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Ich bin des Deppenapostrophs schuldig geworden

Hervorgehobene Antworten

Ich habe ein Logo mit Deppenapostroph gestaltet, ja ich bin schuldig. Und nun zerfleischt mich!

 

Es geht um einen Bauernhof mit Selbstvermarktung. Er hatte den überflüssigen "Genetiv-Apostroph" schon vorher im Schriftzug (naja, eigentlich war es kein Logo, mehr ein Bild). Nun waren wir uns einig: Im neuen Logo kommt der Haken weg.

 

Der Hof heißt: Plaths Mühle (eigentlich heißt er anders, ich habe den Namen so geändert, dass der Sinn des Threats erkennbar bleibt). Nun wurde Frau Plath aber aufgrund des neuen Logos in Emails und von Fremden immer mit Frau Plaths  angesprochen. Viele hatten das angehängte s nicht als Genetiv-s erkannt. Das nervte gewaltig und nun steht im Logo wieder "Plath’s Mühle".

 

Der Duden (23. Ausgabe, K16, §97E) erlaubt ja auch einen Apostroph zur Verdeutlichung der Grundform des Eigennamens, aber eben nur "gelegentlich". Die Welt ist eben verdorben von Willi’s Kneipe und Uschi’s Wurstbude. Dabei käme auch ohne Apostroph niemand auf die Idee zu sagen: "Willis, gib mir noch ein Bier" oder "Uschis, bitte mit Senf".

 

Trotz des Duden-Segens bin ich nicht glücklich mit der Lösung. Und nun zerfleischt mich!

 

Ich könnte ja auch "Der Frau Plath ihre Mühle, die eigentlich ein Bauernhof ist" ins Logo schreiben, ohja das mache ich ...

 

 

 

 

Nur so aus Interesse: Liegt diese Mühle rein zufällig im Rheinland oder einer anderen Regionen, in der der Genitiv als vom Aussterben bedroht gilt?

Dachte ich hätt hier mal was von einem vergleichbaren Fall gelesen in der ein User sogar sich den Segen eines Germanistikprofs geholt hat. Find das leider aber grad nicht. Ich halte hier den apostroph nicht für deppert.

Hast Du etwas auf dem Herzen? Suchst Du Hilfe? Was ist Deine Frage?

 

Vielleicht war der Beitrag als Beichte gedacht in der Hoffnung auf Exculpation.

  • Ersteller

Ich hatte keine Frage gestellt. Ich wollte Euch nur an meinem Leiden teilhaben lassen, das hatte ich auf dem Herzen.

 

Obwohl es hier sinnvoll zu sein scheint, einen Apostroph zu setzen, gefällt mir das Ergebnis nicht.

 

Nur so aus Interesse: Liegt diese Mühle rein zufällig im Rheinland oder einer anderen Regionen, in der der Genitiv als vom Aussterben bedroht gilt?

 

Ja, das kann sein, in der Eifel kommt man auch ohne Genetiv aus.

»Ich wohne in der Eifel Vorland …« hätte ja kein Genitiv-s gehabt, das man dann mit einem Deppenapostroph abtrennen kann – daher der bewusste Fehler.

"Threat" finde ich in dem Zusammenhang einen sehr passenden Verschreiber :-)

Hmm, hmm … Es sieht ja fast so aus, als habe der Deppenapostroph eine klitzekleine Daseinsberechtigung. Au weia, das Weltbild, es wankt …   ;-)

 

OT Anfang | Lach! Mir kam gerade in den Sinn, dass Ralf doch hier einen kleinen schwunghaften Ablasshandel aufziehen könnte: Erteilung der Absolution für Typosünden aller Art für Jeden, der der typografischen Sünde abschwört und umgehend die 7-Tage-Beichtmitgliedschaft erwirbt. Wir werden dann allerdings auch eine geschlossene Supervisionsgruppe für Ralf installieren müssen, damit er nicht zusammenbricht unter der Last des typografischen Übels der Welt. | OT Ende  ;-)

  • Ersteller

… einen kleinen schwunghaften Ablasshandel aufziehen …

 

Für Ablasshandel bin ich zu evangelisch. Ich halte es in Sachen Deppenapostroph nun mit Luther, der da schrieb: "Sündige tapfer". Ein kleiner Trost in Zeiten wankender Weltbilder.

"Wir machen die Sprache nicht, wir bilden sie objektiv ab", sagte Duden-Verlagssprecherin Nicole Weiffen.

Und daher werden wir uns wohl in nicht wenigen Jahren daran stoßen, wenn jemand irrtümlich das "Genitiv-Apostroph" vergessen hat.

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