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Maschinenstempelschnitt – Schablonen seitenrichtig?

Hervorgehobene Antworten

In Abbildungen von Pantographenfräsen für den Stempelschnitt sehe ich immer wieder seitenrichtige Schablonen. Mein Verständnis der Technik ist, dass die Schablone über einen Pantographen abgetastet und verkleinert in den Stempel geschnitten (eigentlich gefräst) wird. Allerdings sind Patrizen immer seitenverkehrt. Wie kommt es, dass die Schablonen seitenrichtig sind?

 

Mögliche Erklärungen, die mir bisher eingefallen sind:

  1. Die Abbildungen sind gespiegelt. Denkbar, aber eigentlich nicht in mittlerweile 3 verschiedenen Fällen. Dummerweise ist auf keinem der Bilder ein Element, an dem man das überprüfen könnte.
  2. Die Pantographenfräsen haben nicht nur verkleinert, sondern auch gespiegelt. Allerdings erschließt sich mir der Sinn dabei nicht. Ein einfacher Pantograph spiegelt nicht und jede Komplikation kostet Genauigkeit.
  3. Es ist gar nicht Stempelschnitt, sondern Matrizenbohren. Kann nicht sein, da die Schablone erhaben ist.
  4. ich stehe auf dem Schlauch (momentaner Favorit)

Hier noch ein Beispiel:

 

15881707cf.jpg

unfundierter zwischenruf: was, wenn seitenrichtig die vorlagen für – beispielsweise – mono- oder linotypematrizen gefräst worden wären?

  • Ersteller

Hm, es wurden schon auch Matrizen gefräst, aber da sehen die Schablonen anders aus: Die Schrift ist vertieft und nicht erhaben.

 

Übrigens wurden jedenfalls für Linotype-Matrizen Stahlstempel gefräst und die Matrizen davon gefertigt. Jede Matrize zu fräsen hätte zu lange gedauert. Und wenn man in der Produktion einen Stempel verschlissen hatte, konnte man druch das Schablonenfräsen identische Stempel nachproduzieren, was von Hand nie funktioniert hätte.

Dein Bild zeigt einen Pendelpantographen, bei dem die Schablone immer mit seitenrichtigem Bild befestigt ist. Beim Matrizenbohren ist die Schablone ebenfalls seitenrichtig.

  • Ersteller

Jetzt verstehe ich's. Diese Bauform spiegelt das Ergebnis immer und daher braucht man eine seitenrichtige Schablone. Danke!

 

Wenn die Schablone fürs Matrizenbohren ebenfalls seitenrichtig ist (worin ich Dir recht geben würde) muss das Matrizenbohren dann aber eigentlich mit einem Scherenpantographen stattfinden, denn die Matrize ist ja seitenrichtig.

 

Hier der Abzug einer Matrizenbohrschablone, der seitenverkehrt ist, weshalb die Schablone seitenrichtig gewesen sein muss (mir ist jetzt offiziell schwindlig)

15884151zp.jpg

Generell sei gesagt, das es diverse Methoden zur Matrizen Herstellung gab und diese auch bunt gemischt praktiziert worden sind. Geprägte, galvanische Kopien, gebohrte, aus Stahl, Kupfer, Messing, Bronze, Nickel ... bei den Schablonen gab es daher ja auch erhabene, eingetiefte und diese dann sowohl seitenrichtig als auch verkehrt.

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