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technische Voraussetzungen

Hervorgehobene Antworten

Hallo,

ich habe eine Frage, vielleicht kann mir jemand weiter helfen.

Gab es besondere technische Voraussetzungen für die Schriftentwicklung in der Zeit um 1920-1930?

Vielen Dank im Vorraus.

Hallo,

ich habe eine Frage, vielleicht kann mir jemand weiter helfen.

Gab es besondere technische Voraussetzungen für die Schriftentwicklung in der Zeit um 1920-1930?

Vielen Dank im Vorraus.

Joh, schon...

So gab bzw. gibt es ja im Bleisatz nur bestimmte, festgelegte Schriftgrößen.

3 p, 4 p und 5 p Schriftbilder waren so gut wie immer auf 6 p Kegel gegossen. Weil auch das Standard-Blindmaterial erst bei 6 p begann (Ausschluß).

Ähnlich mit Zwischenschriftgrößen wie 7 p und 9 p, die immer auf Höhe des jeweils nächstgroßen Schriftkegel gegossen wurden.

Bleibt die Reihe:

6 p, 8 p, 10 p, 12 p, 14 p, 16 p, 18 p, 20 p, 24 p, 28 p, 36 p, 48 p. Selten Größen darüber und wenn, dann immer im Abstand von einem oder zwei Cicero, also 60 p, 72 p.

Letztlich hatte ich mit meinem Praktikanten ein interessantes Gespräch über die Gestaltung von Versal-Umlauten. Meine These lautet:

- Es gab bei Schriften vor 1920 recht häufig Versal-Umlaute, bei denen die Umlaut-Punkte freischwebend über dem Kegel der Versalien A, O und U angegossen waren, also nicht auf dem Kegel selbst auflagen. Diese waren sehr empfindlich, brachen beim Druck häufig ab. Danach gab es dann fast ausschließlich entweder sogenannte Übersetzer, also Einzelteile mit Umlaut-Punkte in Stärken von 4-6 p, die über die Umlaute gebaut wurden.

Die sich daraus für mich ergebende Frage im Gespräch:

Kann es sein, daß die Entwerfer daraufhin Vorgaben von den Schriftgießereien bekamen, die Umlaut-Punkte so zu entwerfen, daß sie mit auf den Kegel gegossen werden konnten? Hat also hier die technische Bedingung den Entwurf beeinflußt? Es erschiene mir schon logisch.

Auf den Gedanken gebract hat mich folgende Diskussion, in der auch diverse Versal-Umlaute gezeigt werden:

http://www.typografie.info/typoforum/vi ... ht=umlaute

Das war nur ein Beispiel für technische Voraussetzungen, die mir gerade in den Kopf kam. Die Stellungnahme von Schriftentwerfern zu meiner Umlaut-These würde mich sehr interessieren.

Georg

Im Grunde genommen muß sich ein Schrift-Entwerfer in der von Dir genannten Epoche - der Blütezeit der Schriftentwerfer-Kust - doch generell nach den Normen im Bleisatz richten, die ja noch relativ jung waren. Beispiel: Die Schriftgrößen, die wir ja auch noch heute nutzen, entsprechen nicht der Größe des Schriftbildes selbst. Beim Gießen benötigt der Schriftgießer "Fleisch" um das Schriftbild herum.

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