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Borghese alias Vienna?

Hervorgehobene Antworten

Hier meint der digitale Fachmann, dies sei eine Schrift namens Vienna, die es wohl auch heute noch in digitaler Form gibt.

Ich habe sie nun belegbar gefunden:

Borghese

Schelter & Giesecke, Leipzig

Erstguß 1904

Hausschrift mit Gußmarke

Schön? Schön.

Quellen:

Georg Kandler, Erinnerungen an den Bleisatz, Band 2, seite 41

Schelter & Giesecke Hauptprobe, Seite H15

Georg

1012_borghese_001_1.jpg

1012_borghese_003_1.jpg

So steht's auch bei myfonts:

Vienna

This early 1900s type is from the German foundry of Schelter & Gieseke, and is typical of early twentieth century design.

  • Ersteller
So steht's auch bei myfonts:

Vienna

This early 1900s type is from the German foundry of Schelter & Gieseke, and is typical of early twentieth century design.

Ja, aber bei Schelter heißt sie Borghese.

Nicht unüblich: Vielleicht wurde sie von einer oder mehreren Schriftgießereien mitvertrieben und dann unter anderem Namen?

Und "early 1900s ... "? Pffffttt...

Ein Erstguß-Jahr ist ein Erstguß-Jahr.

Alles andere ist unbefriedigend.

Aber das wichtigste ist, daß ich einen vollständigen Zeichensatz von dieser Schrift habe. Ich weiß ja selbst, daß die Jugendstil-Schriften so speziell sind, daß man sie bei weitem nicht für viele Anlässe nutzen kann. Aber denen gehört mein ganzes Herz.

Georg

Hatten wir hier nicht irgendwo schon mal das Thema, dass von einer Schrift am ehesten noch der Name zu schützen sei? Ist das vielleicht der Grund?

  • Ersteller
Hatten wir hier nicht irgendwo schon mal das Thema, dass von einer Schrift am ehesten noch der Name zu schützen sei? Ist das vielleicht der Grund?

Ich weiß leider nichts über das Markenrecht Anfang des 20. Jahrhunderts.

In den 1930er Jahren war das nicht ungewöhnlich:

Die Forelle hieß auch Rheingold:

C.E. Weber Schriftgießerei, Stuttgart

Erstguß 1936

Erich Mollowitz

wurde auch angeboten unter dem Namen Rheingold

J.D. Trennert & Sohn, Hamburg-Altona

Eigentlich kann es nur so sein, daß diese Vermarktung in gegenseitiger einvernehmlicher Absprache erfolgte.

Um die Jahrhundertwende zuvor muß es anders gewesen sein.

Ganz arg ist es immer beim Namen "Römische Antiqua". Davon gibt es fast ein Dutzend. Und alle von namhaften Schriftgießereien wie Genzsch & Heyse oder Klinkhardt. Das bedeutet aber nicht, daß sie sich auch nur ähnlich sehen.

Aber es gibt auch Schriften, die nicht nur denselben Namen tragen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch identisch aussehen. Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, weil ich oft nur den Seemann als Quelle habe mit dem "Hamburg-Wort".

Georg

Römische Antiqua: Eine Schrift solchen Namens hatten wir mal in einer »Waschhausdruckerei« als Brotschrift, auch nur in kleinen Graden. Wurde für fast alles verwendet. Leider habe ich keine Muster mehr, habe aber später nie wieder etwas ähnliches »in digital« gesehen und habe mich schon immer mal gefragt, ob es das wohl gibt.

  • Ersteller
Römische Antiqua: Eine Schrift solchen Namens hatten wir mal in einer »Waschhausdruckerei« als Brotschrift, auch nur in kleinen Graden. Wurde für fast alles verwendet. Leider habe ich keine Muster mehr, habe aber später nie wieder etwas ähnliches »in digital« gesehen und habe mich schon immer mal gefragt, ob es das wohl gibt.

Ich denke, das war eine Modeerscheinung um die Jahrhunderwende herum. Sie haben oft diese überproportional großen Rundbögen im Versal-R und oft auch unter die Schriftlinie rutschende Abstriche bei eben diesem R.

Falls Du mal Ehrgeiz entwickeln willst...

Diese hier suche ich schon seit über einem Jahr:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... &idart=706

Georg

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