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Formprinzip: geometrische Antiqua

Hervorgehobene Antworten

Kennt jemand die Schrift die laut Indra Kupferschmid eine geometrische Antiqua (mit Serifen und Strichkontrast) ist?
Wo kann ich diese Schrift erhalten?

Gibt es noch andere Beispiele die in diese Gruppe passen?

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  • Ersteller

Mmmh, ist ja gar nicht so leicht. Eine geometrische Schrift zeichnet der nicht vorhandene Strichkontrast aus. Aber eine Antiqua hat Strichkontrast. Wie die Geotica in Extremen, oder?

Eine geometrische Schrift zeichnet der nicht vorhandene Strichkontrast aus. 

 

Nicht zwangsläufig. Das geometrische bezieht sich auf den generellen Aufbau des Skeletts bzw. der Umrisse. 

Das kann man theoretisch auch mit Strichstärkenkontrast kombinieren. Es kommt aber kaum ein ansehnlicher Font dabei raus. Daher hat Indra da auch zu so einem hässlichen Entlein greifen müssen.

Dass man die Matrix so wie oben stehend aufstellen kann, heißt ja noch nicht, dass jede Zelle mit hinreichend vielen Fontbeispielen füllbar ist. 

Herbert Bayer hat eine solche Schrift für Berthold entworfen: Die Bayer-Type. Ähnliche Schriften gibt es in viele der Vorlagen für Schildermaler bis in den 1950er Jahre.

Die in Indra’s Übersicht gezeigte Schriften heißen alle so, wie sie da geschrieben sind. So auch die FutuRoman, sie ist eine Schrift von Tomi Haaparanta, die er 1995 für das FUSE-Projekt von FontShop gestaltete. Am besten mal bei FontShop nachfragen wie Du an die Schrift rankommst.

  • Ersteller

Vielen Dank für die tollen und ausführlichen Antworten!
Habe was dazu gelernt und schau mir mal die anderen Schriften dazu auch noch an.

Eine mehr oder weniger geometrische Anmutung hat beispielsweise die Candida:

 

Die Kategorie „geometrisch“ in der Willberg-Klassifikation ist allerdings in meinen Augen nicht sehr sinnvoll. Ob eine Schrift geometrisch ist (wobei man zwischen geometrischem Charakter und tatsächlichem Aufbau aus geometrischen Grundformen unterscheiden muß), ist in meinen Augen ein Merkmal, das unabhängig von der Einteilung einer Schrift als statisch oder dynamisch ist. Es gibt sowohl statische als auch dynamische Schriften mit geometrischer Anmutung. Man müßte also bei der Einordnung von Schriften meiner Meinung nach sowohl die Formgebung einer Schrift (organisch, geometrisch) als auch die Dynamik (statisch, dynamisch) getrennt voneinander als zwei unabhängige Eigenschaften berücksichtigen.

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