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Werkzeug aus den Jahren des Bleisatzes

Hervorgehobene Antworten

Hallo ihr,

ich habe zum Geburtstag einen »Bleisetzer-Hammer« bekommen.

Ein kleines Museumsstück aus Bleissatzzeiten.

Nun möchte ich meine spontan definierte Bezeichnung gerne durch den richtigen Begriff dieses Werkzeuges ersetzen.

Dafür würde ich gerne in die Runde fragen, wie es wohl heißt.

Benutzt hat man ihn wohl zum »zurecht-klöppeln« der Bleisatz-Reihe, zum spannen, verkanten des Satzes?

Gruß Sven

Bleisetzer-Hammer? Noch nie gehört, noch nie gesehen. Wenn dieses sti(e)llose Werkzeug aber tatsächlich dem "verkanten" des Satzes diente (ganz große Todsünde!), war das Druckerwerkzeug. Und müsste demnach eher "Druckerhammer" heißen. Die Drucker ärgerten uns Setzer nämlich sehr gerne damit, unsere feinen Bleiteile mit harten Schlägen auf Ausschlussrahmenbreite zu trimmen. Na ja, manchmal passierte das eben, dass irgendwas nicht gaaanz so gut hielt. Auch Bleisetzer spürten den Montag ...

Grüße,

Norbert

Ah, wah...

Das sind Schließschlüssel.

Jede Satzform ist letztendlich rechteckig.

Sie kommt in einen Schließrahmen.

Der Stand innerhalb des Schließrahmens wird mit Druckerstegen festgelegt.

An zwei Seiten des Schließrahmens kommen dann Schließzeuge rein.

Und die werden mit einem Schließschlüssel geschlossen.

Auf http://www.bleisetzer.de unten links im Suchfeld "Schließzeug" eingeben.

Oder hier schauen:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... &idart=832

Georg

Ergänzung:

Man kann diesen Schließschlüssel aus dem ersten Beitrag auch in Verbindung mit einem Kopfholz verwenden:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... cle_id=869

Sinn:

Wenn man eine Satzform gebaut hat, so müssen alle Teile dieser Form absolut plan sein. Nichts darf "spießen". Also legt man ein Klopfholz auf die Form und klopft eventuell hochspießende Teile runter. Besser als so ein Schließschlüssel ist ein richtiger kleiner Hammer. Der liegt besser in der Hand. Die Gummiseite des Klopfholzes liegt natürlich auf der Form.

Georg

  • Ersteller

Super klasse, danke.

Das habe ich gehofft! Und wollte es den anderen nicht vorenthalten.

Bleisetzer schrieb:
Ah, wah...

Das sind Schließschlüssel.

Deine Gewissheit in allen Ehren, lieber Georg, aber Svens (stielloser) Hammer ein Schließschlüssel? Was, bitte, soll denn das rundliche Splintlein greifen sollen können? Und wozu sollen denn diese beiden ungleichen Enden am vermeintlichen Griff gut sein?

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Schaut euch mal diesen "Kreuzspinnhammer" an (und fragt mich aber ja nicht, wozu der gut ist) :twisted:

1543_1472_prev_1.jpg

Da wo ich als Setzer arbeitete, schlug man das Klopfholz ausschließlich mit einem Gummihammer ...

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Jedes andere Werkzeug hätte der Prinzipal mit einer Ohrfeige quittiert.

Schönen Abend allerseits,

Norbert

  • Ersteller

1543_keinschluessel_1.jpg

Schaut euch mal diesen "Kreuzspinnhammer" an (und fragt mich aber ja nicht, wozu der gut ist) :twisted:

Da wo ich als Setzer arbeitete, schlug man das Klopfholz ausschließlich mit einem Gummihammer ...

Jedes andere Werkzeug hätte der Prinzipal mit einer Ohrfeige quittiert.

Schönen Abend allerseits,

Norbert

Der Spint ist ziemlich abgenudelt (ich schätze mal vom ›schließen‹)

und ursprünglich schon ziemlich vierkantig.

Was die beiden Enden angeht, beschreib ich das mal so: Das eine

Ende (auf dem Bild das was nach links endet) ist als Hämmerchen

gedacht, auf der anderen Seite ist das Ende etwas dicker. Man

kann sich schon vorstellen das man damit in einer Spalte, mit einer

drehenden Bewegung, den Satz, in Reihe ordnen kann.

Für mich sieht es nach einem Schließschlüssel aus.

Bei Gelegenheit filme ich ›ihn‹ mal von allen Seiten.

Gruß Sven

Norbert Riedi schrieb:
Bleisetzer schrieb:
Ah, wah...

Das sind Schließschlüssel.

Deine Gewissheit in allen Ehren, lieber Georg, aber Svens (stielloser) Hammer ein Schließschlüssel? Was, bitte, soll denn das rundliche Splintlein greifen sollen können? Und wozu sollen denn diese beiden ungleichen Enden am vermeintlichen Griff gut sein?

Schaut euch mal diesen "Kreuzspinnhammer" an (und fragt mich aber ja nicht, wozu der gut ist) :twisted:

Da wo ich als Setzer arbeitete, schlug man das Klopfholz ausschließlich mit einem Gummihammer ...

Jedes andere Werkzeug hätte der Prinzipal mit einer Ohrfeige quittiert.

Schönen Abend allerseits,

Norbert

Guten Abend Norbert Riedi,

ja, es könnte auch der abgebrochene Zündkerzen-Schlüssel einer alten Zündapp sein. Obwohl: Falls das Geschenk von einer Dame kam, würde ich als männlicher Beschenkter eine sexuelle Anspielung vermuten. Ich glaube, das ist ebenfalls eher unwahrscheinlich.

Also bleibe ich bei meinem Tipp:

Es ist ein Schließschlüssel. Hier hast Du noch ein paar.

Und ich schrieb nichts von einem Hammer. Ich schrieb ein "kleiner Hammer". Morgen schicke ich Dir ein Photo von meinem kleinen Hammer. Es ist ein Zisilierhämmerchen, sehr hübsch. Mit einem Gummihammer täte ich meinen Satzformen Gewalt an - so meine Befürchtung. Aber das mag übertrieben sein und Du magst Recht haben.

Bitte nicht wieder einen "Flame" starten, wie seinerzeit so unsäglich MB und Leopard1968 gegen mich veranstalteten, ja? Danke. Es ist wirklich nur ein altes Eisenteil. Man kann damit auch hervorragend irgendwo gegenwerfen. Dann scheppert es gehörig.

Georg

 

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Bitte nicht wieder einen "Flame" starten, wie seinerzeit so unsäglich MB und Leopard1968 gegen mich veranstalteten, ja? Danke. Es ist wirklich nur ein altes Eisenteil. Man kann damit auch hervorragend irgendwo gegenwerfen. Dann scheppert es gehörig.

Guten Tag Georg

Ja, du hast recht, hast mich überzeugt mit deinen Bildern. Ein Schließschlüssel ists, was der Sven geschenkt kriegte. Ein schönes altes Eisenteil. Und damit hat sichs. Kein "Flame" zu sehen. Wirklich weit und breit nicht. Bloß, dass ich einfach nicht glauben wollte. Ansonsten bin ich wohl ein freundliches Stück Mensch ...

Wünsche gute Zeiten,

Norbert Riedi

Bitte nicht wieder einen "Flame" starten, wie seinerzeit so unsäglich MB und Leopard1968 gegen mich veranstalteten, ja? Danke. Es ist wirklich nur ein altes Eisenteil. Man kann damit auch hervorragend irgendwo gegenwerfen. Dann scheppert es gehörig.

Guten Tag Georg

Ja, du hast recht, hast mich überzeugt mit deinen Bildern. Ein Schließschlüssel ists, was der Sven geschenkt kriegte. Ein schönes altes Eisenteil. Und damit hat sichs. Kein "Flame" zu sehen. Wirklich weit und breit nicht. Bloß, dass ich einfach nicht glauben wollte. Ansonsten bin ich wohl ein freundliches Stück Mensch ...

Wünsche gute Zeiten,

Norbert Riedi

Offenen Herzens: Dankeschön.

Auch Dir einen schönen Tag.

Georg

  • Ersteller
Das sind Schließschlüssel.

Super.

ja, es könnte auch der abgebrochene Zündkerzen-Schlüssel einer alten Zündapp sein. Obwohl: Falls das Geschenk von einer Dame kam, würde ich als männlicher Beschenkter eine sexuelle Anspielung vermuten. Ich glaube, das ist ebenfalls eher unwahrscheinlich.

Unwahrscheinlich. Genau. Der Schenker ist ebenfalls

männlicher Typo-phile (?) und wusste

wohl wofür man ihn so ungefähr benuzte, aber uns fiel

kein Begriff/Bezeichnung in die Hände.

Nun weiß nicht nur ich, auch andere was ich

geschenkt bekam. Vielen Dank, Gruß aus Berlin.

  • 4 Wochen später...
Ein Schließschlüssel ists…

Heißt das Ding nicht Formschlüssel? Schließschlüssel klingt irgendwie auch wie Fahrstraße oder Schneidmesser.

  • Ersteller

Die Druckerey in Berlin druckt mit Bleisatz.

Revisionk.jpg

Dort auch der »Schließschlüssel« im Einsatz

  • 11 Monate später...

Bin jetzt erst auf diese Seiten gestoßen.

Der Gummihammer hat Erinnerungen geweckt.

1953 durfte ich als Lehrling erstmals Korrekturabzüge an der Kniehebelpresse machen.

Einen Stapel von zehn Seiten ausgebundenen Linotypesatz konnte ich gerade noch schleppen.

Vier Seiten von der Pappe auf die Platte schieben, ausrichten und dann gings los mit Gummihammer und Klopfholz. Das mußte aber einen genauen hörbaren Rhythmus haben. Sonst waren die Kollegen in den Gassen sehr verärgert. Sie wollten die richtigen Geräusche hören.

Also:

da-rap-da-rap! da-rap-da-rap! da-rap-da-rap!

Dann mit der Walze über den Speckstein und mit dem richtigen Andruck die Farbe an den Satz abgeben. Hhm, die Farbe riecht gut!

Das Papier vorsichtig zu einem U geformt auf den Satz absenken, den Schlitten unter die Druckplatte fahren und mit sanftem Druck den Hebel anziehen. Schlitten zurück und die Blätter vorsichtig vom Satz abheben. Eventuell mit Talkum über die Abzüge. Den Satz mit einem Lappen und Waschbenzin säubern und wieder auf die Pappen stapeln.

So ging ein Tag auch vorbei.

Wunderbar beschrieben, Wolfgang.

Ich hoffe, Du hast ein Buch darüber in der Schublade? Oder schon beim Lektor? Ich würde es sofort kaufen.

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