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Digitalisierte 6-Punkt-Schriften?

Hervorgehobene Antworten

Wo ich gerade in meinem Stephenson & Blake blättere: Gibt es eigentlich heute irgendwelche digitalen Fonts, die auf den typischen 6-Punkt-Schnitten alter Bleisatz-Fonts beruhen. Also solche Schnitte, die sich in der Gestalt deutlich von den größeren Graden unterscheiden (z.B. extrem kurze Ober- und Unterlänge etc.).

Die Fonts mit Optischen Größen bei Adobe haben zwar extra Schnitte für kleine Schriftgrade, aber da sind ja lediglich Strichstärke und Laufweite etwas angepasst.

Sind 6-Punkt-Schnitte heute völlig ausgestorben?

Ralf

Auch heutzutage werden Schriften mit unterschiedlichen Ober- und Unterlängen angeboten.

Zum Beispiel die Fedra.

Hier hat die Fedra A weniger Strichstärkenkontrast und auch eine höhere x-Höhe

als die Fedra B, um sie auch in kleinen Schriftgraden besser lesen zu können.

Gruß

Christoph

  • Ersteller

Aaaah, wunderbar! :D

Genauso so etwas meinte ich. Toll. Also gibt es immerhin einen Font …

So etwas wie Fedra meinte ich nicht. Unterschiedlich lange Ober- und Unterlängen kann der Typedesigner von heute ja spielend in FontLab generieren. Aber bei den alten Bleisatzfonts war eben die komplette Zeichnung der Buchstaben in den verschiedenen Graden anders. Die Schlaufe des g zum Beispiel. Bei der Paperback sieht man das auch.

Ralf

Aaaah, wunderbar! :D

Genauso so etwas meinte ich. Toll. Also gibt es immerhin einen Font …

So etwas wie Fedra meinte ich nicht. Unterschiedlich lange Ober- und Unterlängen kann der Typedesigner von heute ja spielend in FontLab generieren. Aber bei den alten Bleisatzfonts war eben die komplette Zeichnung der Buchstaben in den verschiedenen Graden anders. Die Schlaufe des g zum Beispiel. Bei der Paperback sieht man das auch.

Ralf

Verlief das nicht im Bleisatz in Gruppen?

6 p bis 14 p

16 p und 20 p

Und darüber jeweils für die Schriftgrade 24 p, 28 p, 36 p und 48 p?

Ich meine, Andreas Seidel hätte das einmal erklärt hier in einem anderen Zusammenhang mit Digitalisierungen.

Georg

Nur mal so:

Das ist eine 4 p auf 10 p Kegel einer

Allright

Ludwig & Mayer, Frankfurt am Main

Erstguß 1936

1012_1_133.jpg

1012_2_33.jpg

@Georg

Denkst du nicht das die Strichstärkenunterschiede hier zu stark sind, um in < Marginalgröße funktionieren zu können.

@Georg

Denkst du nicht das die Strichstärkenunterschiede hier zu stark sind, um in < Marginalgröße funktionieren zu können.

Nur, wenn man so ein lausiger Buchdrucker ist wie ich.

Martin Z. Schröder arbeitet mit ganz ähnlichen Schraffierten (der Chevalier) in diesen Größen und es sieht fabelhaft aus. Largo, Noblesse alle diese gab es bis runter auf 4 p.

Solche Schriften wurden früher als "Kartenschriften" eingesetzt, also speziell für Visitenkarten. Und bei manchen Schriftgießereien gibt es eine ganze Rubrik mit solchen Schriften in der Hauptprobe.

Georg

PS: Mir persönlich behagen sie nicht sonderlich. Aber ich verkaufe sie ja auch nur.

Das Problem beim Digitalisieren solcher kleinen Grade von Bleisatz-Schriften dürfte sein, daß es recht schwierig sein dürfte, überhaupt saubere und verwertbare Andrucke in diesen Größen zu bekommen.

So warte ich schon seit über einem Jahr darauf, daß ich eine TypoArt-Garamond in 8 p hereinbekomme. Die größeren Grade allein reichen nicht für eine Digitalisierung.

Nur mal so:

Das ist eine 4 p auf 10 p Kegel einer

Allright

Ludwig & Mayer, Frankfurt am Main

Erstguß 1936

1012_1_133.jpg

1012_2_33.jpg

wieso hat man sowas gemacht?

Was?

Kleine Grade auf größere Kegel?

Einfacher zu setzen.

Grundsätzlich kannst man Handsatz-Lettern auf verschiedene Kegelgrößen bestellen.

Standard-Ausschlußmaterial fängt eh erst bei 6 p an. Also sind 4 p und 5 p Schriften immer auf 6 p Kegel. Und hier halt eine 4 p auf 10 p Kegel.

Das funktionierte auch anders herum:

Es gibt viele Schriften z.B. 60/48 p. Schriftbild 60 p, Kegel 48 p - oder 72/60 p. Dann sind immer nur die Lettern mit Unterlängen g, j, p, q, y auf volle Kegelstärke gegossen, die ohne Unterlängen auf den kleineren Kegeln. So kann man kompresser setzen.

Georg

  • Ersteller

Verlief das nicht im Bleisatz in Gruppen?

Ich meine, Andreas Seidel hätte das einmal erklärt hier in einem anderen Zusammenhang mit Digitalisierungen.

Hab's mir am Wochenende bei den Typotagen nochmal von den Profis erklären lassen. In der Tat kam wohl auch im Bleisatz seit Ende des 19. Jahrhunderts immer öfter eine einfache Skalierung (per Pantograph) zum Einsatz.

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