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Verständnisfragen zum PS- und TT-Hinting

Hervorgehobene Antworten

Ich befasse mich gerade mit dem hinten einer größeren Font-Familie, und bin bei meinen Recherchen zum Thema auf zwei Fragen sitzen geblieben:

1. Habe ich das richtig verstanden; TT-Hinting hat mehr Möglichkeiten detaillierter zu hinten, und baut in der Regel auf ein vorrangegangenes PS-Hinting auf. Wenn ich nur auf *.otfs abziele, macht ein TT-Hinting garkeinen Sinn?

2. Wenn ich Alignment-Zones ordentlich erstellt habe, und sie Stems richtig bestimmt, und nach einem Autohinting in Fontlab noch Glyphen ohne "kleines, grünes 'H'" bleiben, sind sie dann wirklich UNgehintet?

Wenn mir die Pixel-Umsetztung der entsprechenden Zeichen gefällt, besteht ja eigentlich keine Notwendigkeit an den Darstellungsrichtlinien etwas zu ändern. Sehe ich das richtig? Oder sollten aus irgendeinem Grund idealerweise alle Glyphen ein grünes 'H' haben?

Vielen Dank schonmal im Voraus für die Infos.

Viele Grüße, Mau

  • Ersteller

Vielen Dank schonmal dafür! Da werden in der Tat einige Sachen sehr gut beleuchtet.

Leider habe ich aber immer noch nicht herausgefunden, ob es Sinn macht TrueType-Hinting zu erstellen, wenn man auf *.otfs hinauswill. Habe ich das richtig verstanden, dass in *.otfs garkeine TrueType-Hints verarbeitet werden?

Warum willst Du denn »auf OTF hinaus«?

Die meisten Typedesigner gestalten zumindest erst einmal mit PostScript-Kurven und die Erstellung von OTFs liegen dann auf Hand, da keinerlei Konvertierung nötig ist.

Ob Du am Ende TTF, OTF oder beides willst, hängt davon ab, wo der Font eingesetzt werden soll. OTF ist immer noch eher das Druckformat, TTF ist noch immer das Bildschirm-taugliche Format. Wobei die Grenzen fließend sind. OTF geht auch am Bildschirm und TTF auch im Druck.

(siehe auch nochmal hier: http://www.typografie.info/2/entry.php/15-Mythos-OpenType )

Die Hinting-Daten von TTF und OTF sind nicht austauschbar. Ein OTF kann also natürlich kein TrueType-Hinting enthalten. Ohne näher zu wissen, was du da für einen Font erstellst, kann man aber auch wenig Tipps geben, was für ein Hinting geeignet oder nötig wäre.

  • Ersteller

Sehr vielen Dank, Ralf!

Ich will nicht unbedingt auf OTFs raus, aber dort wo die Schrift dann lizensiert wird, ist OTF das Standardformat, und ich will mir nicht unnötig viel Arbeit mit TT-Hinting machen, wenn das hinterher verpufft, weil es in OTFs nicht zum tragen kommt.

Die Schrift soll (wenn's nach mir geht) in erster Linie im Print ihre Anwendung finden, aber sie wird eben käuflich/bzw. lizensierbar sein, und ist eine Serifenbetonte die auch Fließtext können soll.

  • Ersteller

:-D

Alles klar, danke für Rat.

  • Ersteller

Ich bin doch noch auf ein Problem bzw. eine Frage bezüglich des Hinting in Fontlab gestoßen:

Ich habe jetzt die h- und v-stems und die Alignment Zones ordentlich angelegt, und das ganze Type 1-autogehintet.

Manche Glyphen bekommen nun das kleine grüne 'H', manche bekommen nix, und manche ein kleines rotes 'H'. Letzteres ist ein Zeichen für overlapping Hints, die von Hand entfernt werden müssen.

Beim Durchsehen habe ich aber festgestellt, dass auch Glyphen, die zuvor NICHT mit rotem 'H' gekennzeichnet waren, overlapping Hints aufweisen.

Meine Frage: Müssen auch diese korrigiert werden (das wären ziemlich viele), oder sind overlapping Hints nur dann ein Problem, wenn die Glyphe mit rotem 'H' markiert ist?

Naja, Hinting ist vor allem ein visueller Prozess. Also weniger auf die Icons achten, als auf die tatsächliche Darstellung der Fonts in verschiedenen Größen.

Das geht in FontLab selbst:

Hinting.jpg

Und natürlich nach Export des Fonts in verschiedenen Programmen und Betriebssystemen.

Umfassend erklärt auch nochmal hier:

http://scripts.sil.org/cms/scripts/page.php?item_id=NotesOnHintingWithFL

  • Ersteller

Danke Ralf, der Link ist gut, aber hat meine Frage leider auch nicht beantworten können.

Ich weiß, was hinting ist, und das ist natürlich eine visuelle Aufgabe mit einzige, Hinblick auf das visuelle Ergebnis.

Ich habe nur nicht verstanden, ob es grundsätzlich problematisch ist, wenn sich Type 1-hints überlagern.

Gestern Abend habe ich dafür aber vermutlich die Antwort gefunden (in Leslie Cabargas "Learn FontLab fast"):

Replacement hints können bestimmen, welcher von zwei übereinenaderliegenden hints z.B. bei einem Versal-B zum oberen Bogen, und welcher zum unteren Bogen gehört. Damit sind overlapping hints möglich, und vermutlich zeigen die roten 'H'-Icons die overlapping-Probleme an, die man mit manuell gesetzten replacements lösen kann.

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