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Before, during and after Gutenberg

Hervorgehobene Antworten

Keine schlechte Idee, auch ein interessanter Rechts-Hirn-Links-Hirn-Ansatz - aber es leben kaum noch Renaissance-Menschen unter uns, die sowohl herausragende Designer als auch Autoren sein könnten - geschweige denn eine Woche pro Seite Zeit haben. Das zeigen leider auch die "Stunningbooks.com"-Beispiele aus deren eigener Fabrikation, die gelinde gesagt einfach nur kitschig sind. Ein Bild von der Foto-CD ersetzt eben keine mönchische Illustration.

Außerdem ist der Wandel im "look" vor, während und nach Gutenberg auch ein Ausdruck von der Kommerzialisierung und dabei auch der zunehmenden Demokratisierung von Wissen.

Andererseits sollten es uns doch gerade die viel gepriesenen modernen DTP-Mittel einfacher machen, "illuminierte" Bücher (im Wortsinn) zu produzieren.

Da ich selbst ohnehin schon meistens Inhalt UND Form meiner Bücher gestalte (hinwurstele), weiß ich auch sehr genau, was mehr Zeit und Muße (und Geld) bewirken würden. Aber wir produzieren halt alle keine Breviere für unermesslich reiche (Kirchen-) Fürsten mehr. Sondern wir schaffen für die Masse und können im besten Falle auch gut davon leben und hausen nicht in dunklen Klosterzellen.

Norbert, ich stimme Dir voll und ganz zu. Ich kann auch nicht wirklich erkennen, was daran die „revolution in thinking“ sein soll, von der im Video gesprochen wird. Auch der Buchtitel „Goodbye Gutenberg“ grenzt an debilen Schwachsinn, zumindest ist dies sehr effekthascherisch formuliert. Die dargestellten Inhalte kommen seltsam esoterisch daher, und man fragt sich schon, wie weit die Jungs von Scientology entfernt sein mögen.

Über Gestaltung kann man bekanntlich verschiedener Meinung sein, manches finde ich da gar nicht verkehrt, wenn auch alles etwas überladen daherkommt. Die Art und Weise, wie die gesamte skriptorische Historie der Menschheit da auf wenigen Seiten abgehandelt wird, hat jedenfalls etwas Kinderbuchhaftes (nichts gegen Kinderbücher, aber die Zielgruppe scheint ja eher adult zu sein). Jeder Wikipedia-Eintrag zu einem der Themen ist da ausführlicher.

Lars

Den Eso-Aspekt hatte ich bisher noch gar nicht betrachtet, hab mir eben erst mal die "Lost Spirital World" angeschaut. Das ist ja ein seltsames, synkretistisch-verschwörerisches Konvolut. Vor diesem Hintergrund ist dann aber leider der Hirnforschungsansatz kaum noch ernst zu nehmen, er scheint nur als Vehikel zu dienen, eine Art Kreationismus der Geistesgeschichte ...

Sie zeigen ja nur "Before, during, and 100 years after Gutenberg".

500 Jahre nach Gutenberg sehen bunte Zeitschriften und andere Printprodukte, aber auch Internetseiten, doch im Prinzip wieder genau so bunt und lebendig aus wie vor Gutenberg. Nur die Technik hat sich etwas weiterentwickelt.

Insofern geht der Ansatz etwas ins Leere.

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