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Punkte hinter Titeln – typografischer Fehler?

Hervorgehobene Antworten

Ich gehe hier gerade ein paar alte Kundenmagazine durch zwecks Facelifting. Dabei habe ich festgestellt, dass sich hinter den ganzen Titeln jeweils ein Punkt eingeschlichen hat. Bisher habe ich nicht weiter darüber nachgedacht. Da wir jeweils in 3 Tagen ein solches Magazin erstellen, bleibt für Mikrotypografie nicht gerade viel Zeit.

Beispiele:

– DIE KONZEPTPHASE.

– EDITORIAL.

– STRUKTUR UND NAVIGATION.

– USABILITY TO GO. Eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten für erfolgreiche Benutzerführung.

Was haltet ihr davon. Ist das typografisch, resp. auch orthografisch korrekt? Oder ein absolutes No-Go?

das hat wenig mit typografie zu tun. das ist eher typisches werber-deutsch um jede headline noch ausdrucksstärker erscheinen zu lassen. in meiner exagentur war das so usus bei allen internen papieren, teilw. auch bei kunden-texten.

– USABILITY TO GO. Eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten für erfolgreiche Benutzerführung.

Da liegt doch vermutlich der Hase im Pfeffer, oder? Bei einem Konstrukt wie

– EDITORIAL.

ist der Punkt ja im Grunde doppelt gemoppelt. Die Kennzeichnung des Endes eines Satzes/Gedankens ist nicht notwendig weil durch die Formatierung des nächsten Eintrags absolut eindeutig ist, wie der Eintrag zu verstehen ist. Wenn es dann aber noch quasi einen Untertitel gibt, dann würde ich persönlich zumindest den Punkt vermissen, weil zwischen dem Haupt- und Untertitel unterschieden werden muß. Das kann man sicher durch deutliche Unterschiede in der Gestaltung lösen, der Punkt löst aber das Problem. Ich persönlich würde die Punkte bei den Einzeleinträgen weglassen und bei den oben hervorgehobenen Eintrag einfügen.

Ganz nebenbei und völlig OT: TrentBarton, eine der Firmen des ÖPNV hier in Nottingham hat gerade eine Werbekampagne gestartet, die die Wirksamkeit des Punktes meines Erachtens extrem gut aufzeigt. Beworben wird eine direkte Busverbindung von Derby nach Nottingham mit dem folgenden Slogan:

From.Derby.to.Nottingham.without.all.the.stops!

Schöne Idee die m.E. extrem gut funktioniert.

Grüße,

Christian

  • Ersteller

Wenn es dann aber noch quasi einen Untertitel gibt, dann würde ich persönlich zumindest den Punkt vermissen, weil zwischen dem Haupt- und Untertitel unterschieden werden muß.

Nun, den visuellen Unterschied gibt es ja bereits. Siehe Bild:

b1d6d9c703ce98a6d331cb6f2f3fcf82.jpg

Die Seitenzahl fällt übrigens jeweils weg.

und ja, ich weiss... Typografie ist unbearbeitet, kein Kerning ... DIN als Lauftext, schlimm ich weiss. Aber es geht hier lediglich um Punkte oder eben nicht Punkte. Optisch stören sie mich sehr und auf Werberdeutsch gebe ich ehrlich gesagt einen *** **.

Aha, da steckt aber neben der deutlichen gestalterischen Unterscheidung auch ein Umbruch drin. Das macht die Punkte dann vermutlich komplett überflüssig.

  • Ersteller

Sehr schön, danke dass ihr euch Zeit genommen habt.

Dann lassen wir die Punkte mal an den Satzenden, da wo sie hingehören.

Oder in Werbekampagnen wie:

From.Derby.to.Nottingham.without.all.the.stops!

was im deutschsprachigen Raum auch nicht sauber funktionieren würde. Soviel ich weiss steht im Englischen der . auch für Full-Stop.

oder

like.no.other™

Ich konnte auch in keinem anderen Magazin was vergleichbares finden. Interessantes Phänomen mit diesen Werbetextern...

Grüüüs

Roman

dazu mal eine andersherumme Frage:

Gehört hinter den Titel ein Punkt, wenn der Titel selber ein ganzer Satz ist?

z. B.:

Übe Geben und Annehmen im Wechsel.

Punkt oder nicht? Darf man den Punkt überhaupt weglassen?

Der Autor möchte das gerne.

Was meint ihr?

Gerd

Nach Wikipedia wird nach Überschriften kein Punkt gesetzt (das kommt angeblich aus dem Duden). Das sollte dann ja auch für Überschriften/Titel gelten, wenn sie einen ganzen Satz repräsentieren.

Ich würde allerdings auch hier wieder argumentieren, daß der Titel normalerweise immer derart abgesetzt ist (räumlich und gestalterisch), daß der Abschluß nicht extra durch einen Punkt angezeigt werden muß.

Ich bin halt Naturwissenschaftler, ich mag Argumente lieber als stur den Duden zu zitieren

Grüße,

Christian

als geisteswissenschaftler würde ich sagen, dass eine überschrift kein satz ist und deswegen nicht eines punktes bedarf. im gegensatz zu fußnoten oder literaturangaben zum beispiel.

Und hier ist nun der aktuelle Beitrag der Regierungsparteien zu diesem Thread:

2ufykr6.png

In Nottingham würde das wohl nicht so besonders gut ankommen: Growth stop Education stop Cooperation stop – oder seh ich das falsch?

Gott sei Dank darf man sich auch zu Politiker-Papieren hierzulande noch seine typografischen Gedanken machen!

:tuschel:

Nach Wikipedia wird nach Überschriften kein Punkt gesetzt (das kommt angeblich aus dem Duden)

Das ist eine amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung (zitiert nach Duden, 22. Auflage):

§ 68 Nach frei stehenden Zeilen setzt man keinen Punkt

Dies betrifft unter anderem

(1) Überschriften und Werktitel (etwa von Büchern und Theaterstücken, Werken der bildenden Kunst und der Musik, Rundfunk- und Fernsehproduktionen) [...]

(2) Titel von Gesetzen, Verträgen, Deklarationen und dergleichen sowie Bezeichnungen für Veranstaltungen [...]

(3) Anschriften und Datumszeilen sowie Grußformeln und Unterschriften etwa in Briefen [...]

ich hätte es so gelöst:

Wer sagt das jetzt ...? (denkt euch bitte die elipse)

- Angela

- Guido

- Horst (<- ich bin ein alphanumerikfetischist)

  • Ersteller
Das ist eine amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung (zitiert nach Duden, 22. Auflage):

Tja, danke für die Recherche. Nun kann ich das sogar belegen, falls es bei der Geschäftsleitung Diskussionen gibt. :!:

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