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Hervorgehobene Antworten

Hallo Forum,

Jos Buivenga hat die »Calluna« veröffentlicht und schreibt:

»Calluna is my first attempt to make a (serious) text typeface and it is the fruit of 1.5 years of work. Be sure to read more about it in the carefully designed Calluna PDF specimen (272 KB). Calluna comes in 8 styles: 5 weights and 3 italics. Calluna is spaced and kerned with Igino Marini's iKern service.

[…]

Calluna comes in 8 fonts: Light, Regular, Regular+Italic, Semibold+Italic, Bold+Italic and Black.

The regular is absolutely free.

Download Calluna at MyFonts.com«

i39268v210.png

Sind die Serifen nicht etwas eigenartig ?

u3149b210.png

Die Ligartur finde ich etwas sehr eigenwillig, wem es gefällt :/

n20518i210.png

Sind die Serifen nicht etwas eigenartig ?

Ich denke das ist Sinn und Zweck der Sache! Warum sollten die Serifen auch aussehen, wie bei jeder anderen Schrift? Ich jedenfalls finde die Schrift extrem gelungen!

Die Serifen folgen dem Grundsatz "so wie mit der Feder geschrieben". Zwar etwas stark ausgeprägt, aber man müsste sich das gedruckt in Lesegröße ansehen um es wirklich beurteilen zu können.

Ich hab sowas ähnliches in meinem Scriptum-Entwurf drin, nur nicht so extrem ausgeführt:

scriptum5.gif

Die Schmuckligatur find ich hübsch. Eignet sich natürlich nur als Verzierung in Titeln o.ä.

Insgesamt sieht die Schrift bis ins Detail sehr sauber ausgeführt aus (Formen, Zeichensatz, Opentype-Features). Ob sie dem Anspruch "a text face with display qualities" gerecht werden kann, stelle ich mal pauschal in Frage, so richtig gute Textschriften sind ja meistens recht hässlich sobald man sie vergrößert (nicht dass ich nicht auf den selben Irrpfaden unterwegs wäre).

Das iKern-Thema muss ich mir auf typophile nochmal genauer durchlesen - das Ergebnis sieht ja ziemlich gut aus, findet ihr nicht? Ich weiß zwar nicht, ob ich auf manuelles Kerning verzichten möchte (ich finde bei diesem recht meditativen Vorgang immer wieder auch Inkonsistenzen in den Zeichenformen die mir sonst entgehen würden), aber so die Technik funktioniert, könnte sie hin und wieder durchaus nützlich sein.

Ich finde auch, dass bei der Calluna die »geschriebenen« Serifen ziemlich deutlich sind, doch dies steht ihr gut. Bram de Does, der Schöpfer der Trinité hat dies 1982 ebenfalls gemacht. Siehe http://www.teff.nl/fonts/trinite/trinite.html. Im weitesten Sinn findet sich dieser Ansatz des Handschriftlichen in Druckschriften in der Holländischen Schule immer wieder. Gerrit Noordzij hat dazu ausführlich geschrieben, Buchtipp dazu: Gerrit Noordzij : The Stroke. Theory of writing.

Mir gefallen solche Details, solange sie nicht zu übertrieben ausfallen. Es ist ja gerade das Wesen der Mengensatzschriften, dass ihre Details in kleinen Schriftgraden verschwinden. Wenn sie dann in Displaygrösse neue Details zeigen, ist das für die Schrift insgesamt ein Gewinn.

Herzliche Grüsse

Christoph

Sie sieht nett aus, ich habe sie mir aber gedruckt noch nicht angeschaut. Die tropfenförmigen Abschlüsse in c, f, r und y passen allerdings nicht ins Gesamtbild.

Während die Schrift von De Does auf eine lange Erfahrung mit dem Schreibwerkzeug einer Feder zurückgreift und damit den ganzen Gestus der Trinité prägt kann ich dies bei dieser Schrift nicht entdecken. Natürlich sind viele Details dem Schreiben entnommen doch sie wirken nicht verinnerlicht. Es macht eher den Eindruck als verbringe der Gestalter die Zeit vor seinem Rechner habe aber auch mal eine Feder in die Hand genommen.

Die Kursive, die den Gestus einer Breitfeder am deutlichsten transportiert, wirkt hier farblos und erinnert mich mehr an Kursive aus der Bleisatzära denn an den der Breitfeder eigenen Gestus. Siehe zum Beispiel die Einläufe der Kursiven, die eher der Spitzfeder entnommen sind. Auch die Tropfenformen am c,s und f sind wenig mutig.

Die Schrift funktioniert sicherlich nicht schlecht. Ich finde sie allerdings wenig charakteristisch. Eines der vielen Schriftprodukte, die man von flotten Typedesignern angeboten bekommt. Das kann man bei Hans-Eduard Meyer oder eben Bram de Does wesentlich durchgearbeiteter, erfahrener und vor allem eleganter erleben.

Jos hatte doch überhaupt nicht den Anspruch, eine Schrift vom Schreiben her zu entwickeln. Im Gegenteil, er schreibt (u.a. auch heute auf iLT), dass er schlichtweg an Museo Serifen gesetzt habe, woraufhin ihm die »direction«, die sich logischerweise ergibt, wenn man an ein gebogenes Endstück ein Rechteck setzt, sehr gefiel. Nicht mehr und nicht weniger.

Wo da jetzt die Noordzij-sche Schule sein soll, verstehe ich nicht.

  • 2 Wochen später...

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