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Schrift zum Layouten

Hervorgehobene Antworten

Hi, ich bin neu hier im Forum und echt happy hier einige Fachleutchen zu treffen. Da ich noch nicht lange selbständig bin habe ich eine grundsätzliche Frage. Wie macht ihr das so, beim Layouten für neue Projekte möchte ich auch gerne mal Schriften probieren, die ich nicht besitze. Man kann ja nicht gleich alle Schriften kaufen, gerade wenns dem Kunden dann gar nicht zusagt. Bei den Bildern kann man ja auch erst verschiedenes ausprobieren und erst bei der Reinzeichnung die benötigten Bilder kaufen. Bin gespannt wie ihr das so macht.

Grüsse Seni

Hallo Seni,

willkommen hier im Forum :-)

Zu Deiner Frage: Es kommt darauf an! Im optimalen Fall habe ich die Schrift, die ich einsetzen möchte, in meinem Schriftenschatzordner, in dem ich alle Schriften, für die ich Lizenzen gekauft habe, verwahre. Oder es handelt sich um einen Freefont, der in seiner EULA die Verwendung für kommerzielle Zwecke ausdrücklich erlaubt (Diese Schriften verwahre ich in einem zweiten Ordner, damit ich den Überblick über meine Sammlung behalte).

Wenn Du eine Schrift verwenden möchtest, die Du nicht besitzt, dann gibt es drei Möglichkeiten:

1) Schrift auf eigene Kappe kaufen, wenn Du glaubst, dass Du sie auch für andere Projekte noch einsetzen kannst (solche notwendigen Investitionen sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man den eigenen Stundensatz festlegt)

2) Dem Kunden ein Schriftmuster vorlegen (Man kann bei den meisten Schriftenverkäufern einen Testtext setzen) und anregen, dass der Kunde den Kauf der Schriftlizenz finanziert (da ja für ihn damit gearbeitet wird. Sehr wichtig in diesem Fall: Wenn der Kunde dann auch selber mit der Schrift arbeiten möchte, muss er für sich eine separate Lizenz der Schrift erwerben.)

3) Kollegen fragen, ob diese die Schrift besitzen, und bei positiver Antwort um das Setzen eines Testtextes bitten, der Dir dann in Pfade konvertiert ausgehändigt wird, so dass Du ihn in Dein Layout einsetzen kannst.

Ein persönlicher Tipp: Als ich mit der Selbstständigkeit anfing, habe ich es mir gleich zu Anfang zum Prinzip gemacht, einen Teil des Honorars für jedes abgeschlossene Projekt in ein Fachbuch zu investieren. Bei einem großen Job gab es ein großes dickes, fein gebundenes Fachbuch, bei kleinen Projekten ein preiswertes Taschenbuch. Das habe ich so lange eisern durchgezogen, bis ich eine gute Grundlage an Fachliteratur zusammen hatte. Und dann bin ich dazu übergegangen, das gleiche Prinzip mit Schriften fortzusetzen. Bei großen Jobs habe ich mir eine ganze Familie geleistet, bei Minijobs eine kleine preiswerte Displayschrift oder den erschwinglichen ausgewählten Schnitt einer begehrten Schriftfamilie. Wenn man das diszipliniert durchhält, dann hat man ziemlich schnell einen guten Grundstock an Schriften zusammen.

Außerdem sehr empfehlenswert: Den Thread mit der Freefontliste hier im Forum regelmäßig verfolgen – da werden wirklich schöne Schriften vorgeschlagen, die das Budget nicht belasten.

Viele Grüße

Kathrin :-)

Bearbeitet ( von Kathrinvdm)

Als Ergänzung zu Kathrins Ausführung:

Ich bin natürlich kein Designer und benutze Schriften nur für nicht-kommerzielle Projekte, ich habe aber extrem gute Erfahrungen mit Anfragen bei Schriftdesignern gemacht. Eines der Paradebeispiele ist hier Herr Štorm, der hat mir völlig Sang- und Klanglos auf Anfrage die komplette Anselm-Sans-Pro-Familie zum ausprobieren zur Verfügung gestellt. Er wollte dann daß ich sie ggf. nach zwei Wochen von meinem System lösche. In dem Fall habe ich sie gekauft, es hat also für beide Seiten bestens funktioniert.

Ich könnte mir aber gut vorstellen daß sich dies auch bei kommerziellen Projekten manchmal machen läßt. Wenn man das Gefühl hat eine Schrift sei für ein Projekt gut geeignet und man könnte sie für ein mock-up quasi leihen um den Kunden vom Kauf zu überzeugen, dann haben ja im Grunde alle etwas davon. Man muß dann natürlich auch wirklich verantwortungsbewußt sein und sie hinterher löschen. Oftmals genügt ja ein Schnitt um einen Eindruck zu bekommen; wenn es funktioniert kauft man die ganze Familie. Wenn man eh nur einen Schnitt möchte, dann kann man, wenn es nicht gerade der Ferrari unter den Schriften ist, ja auch durchaus selber mal in die Tasche greifen (wie schon von Kathrin ausgeführt).

Grüße,

Christian

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