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Nicht Punze, sondern ... Aperture?

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Gast Peter Glaab

Ich suche den dt. Begriff für die nichtdruckenden, teilweise von Bögen eingeschlossenen Buchstabenbereiche. Im Englischen heißt der Fachbegriff »aperture« (The Typographic Desk Reference). Gibt’s dafür eine hiesige Übersetzung?

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Ich fürchte, das ist auch schon Englischen schwammig. Wörtlich heißt es ja sowas wie »Öffnung« und so würde ich es auch benutzen: http://www.fontshop.com/education/pdf/typeface_anatomy.pdf

Also nicht bezogen auf die Fläche, sondern auf die Größe der Öffnung der Punze/des Binnenraums.

Aber wenn ich jetzt gerade danach google finde ich auch jede Menge Beispiele, wo damit jede »offene Punze« gemeint ist.

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Gast Peter Glaab

In »Anatomie der Buchstaben« wird diese Öffnung der Punze zugeschlagen (»Punze (Counter): teilweise oder vollständig eingeschlossene Binnenfläche«). In keinem deutschsprachigem Fachbuch, das ich zur Hand genommen habe, gibt es einen eigenen Begriff wie aperture. Ich bleibe dann der Einfachheit halber erst mal bei Punze mit Öffnung.

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  • 2 Monate später...

Vielleicht sollte man sich vor Augen führen, woher die deutschen Begriffe für diese Teile eines Buchstabens eigentlich kommen.

Sie stammen in der Regel aus der Zeit in der man die Stempel noch von Hand aus einem Stück Stahl Geschnitten hat. (Wobei ich mir persönlich kaum vorstellen kann, welch eine unglaubliche Mühe es macht, den kompletten Buchstaben Satz einer Diamant, brillant oder Nonplusultra (4,3 oder 2 Punkte Schrift) von Hand zu schneiden)

Hierbei war es natürlich einfacher aus dem Stück Eisen die außen Konturen zu schnitzen, als in die Stirnfläche des Stempels Vertiefungen hinein zu graben. Also hat man mit dem Innenformen der Buchstaben, die ja auch bei mehreren Buchstaben wiederkehren (zum Beispiel n und h) quasi negative Stempel geschnitten und gehärtet, die man dann in den eigentlichen Buchstabenstempel einschlagen konnte. Hierbei spielt es natürlich keine Rolle, ob dieser Innenraum anschließend aufgeschnitten wird oder vollständig umschlossen bleibt. Eine Punze bleibt eine Punze, wie dieser Hilfsstempel bezeichnet wird, der in etwa einem Körner entspricht.

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  • 1 Jahr später...

Der "Zwischenraum"   von einem  n  wird Binnenraum genannt. Er zählt nicht zu den Punzen da er nicht umschlossen ist. Binnenraum kann man am Einfachsten mit einem U erklären. Ein Schiff kann im Binnenraum des U eine Wende fahren. So wurde mir es beigebracht, so steht es in der Fachliteratur die mir in die Hände gekommen ist. 

 

 

Als kleines Schmuckelement: Es gibt den schönen Spruch "Meine Freundin ist schwanger. Sie bekommt jetzt eine Punze."

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Der "Zwischenraum"   von einem  n  wird Binnenraum genannt. Er zählt nicht zu den Punzen da er nicht umschlossen ist. Binnenraum kann man am Einfachsten mit einem U erklären. Ein Schiff kann im Binnenraum des U eine Wende fahren. So wurde mir es beigebracht, so steht es in der Fachliteratur die mir in die Hände gekommen ist. 

 

 

 

Wer hat dir das "beigebracht"?

 

„… Punzen heißt man die Leerräume innerhalb des Buchstabenbildes, weil der Stempelschneider ihre Form und Größe ursprünglich durch das Einschlagen eines Stahlstiftes (einer Punze) bestimmt hat …“

 

(Quelle: Das Setzerlehrbuch von Josef Käufer, Otto Blersch Verlag, Stuttgart, 1956)

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Der "Zwischenraum"   von einem  n  wird Binnenraum genannt. Er zählt nicht zu den Punzen da er nicht umschlossen ist. 

 

 

 

Belehrt hat dich niemand. Nur die oben zitierte Aussage von dir ist nicht richtig.

 

Der Binnenraum eines Buchstabens ist eine Punze. Auch wenn ich diesen als Binnenraum bezeichnen kann.

 

Dies steht nicht im Widerspruch zu dem von Ralf zitierten Artikel. 

 

Übrigens auch in neuen Fachbüchern wird der Binnenraum eines Buchstaben als Punze bezeichnet.

 

„Punze (Counter): teilweise oder vollständig eingeschlossene Binnenfläche.“

 

Karen Cheng, Anatomie der Buchstaben, Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2005:

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