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Typografie: Bibelstellen zitieren

Hervorgehobene Antworten

Wie setzt man typografisch korrekt:

1. Variante: Lk 16,9–12 (Lukas, Kapitel 16, Vers 9 bis Vers 12)

 

2. Variante: Lk 16, 9–12 (Lukas, Kapitel 16, Vers 9 bis Vers 12)

 

es heisst ja auch eher:

 

1. Variante: Gen 12,1–50,26 (Genesis, Kapitel 12, Vers 1 bis Kapitel 50, Vers 26)

 

 

als

 

2. Variante: Gen 12, 1–50, 26 (Genesis, Kapitel 12, Vers 1 bis Kapitel 50, Vers 26)

 

 

 

 

 

 

Hinter die Abkürzungen gehört ein Punkt (Lk.; Gen.), zwischen Kapitel und Versangabe unbedingt ein Abstand, es handelt sich ja nicht um Angabe einer Dezimalstelle (sechzehn-Komma-neun), sondern um zwei verschiedene Angaben, die eine bezeichnet das Kapitel, die andere den Vers.

Theologischer Usus ist kein Punkt hinter der Abkürzung und keine Abstände nach den ordnenden Satzzeichen.

Hier muss die Typographie den fachlichen Gegebenheiten mal nachstehen. Ähnliche Probleme tun sich bei der klassischen Philologie auf, bei der unterschiedliche Werke einer ganz eigenen Nomenklatur folgen können, die wiederum eine eigene Zitierung benötigen.

ich stimme phoibos zu: üblich ist deine erste variante, also kein punkt hinter der kurzbezeichnung des buches und kein leerraum hinter dem komma, das kapitel und vers trennt. ich bin kein bibelforscher, aber die zweite variante sieht falsch für mich aus.

Was greift jetzt – die »Üblichkeitsregel« oder der Duden?

Hängt von der Zielgruppe ab: Bei Typographen würde ich zum Duden raten, bei Wissenschaftlern zum Usus (die können extrem verstört sein, wenn etwas leicht anders als erwartet ist). 

Daß das Weglassen des Punktes und des Abstandes allgemeiner Usus sei, wage ich zu bezweifeln.

Zumindest bei Historikern, Theologen, Philosophen und Philologen. Im Angelsächsischen kann man aber auch Bibelbuch[Abkürzungspunkt fakultativ] Kapitel:Vers(e) schreiben.

Pachulke schrieb (14 May 2013 - 12:43):

Daß das Weglassen des Punktes und des Abstandes allgemeiner Usus sei, wage ich zu bezweifeln.

Zumindest bei allen Übersetzungen/Publikationen der Deutschen Bibelgesellschaft wird dies (nach meiner Kenntnis) so praktiziert.

Wobei ich es auch besser fände, wenn typografische Regeln (Duden) für alle gelten könnten und nicht jeder Wissenschaftszweig wieder sein eigenes »Typosüppchen« kocht. Dies trifft dann aber auch auf die aktuellen Regularien bzgl. ß zu. ; )

Die Konvention hat auch pragmatische Gründe, weil sie hilft, Missverständnisse zu vermeiden: bei Aufzählung mehrerer Bibelstellen, die durch Komma getrennt sind, bei Angaben "von–bis" (wie im Eingangsbeispiel), bei Reihung mehrerer Verse eines Kapitels (Gen 3,1.4); ohne Abstand zwischen Kapitel und Vers steht zusammen, was unmittelbar zusammengehört.

Über einen deutlichen Abstand würden sich sogar solche Theologen wundern, denen typografische Feinheiten sonst gar nicht auffallen; ein solcher Abstand ist ungewohnt und lässt deshalb beim Lesen stolpern.

In manchen Schriften drängen sich Komma und nachfolgende Zahl so eng zusammen, dass man in Erwägung ziehen kann, einen sehr kleinen Abstand zu setzen (1/24-Geviert in InDesign), damit die Zeichen nicht "ineinanderlaufen".

So weit mein Senf als gelernter Theologe ...

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