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Arbeit zu „Serifen“

Hervorgehobene Antworten

Hallo,

ich schreibe gerade an einer Arbeit zum Thema Serifen.

Allgemeine Infos zu Entstehung, der geschichtlichen Entwicklung und den Ausformungen habe ich selbstverständlich schon. Schwieriger wird es, wenn ich auf den Aspekt Lesbarkeit eingehen möchte (hier gibt es immer noch sehr unterschiedliche Meinungen).

Bücher zum Thema Serifen gibt es, abgesehen von „Die kleine Serifee“, kaum. Ich habe lediglich „The Origin of the Serif“ gefunden, welches ich aber selbst nicht besitze. In den Online-Antiquariaten ist es gerade leider nicht für unter 100 Euro zu bekommen. Kennt jemand dieses Buch und kann es empfehlen (bzw. kurz zum Inhalt was sagen)?

Könnt ihr mich mit weiteren Lesetipps (Print/Digital) versorgen, damit mich mich noch tiefer in das Thema einarbeiten kann?

Fallen euch zum Thema Serifen noch weitere Aspekte ein?

Vielen Dank!

Lesbarkeit ist in der Tat das »most important feature«. Serifen sind nicht nur schön, sie leiten das Auge auch viel besser durch die Zeilen als es bei den Sans-Schriften der Fall ist. Deshalb sind sie allesamt besser lesbar, von seltenen Ausnahmen wie Futura, Optima, Formats, eventuell Meta, einmal abgesehen. Die waren historisch einfach viel, viel früher da. Auch auf den Handheld Devices wird man bestimmt bald die Serifenschriften sich durchsetzen sehen bzw. sie werden einfach nur ihre jahrhundertealte Dominanz erneut behaupten. Im deutschsprachigen Raum müsste man eigentlich in Fraktur schreiben, da liest sich das Deutsche nämlich eigentlich am Besten drin. Wie auch eine Garamond Französisch eleganter und eine Bodoni italienische Text besser lesbar macht.

Kennt jemand dieses Buch und kann es empfehlen (bzw. kurz zum Inhalt was sagen)?

Bezüglich Herkunft und Funktion der Serifen ist es natürlich DAS Buch.

 

Könnt ihr mich mit weiteren Lesetipps (Print/Digital) versorgen, damit mich mich noch tiefer in das Thema einarbeiten kann?

Das kennst du ja sicher, aber ich packe es mal trotzdem mal mit in den Strang:

http://www.designmadeingermany.de/2013/2564/

In Reading Letters und Wie man’s liest, kommt das Thema auch vor, aber ich will die Bücher damit nicht unbedingt empfohlen haben.

 

 

 

Serifen sind nicht nur schön, sie leiten das Auge auch viel besser durch die Zeilen als es bei den Sans-Schriften der Fall ist. Deshalb sind sie allesamt besser lesbar …

im deutschsprachigen Raum müsste man eigentlich in Fraktur schreiben, da liest sich das Deutsche nämlich eigentlich am Besten drin. Wie auch eine Garamond Französisch eleganter und eine Bodoni italienische Text besser lesbar macht.

 

Oh je, so viele Typo-Mythen auf einen Schlag.  :cry:

Lesbarkeit ist in der Tat das »most important feature«. Serifen sind nicht nur schön, sie leiten das Auge auch viel besser durch die Zeilen als es bei den Sans-Schriften der Fall ist. Deshalb sind sie allesamt besser lesbar, von seltenen Ausnahmen wie Futura, Optima, Formats, eventuell Meta, einmal abgesehen.

 

Das bezweifle ich stark.

Ich bezweifle alles zuvor schon bezweifelte und dies hier auch ...

 

... Im deutschsprachigen Raum müsste man eigentlich in Fraktur schreiben, da liest sich das Deutsche nämlich eigentlich am Besten drin. Wie auch eine Garamond Französisch eleganter und eine Bodoni italienische Text besser lesbar macht.

  • Ersteller

Hallo Ralf, vielen Dank für Deine Anmerkungen. Den Text von Albert-Jan Pool kannte ich bereits: ich finde, der Text hält nicht ganz das, was die Überschrift verspricht. Ich vermute, es handelt sich hierbei um eine Zusammenfassung seines Vortrags, der viel stärker auf den Aspekt Serifen eingeht.
 
@Lars Kähler: Kennen Sie eine aktuelle Studie die Beweist, dass deutsche Texte in Fraktur besser lesbar sind. Ich bezweifle dies nämlich sehr.
Ich glaube wie Sie, dass Serifenschriften – dank höheren Auflösungen – zukünftig öfters als in den letzten Jahren zu sehen sein werden. Dass diese sich aber „durchsetzen“ werden und zu einer jahrhundertealte Dominanz (sehr „unglückliche“ Formulierung) zurückkehren werden, bezweifle ich ebenfalls. Worauf stützen Sie diese Annahme?

In der Berufsschulzeit hieß es von unserem Fachkundelehrer immer, in der Renaissance seien die bis heute schönsten Schriften entstanden. Etwa die Garamond. Von der haben wir dann die verschiedenen Fotosatz-Interpretationen vorgeführt bekommen. Damals® gab es ja »nur« etwa 10 verschiedene Garamonds, und eigentlich war das eher eine Not als eine Tugend, mussten die System- und Schriftenhersteller doch dafür Sorge tragen, so einigermaßen alle Schriften im Portfolio zu haben.  Ich persönlich mochte die Berthold Garamond, die Stempel Garamond ist noch besser.

 

Und das sind schlicht auch die am besten lesbaren, da schreibt Albert-Jan doch nichts anderes im genannten Beitrag.. Wenn es um die Lesbarkeit von Straßenschildern geht, herrschen – klar – andere Regeln. Oder auf den Mobilgeräten, die ja im Gegensatz zu gedruckten Büchern Selbstleuchter sind. Eine vollkommen andere physikalische und optische Situation.

 

Darüber hinaus gibt es wohl noch sehr viele andere Faktoren, die die Lesbarkeit bestimmen. Das steht ja wohl alles in dieser DIN-Norm. Da sind die Serifen wahrscheinlich nur das i-Tüpfelchen. Und falls jetzt wirklich in Zukunft die Serifenschriften allmählich verschwinden sollten, hat das seine Gründe wohl weniger in der Lesbarkeit. Eher schon im Zeitgeschmack. Aber – wie gesagt – ich glaube eher an ihr Comeback als an ihren Untergang. Je höher die Auflösung, je besser die Beleuchtungssituation – umso mehr können sie punkten.

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