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Mjam... TypoArt Garamond-Kursiv


Bleisetzer

Empfohlene Beiträge

- Garamond-Kursiv mager, 10 p

- Garamond-Kursiv mager, 14 p

- Garamond-Kursiv mager, 16 p

- Garamond halbfett, 14 p

Solche Neuschnitte ins Lager räumen verschafft mir ein Gefühl wie bei der Zigarette danach - satt, warm, gut - mnjam...

Georg

1012_1_185.jpg

1012_1_186.jpg

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Die sehen doch gußfrisch aus. Wo kriegst Du nur die ganzen Sachen her?

Die sind gußfrisch, deshalb mnjame ich ja.

Woher ich die bekomme?

Oh, ja. Das ist eine gute Frage.

Aber ich bekomme sie.

Solche TypoArt-Schriftenpakete sind Teil von Setzereien, die wir in Mitteldeutschland aufkaufen. Das sind mir oft die liebsten. Fast immer sind alte Schriftguß A.-G.-Bestände dabei und dann halt TypoArt-Schriften aus der Zeit nach 1950. Wobei ich deren Garamond für die schönste Version halte. Vor allem die Kursive ist einfach prachtvoll.

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Gast C. M. S.

Mal ne ganz blöde Frage, von einem der keine Ahnunghat.

Spricht man bei Schriften wirklich von mager, halbfett usw.? Das klingt für mich nach Quark. Macht aber natürlich in dem zusammenhang auch Sinn. :wink:

Gruß,

Christoph

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Spricht man bei Schriften wirklich von mager, halbfett usw.?

das ist wohl der deutsche bezeichnungsstandard. heute benutzen die meisten eben die englischen begriffe »light«, »regular«, »semibold« usw.

bye

thierry

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Siehst Du das auch so für die Garamond-Ligaturen oben?

(ich bin zwar nicht Ralf, aber:) In einer kursiven Renaissance-Antiqua wirkt das weit weniger erzwungen wie in einer aufrechten Grotesk. Im einen Fall find ichs vertretbar, einsetzbar, die Grotesk-Ligaturen würde ich wohl nie einsetzen, auch wenn ich sie zur Verfügung hätte.

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Spricht man bei Schriften wirklich von mager, halbfett usw.?

das ist wohl der deutsche bezeichnungsstandard. heute benutzen die meisten eben die englischen begriffe »light«, »regular«, »semibold« usw.

bye

thierry

Das ist nicht ganz korrekt.

Richtig ist, daß ich als Bleisetzer mich bei Bezeichnungen deutscher Bleisatz-Schriften natürlich an die deutschen Bezeichnungen für die unterschiedlichen Schnitte halte, an was sonst? Bei Schriften aus den VSvA oder englischen Bleisatz-Schriften verwende ich deren englische Begriffe, genau so: was sonst?

Leider waren aber die Bezeichnungen in Deutschland keineswegs einheitlich. Die Schriftgießereien haben die entsprechenden Begriffe relativ freizügig festgelegt.

- leicht

- mager

- halbfett

- dreiviertelfett

- fett

- extrafett

So wäre es logisch. Und so war es z.B. bei der Helvetica von Stempel. Wobei es eine dreiviertelfette Helvetica nie gab. Bei anderen Schriften ist die magere Version aber die leichte, siehe Berthold-Grotesk mager:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... &idart=720

Und die "normale" Berthold-Grotesk hat überhaupt keine Versionsbeschreibung:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... &idart=637

Die "magere" Version der Times heißt Times normal:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... &idart=722

Die Erbar-Grotesk kräftig ist ein bißchen weniger fett als die Erbar-Grotesk halbfett:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... cle_id=727

Und die Forelle alias Rheingold halbfett heißt Forelle bzw. Rheingold Auszeichnung:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... le_id=1206

Bedeutet:

Einen Standard bei den Versionsbezeichnungen von Bleisatz-Schriften gab es nie.

Wer übrigens den Begriff "leicht", also "light" mit Quark assoziiert, weiß vielleicht nicht, daß die braune Brause-Marke Coke light im Herkunfsland Diet Coke heißt. Anglizismen für Versionsbeschreibungen von digitalen Fonts zu verwenden, erscheint mir nur logisch und konsequent. Sind sie doch für einen internationalen Markt entwickelt, werden dort vermarktet und kommuniziert. Ebenso logisch ist, daß für die abgeschlossene Epoche der Bleisatz-Schriften die original deutschen Bezeichnungen Anwendung finden.

Ah.. noch ein Witz am Rande:

Es gibt die Klassizistische Antiqua namens "Die Schlanke". Und da auch in den Versionen:

Die Schlanke, halbfett und fett:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_cont ... &idart=672

Georg

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Das mich die Abbildung an eine andere Schrift erinnert hat, that's all.

Verstehe. Ich fragte nur, weil ich dachte, ich könne etwas neues dazulernen über Zusammenhänge, Inspirationen, Herkünfte alte rund neuer Schriften und so...

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Garamond 3

Some of the most popular typefaces in history are those based on the types of the sixteenth-century printer, publisher, and type designer Claude Garamond, whose sixteenth-century types were modeled on those of Venetian printers from the end of the previous century.

The Linotype version of Garamond from 1936 is based on the American Type Founders design by Morris Fuller Benton and Thomas Maitland Cleland, who based their work, in turn, on seventeenth-century copies of Claude Garamond’s types by Jean Jannon.

Garamond 3 has been popular since its release in the 1930s as an all-purpose text face, working superbly for books and for display uses as well.

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Zeigst du mir die Regular der Typoart Garamond, dann kann ich diese mit der Garamond 3 vergleichen, natürlich nur mit der digitalen LT-Version. Wann war der Erstguß der Typoart Garamond?

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Danke. Wow, sieht elegant aus, ohne prätentiös zu sein. Und unterscheidet sich deutlich von der Garamond 3. Und ist nicht so furchtbar bleich (fitzelig dünn) wie die digitale Garamond 3 Regular. Das ist aber wieder ein anderes Thema.

835_garamond3_1.jpg

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Die TypoArt-Garamond mager habe ich noch nicht hereinbekommen. Solche Neuschnitte (optimal: original verpackt) sind äußerst selten. Von der Garamond-Kursiv hatte ich vor etwas zwei Jahren schon einmal größere Schnitte und suchte seitdem Brotschriftgrade. Diese und Brotschriftgrade der Garamond halbfett habe ich nun und wir werden im Januar einen Zeichensatz andrucken mit feinen Linien-Stücken zwischen den einzelnen Lettern, damit man später beim Digitalisieren auch den Dicktenwert der Einzellettern erkennen kann. Den Tipp bzw. Voraussetzung zum Digitalisieren bekam ich seinerzeit von Andreas Seidel genannt. Mit der Korrex haben wir jetzt auch eine optimale Andruckqualität.

Die magere Garamond von TypoArt fehlt noch, sowohl in kleinen als auch in großen Graden. Aber das ist eigentlich immer nur eine Frage der Geduld.

Im Bleisatz wird heute allein wegen der noch möglichen Nachbestellungen zumeist die Garamond von Stempel verwendet. Aber die TypoArt Garamond-Kursiv ist schon ungewöhnlich schön, gerade auch wegen der vielen Varianten bei Einzellettern und der Ligaturen. Die als digitalisierten Font anbieten zu können, wäre doch wohl eine Bereicherung Eures Font-Marktes, was meinst Du?

Georg

PS: Die Hälfte der neu eingestellten Schnitte sind schon wieder verkauft :)

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Ja wie ist das denn mit den Typoart-Rechten? Darf man die denn digitalisieren? Hat Typoart irgendeinen Rechtsnachfolger?

Ach, das sollten lieber die Herren Digitalisierer beanworten. Ich glaube, Ralf weiß darüber auch Bescheid, oder, Ralf?

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>Bereicherung

Bestimmt, nur würde sich der Aufwand finanziell lohnen? Da müsste vorab ein Hype um das Typoart Phänomen stattfinden, oder? Darin sind die/wir Germanen ziemlich schlecht, im Hype erzeugen … und nicht nachzuäffen, hehe.

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Die Typoart Garamond gibt es doch auch digital:

https://www.myfonts.com/fonts/ef/garamond-no-5/

https://www.myfonts.com/fonts/urw/garamond-no-4/

Was die Typoart-Rechte angeht: Das ist ein extrem heißes Thema. Dazu äußere ich mich hier nicht öffentlich.

Aber es gilt natürlich wie immer: Der grafische Entwurf ist sowieso nie geschützt. Digitalisierungen sind IMMER möglich. Was geschützt ist, ist der Name (und alle Typoart-Schriften haben mittlerweile wieder eingetragene Marken) und eventuell die Software.

Ralf

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>Bereicherung

Bestimmt, nur würde sich der Aufwand finanziell lohnen? Da müsste vorab ein Hype um das Typoart Phänomen stattfinden, oder? Darin sind die/wir Germanen ziemlich schlecht, im Hype erzeugen … und nicht nachzuäffen, hehe.

Da kommen mir spontan eine ganze Menge Fragen auf.

- Ist es sehr falsch anzunehmen, daß sich die meisten der digitalisierten Schriften, die nicht von den bekanntesten Schriftgestaltern kommen, wirtschaftlich gesehen nicht rechnen? Entweder überhaupt nicht, sofern sie im Eigenvertrieb vermarktet werden oder halt nur für die Foundry, sofern eine bekannte die Vermarktung übernimmt?

- Hat TypoArt nicht längst eine treue Gemeinde und einen teilweise sogar legendären Ruf?

- Ist es positiv, einen Hype zu erzeugen? Im Sinne von "künstliche Begeisterung und somit Nachfrage wecken"? Ich meine eher: nein. Und somit auch nicht nachahmenswert. Daß dies so manche dennoch immer wieder versuchen, ist sicher richtig.

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