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Hervorgehobene Antworten

Genau, für Schriftgestalter, Typografen und Kommunikationsdesigner ist diese Ausstellung Zeitverschwendung. Sie ist eher etwas für Konzeptkünstler, also für solche die ihre Botschaft zwar für sich selbst visualisieren können, aber nicht so, dass Anderen diese Botschaft ohne ein Prozess der Auseinandersetzung begreifen können. Auch das handwerkliche Können wird von solche Konzeptkünstler meistens gescheut, geht es doch zuerst um das Konzept. Und genau das macht solche Kunst schwierig für uns Schriftgestalter, Typografen und Kommunikationsdesigner: In unsere Berufspraxis sorgen wir täglich dafür, dass unsere Kunden ihre Botschaften kommunizieren können. Es ist eben dieses bewusste und konzeptionell verankerte nicht-können warum die ausgestellte Arbeiten uns so auf die Palme bringen kann …

Wenn wir den Titel »Typosphäre« etwas genauer analysieren merken wir leider, dass diese Flagge die Ladung nicht deckt. Um »Typen« geht es hier in diese Ausstellung gar nicht, weil »Typen« eben angewandte Kunst sind und keine freie, geschweige sinn-freie Kunst.

Danke für den Hinweis. Dann kann ich mir einen Besuch wohl sparen.

Naja, auf allein das Urteil der Herrn Beinert möcht ich mich dann auch nicht verlassen.

Konzeptkünstler ist eine sehr höfliche und etwas hochgestochene Bezeichnung für die Ausstellenden. Der Pressetext jedenfalls bewirbt anderes.

Heutzutage scheint mir der Zeitgeist vieles für ausstellungswürdig zu halten, was früher den jeweiligen Schöpfern wegen des verbrechens von Pseudokunst um die Ohren gehauen worden wäre.

Diese Kunstproduktion auf dem Niveau und aus dem Geist des Unterrichtsfaches «Kunsterziehung» scheint weitestgehend als zeitgenössisch, modern und jung anerkannt. Hier in Dresden kann man sowas seit einigen Jahren bei der http://www.ostrale.de/de/ostrale/de_ostrale.html begutachten.

Werke, die nie im Feuer der Abstraktion geläutert wurden, aber genau so aussehen, werden natürlich von vielen Betrachtern als Behauptung empfunden und abgetan.

Nicht jeder ist ein Carl Friedrich Claus.

Und wenn die Galerie im Turm eine Behauptung in den Raum stellt, die sich als unwahr entpuppt, dann liegt das vielleicht auch den Mitorganisatoren aus Taiwan. Wobei es durchaus gute Sachen zum Thema aus Taiwan gibt, welche sich auch dem der chinesischen Schriftzeichen Unkundigen erschließen.

Apropos Ostrale:

Mit der OSTRALE`012 befaßt sich das Festival in seinem sechsten Jahr mit der Frage der Verortung kreativer Impulse in einem zeitlichen, räumlichen und kulturellen Kontext. “homegrown”, das selbst Angebaute, Gezogene, gibt im Kontext eines internationalen Kunstfestivals vielfältige Bezüge frei. Die Kunst, als eigenständig Geschaffenes, als originär autonome Entäußerung, steht immer auch im Spannungsfeld der jeweils eigenen Kultur, der nationalen, regionalen und lokalen, kulturellen, politischen und sozialen Gegebenheiten, Traditionen und Entwicklungsgedanken. Wie ordnen sich zeitgenössische, kreative Impulse, die immer auch Veränderung und nicht Bestätigung des Bestehenden zum Gegenstand haben, in dieses Spannungsfeld ein?

Großartiger Text! Hauptsache es klingt bedeutsam intellektuell ...:mrgreen:

War nicht in die Ausstellung, habe das Buch zur Ausstellung mit dem gleichen Titel gekauft. http://www.amazon.de/Typographie-Terrors-Plakate-München-1933/dp/3868283129/ Es lohnt sich; viele der abgebildete Plakate waren jahrelang im Giftschrank gelagert. Aber das was politisch nicht korrekt ist, kann aus gestalterischer und historischer Sicht natürlich schon interessant sein. Und es wird klar, wer alles mit den Wölfen geheult hat und in welchen Zusammenhängen. Nicht alle konnten / wollten damals in die „Innere Migration“ oder ins Ausland flüchten … Ein dunkles Kapitel was bisher nicht ausreichend aufgearbeitet worden ist, glaube ich. Das Buch will nicht nur Gruselkabinett sein und liefert sehr viel Hintergrundinformationen.

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