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Frage Kerningbearbeitung/Zurichtung

Hervorgehobene Antworten

Hallo liebe Experten,

ich hab von Schriftselberbasteln als reiner Setzer und Layouter gar keine Ahnung, bin aber mit der Zurichtung einiger neu gekaufter amerikanischer Schriften sehr unzufrieden und würde sie gern nachbearbeiten. Die Buchstabenformen sind okay, aber die Zurichtung (wie wir Bleisetzer sagen) ist eine Katastrophe. Daher folgende Frage:

Gibt es ein preiswertes Programm (am besten auf Deutsch, aber das ist wahrscheinlich nur ein Traum), mit dem man als Anfänger auf diesem Sektor ohne monatelange Lernphase die Kerningtabellen oder wie immer das auch heißt bearbeiten kann von Opentype-fonts und Mac-Postscript Fonts? Die neue Zurichtung sollte dann zumindest im Indesign funktionieren, auf einem Mac im OS10.4.

Zweite Frage: Wenn ich das mache, verstoße ich ja möglicherweise gegen Lizenzbedingungen. Darf ich für meine gestalterische Arbeit (also auch Auftragsarbeiten) die Zurichtung verändern? Ich will die Fonts ja nicht weiterverkaufen - also vermute ich daß es da keinen Ärger geben dürfte. Oder?

Vielen Dank für sachdienliche Hinweise!

Hi MB und willkommen im Forum.

Die Zurichtung ist manchmal wirklich lausig, kann ich nur bestätigen. Gibt es nicht im Quark ein Menü, wo man die Einstellungen für das ganze Dokument festlegen kann? Vielleicht gibt es eine Entsprechung in Indesign.

Die Programme soll mal einer von den Spezis hier empfehlen, da bin ich nicht so beschlagen. Mein erster Tipp ist Fontlab.

http://www.fontlab.com/font-editor/typetool/ - typetool von fontlab sollte deinen ansprüchen locker genügen.

TypeTool kann im Vergleich zu FontLab und FontForge kein Klassenkerning, man muß also jede Kombination ggf. einzeln bearbeiten. Für den gelegentlichen Gebrauch sollte das aber reichen.

In TypeTool find ich das Kerningfenster einfacher und übersichtlicher als in FontForge, mal zum Vergleich:

TypeTool

tt-kerning.png

FontForge

ff-kerning.png

Tschüs,

Jens.

  • Ersteller

Vielen Dank für die Tipps, ich werd es mit dem typetool probieren. den fontmonger gibt es zwar wohl sogar auf deutsch und für lau, ist aber irgendwie ein unixprogramm und bedarf schon bei der installation auf dem mac besonderer kenntnisse - wenn ich das richtig verstanden habe.

Im quark gabs früher mal sowas: spezielle unterschneidungstabellen für ein dokument. hat sich aber m.W. nie wirklich durchgesetzt (zumindest im Printbereich), weil sich die Belichtung dadurch zu einem Lottospiel entwickeln konnte. Ich weiß auch nicht, obs in den neueren versionen noch drin ist, weil ich seit einiger zeit kaum noch quarke. im indesign ist mir eine solche funktion noch nicht über den weg gelaufen, aber wer weiß, was in den unergründlichen tiefen des menüs so alles versteckt ist.

Macht aber mehr Sinn, die Schriften einmal grundsätzlich zu reparieren, als dauernd neu dran rumzudoktoren ...

Wie gesagt: vielen Dank!

Diese Unterschneidungs-Überschreibung (tolles Wort!) in Quark basierte auf den einfachen Kerning-Tabellen der PostScript-Type1-Fonts. Heute sind die OpenType-Fonts mit klassenbasiertem Kerning ausgestattet und das Kerning kann sogar kontextsensitiv sein. Da geht sowas einfach nicht mehr. Das wird also kaum ein Feature in InDesign werden.

Ralf

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