel oder Willkür hinter der Zeichensetzung steht.

Ich versuche eigentlich immer, einen Gedankenstrich am Zeilenende zu umgehen. Sonst könnte man´s für eine Abtrennung halten.

Aber klar, manchmal geht es nicht anders. Und dann setze ich ihn ans Zeilenende.

Ich versuche Gedankenstriche sowohl an Zeilenanfängen als auch

an Zeilenenden zu vermeiden. Jaja, ist schon klar: das geht in der

Konsequenz nur, wenn man den Text auch umformulieren darf.

Wenn es sich also nicht vermeiden läßt: Bei Einschüben widerstreiten bei

mir visuelle (Gedankenstrich am Ende) und textstrukturelle Präferenzen

(Gedankenstrich am Zeilenanfang). Meist entscheide ich nach visuellen

Kriterien. Richtig problematisch wird es, wenn in einem Absatz mehrere

Einschübe vorkommen und gleich mehrere Gedankenstriche an den

Zeilenanfang zu rutschen drohen. Will man nicht die linke Satzkante auf

dem Altar der Regelvergötzung opfern, drängt sich eine entspannte

Regelauslegung, wie von Herr Sharif vorgeschlagen, geradezu auf.

Da der Gedankenstrich ja deutlich länger ist als der Binde-/Trennstrich,

hält sich die Verwechslungsgefahr in Grenzen.

Wie sagt des Volksdesigners Stimme doch so schön:

"Wenn es Scheiße aussieht, ist es schlechtes Design".

Henning

In sämtlichen Gedichten, die ich in meiner Büchersammlung durchgesehen habe, befinden sich die Gedankenstriche am Ende der Zeilen. In Fließtexten habe ich nur eine Ausnahme davon gefunden.

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