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Hervorgehobene Antworten

Hallo,

heute brauche ich Hilfe von den historisch Bewanderten. Es geht um die historisch möglichst richtige Rekonstruktion eines alten Gildezeichens (um 1700 bis 1800, Niederschlesien), was aber nur auf einem Kupferstich zu sehen ist. Dort erscheint es auf einem schräg stehenden Buchdeckel. Die Zeichen 4, S und G sind dort ineinander verwoben.

Das Problem:

Die Rekonstruktion gelingt mir nicht, weil der Kupferstecher die Perspektive nicht richtig wiedergegeben hat. Setzt man die 4 gerade ist der Rest total verzerrt. Man sieht schon auf dem Original, dass sich S und G nicht auf die Ebene des Buchdeckels legen. Obendrein liegt die Vorlage in miserabler Qualität vor.

Also: neu machen.

Nun ergeben sich mir mehrere Fragen:

1) Mit welcher Schrift solte man hier zu Werke gehen?

2) Ist die Form des "G" nicht völlig untypisch, mit der dünnen Serife oben und dem dicken Aufstrich samt dicker Serife unten?

3) Ist die geschwungene Form des "S" ganz ohne Serifen nicht auch ganz untypisch?

4) Ist das am Ende des Querstriches bei der "4" eine "Monster-Serife fern ab der Heimat" oder Mückendreck?

Ich bin für Rat dankbar.

post-19297-1355407940,9227_thumb.jpg

Ist das überhaupt eine 4? Könnte auch eine 1 und ein Є sein …

vz886.png

  • Ersteller

Du hast Recht, es ist wahrscheinlich gar keine 4. Aber eine 1 und ein Є sehe ich nicht. Wahrscheinlich geht es mehr in die Richtung der Grafik hier. Ich habe leider keine Ahnung von diesen alten Zeichen.

post-19297-1355407941,0084_thumb.jpg

Nachdem S und G schief sind, könnte die 4 aber auch ein A sein.

Ich denke bei einem solchen Zeichen zuallererst an ein Monogramm eines Kupferstechers und habe deshalb bei Nagler, Monogrammisten nachgesehen und dort prompt ein ähnliches Zeichen gefunden. Es ist zu sehen bei

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/1402308 in der Mitte der Seite, Nr. 4099

und stellt die Druckermarke des Jenaer Druckers Georg Senzenwald dar. Da in der Graphik das Zeichen auf einem Buch dargestellt ist, denke ich dass damit das Rätsel gelöst ist.

Wolfgang

  • Ersteller

Vielen Dank für die Mühe.

Es sollte sich entweder um eine Zeichen der Steinmetze handeln oder um eines der Tuchhändler in Hirschberg, Niederschlesien. Man datiert den Kupferszich auf die Mitte des 18. Jahrhunderts.

Da es sich um die Zuarbeit für einen Historiker handelt, bleiben mir nur durch das Bild zu viele Fragen offen.

Dennoch: Vielen Dank vor allem an Zainer.

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