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Umlaute in US-English

Hervorgehobene Antworten

Hallo,

bin gestern Abend bei der Lektüre einer US-Fachliteratur von 1909 über Umlaute gestolpert – sind das alte Schreibweisen oder gibt es das noch heute? Obwohl ich viel mit englischen Texten zu tun habe, war dies der erste Fall von »englischen« Umlauten für mich.

5789 CONFIG

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Das Trema wird hier keinen Umlaut, sondern eine Diärese anzeigen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Trema

Und auf der englischen Seite dann:

The diaeresis was borrowed for this purpose in several languages of western and southern Europe, among them Occitan, Catalan, French, Dutch, Welsh, and increasingly uncommonly in English.
gibt es das noch heute?

Kommt drauf an. In als englischsprachig empfundenen Wörtern, die keine Eigennamen sind, gelten Schreibweisen mit ¨ als »archaisch«, also veraltet. Bei Eigennamen sehen viele Schreiber das offensichtlich anders. Frischgebackene Eltern zanken sich im englischen Sprachraum z.B. regelmäßig mit Krankenhaus- und Behördenpersonal, damit Zoë und Chloë auch ja »richtig« (also mit ¨) begeburtsurkundet werden.

Außerdem ist der Enthusiasmus von Markennamenausdenkern für das ¨ anscheinend ungebrochen. Als eine klamme Kommune in meiner weiteren Umgebung vor ein paar Jahren ein Skigebiet verkaufte, musste für das bis dahin einfach nach dem dazugehörigen Berg benannte Gebiet ein »richtiger« Markenname gefunden werden. Seitdem heißt das Gebiet Snö Mountain. Das erste Wort wird wie snow ausgesprochen. Das Trema hat dabei durchaus auch phonetische Bedeutung. So kann es passieren, dass man – besonders bei Vertretern der Kreativbranche™ – Visitenkarten sieht, auf denen vor der Telefonnummer fön steht (entweder, weil phone nicht hin gepasst hat oder das so eben kewler aussieht). Das Trema zeigt dann an, dass der Vokal lang ausgesprochen wird.

Man kann im Verschwinden des Tremas in Schreibungen wie coöperate übrigens durchaus eine Parallele zum Niedergang des ſ im Deutschen sehen. Anscheinend war der Schreibgemeinde der Nutzen, die Wortfuge zu kennzeichnen, den Aufwand des Tremaschreibens bzw. -druckens nicht wert. Ist eine Kennzeichnung zur Vermeidung von Missverständnissen notwendig, wird heute wie im Deutschen auf den Bindestrich zurück gegriffen. So wird das Wort für Genossenschaft meist co-op geschrieben, um es vom Hühnerstall (coop /kuːp/) zu unterscheiden.

Ich habe mal sehr gestaunt, als ich in einem amerikanischen Hiphop-Magazin vom "über-producer Dr. Dre" las.

Bei Fremdworten (aus englischer Perspektive) werden Umlaute übernommen.

... Visitenkarten sieht, auf denen vor der Telefonnummer fön steht (entweder, weil phone nicht hin gepasst hat oder das so eben kewler aussieht). Das Trema zeigt dann an, dass der Vokal lang ausgesprochen wird.

Im Deutschen und bei Konsonanten war dafür ja mal ein Makron zuständig, während es beim Vokal u der Unterscheidung zum n in Sütterlin & Co. dient.

Von daher war ich bei einem Ladenschild in KA am Rätseln, bei dem der selbe Wortstamm "fon" mit Makron über dem o verziert war ... leider habe ich es nie geknippst und ich meine, es wäre inzwischen ausgetauscht ...

Auflösung: Da es ein Frisör war, sollte das wohl fön heißen ... Genau umgekehrt zu Deinem Bsp. also

Wird das Makron als Verlängerung außer ehedem bei deutschen Konsonanten noch anderswo verwendet?

... Parallele zum Niedergang des ſ im Deutschen sehen.

... womit eine Forumstheorie bewiesen wurde, das jede Diskussion zu jedem Thema beim ſ und/oder [sZ][/sZ] endet ;-)

Wird das Makron als Verlängerung außer ehedem bei deutschen Konsonanten noch anderswo verwendet?

Im Spanischen hat das Tilde die gleiche Funktion: ñ ersetzt nn. Normalerweise ist es geschwungen, aber beispielsweise in den spanischen Verkehrsschriften wird es auf den ursprünglichen geraden Strich reduziert. So kann das Tilde zum Makron werden:

http://www.flickr.com/photos/ralf_herrmann/2745858305/

Zuletzt hier noch ein paar schöne deutsche Beispiele:

http://www.flickr.com/photos/bibendum41/152026012/

http://www.flickr.com/photos/moshdesigner/2857668228/in/faves-68178950@N08/

http://www.flickr.com/photos/mickythepixel/5431319842/in/faves-68178950@N08/

Johannes Steil pointed me at Frank Grießhammers website where you may find another example of Milchsam(m)elstelle. The pictures change position all the time, so I cannot tell exactly where to look … I thought that making this kind of abbreviations had already become obsolete in the 16th century. This example show that, at least in case of m, this kind of abbreviations have been used until the first half of the 20th century …

http://www.frgr.de/portfolio/vernacular/

Interessantes h ...

Sieht fast so aus, als wäre der Maler schon dabei gewesen, ein k zu schreiben, hat aber im letzten Moment noch die Kurve gekriegt ... ;-)

Hmm … das M sieht aber mehr nach dem London-Olympics Logo aus, als nach einem Fraktur M.

Wird das Makron als Verlängerung außer ehedem bei deutschen Konsonanten noch anderswo verwendet?

Ja, für Vokale. Das ist sogar die Hauptfunktion des Makrons in den Sprachen, in denen es regelmäßig verwendet wird. Das steht schon alles hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Makron

Wobei es sich bei m̅/mm, n̅/nn etc. im Deutschen eigentlich nicht um lange – also lang ausgesprochene – Konsonanten handelt. (Echte lange Konsonanten gibt es tatsächlich, aber sehr selten und dann wohl eher in nichteuropäischen Sprachen.)

... womit eine Forumstheorie bewiesen wurde, das jede Diskussion zu jedem Thema beim ſ und/oder [sZ][/sZ] endet ;-)

Deswegen habe ich’s ja geschrieben! :mrgreen:

"über-producer Dr. Dre" …

Bei Fremdworten (aus englischer Perspektive) werden Umlaute übernommen.

Zunächst. Hat sich das Wort dann in der Alltagssprache halbwegs etabliert, werden die Pünktchen mehr und mehr weggelassen. Siehe http://en.wiktionary.org/wiki/uber.

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