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Krummbeinige Schriftsetzer?

Hervorgehobene Antworten

Ein Jüngling, der ein Schriftſetzer werden will, braucht freylich eben keinen großen
und ſehr ſtarken Körper zu beſitzen, weil die Setzerarbeit überhaupt genommen mit
keinen großen Anſtrengungen aller Glieder deſſelben verbunden iſt; nur darf ein
Setzerlehrling von Perſon nicht gar zu klein ſondern muß wenigſtens ſo groß ſeyn,
daß wenn man ihm an einen Schriftkaſten in der Druckerey anſtellt, er mit dem
Ellbogen ſeiner Arme bis an den untern Rand deſſelben reichet, und daher leicht mit
der Hand in alle Fächer des Schriftkaſtens zu greifen im Stande i
ſt. Sein Körper
muß übrigens geſund und fest ſeyn, beſonders aber darf er keine Krankheit an den
Füßen haben, weil die Setzer ihre Arbeiten ſtehend verrichten müſſen, und nur ſehr
ſelten Fälle eintreten, bey welchen der Schriftſetzer ſitzend arbeiten könnte, wozu
auch die Buchdruckereyen in Teutſchland nicht eingerichtet ſind, wie in Italien an
manchen Orten der Fall ſeyn
ſoll, welches doch nur bey Arbeiten möglich gemacht
werden könnte, die blos aus einerley Schrift geſetzt werden, wobey der Setzer ſelten
vom Sitze aufzuſtehen nöthig hätte. Das lange anhaltende Stehen iſt aber für ſchwache,
junge, noch nicht feſte Körper ſehr ermüdend; daher pflegen neue Setzerlehrlinge
anfänglich, wenn ſie eine Zeitlang des Tages an ihren Schriftkaſten geſtanden haben,
öfter das eine Bein mit dem Fuße hinauf zu ziehen, und auf einem Beine wechſelswei
ſe
gleichſam zu ruhen; hierdurch wird, wenn ſolches oft und anhaltend geſchieht, verurſacht,
daß ſolche Knaben krumme Beine bekommen, weil, wenn die ganze Laſt des Körpers
beym Stehen nur auf einem Beine ruhet, ſolche verhältnißmaßig ſtarker auf daſſelbe
wirken muß, wodurch es dann krumm gedrückt oder gebogen wird, zumahl bey
Jünglingen die noch ſehr jung ſind, und deren Knochenbau noch wenig Feſtigkeit und
Dichtheit hat, oder die überhaupt eine ſchwächliche oder zarte Leibesbeſchaffenheit
haben, und das Stehen noch gar nicht gewohnt ſind. Der Anführegeſpan muß einem
Anfänger oder neuen Lehrlinge anfänglich nicht zu ſehr anſtrengen, und nicht gleich
ganze Tage lang in einem fort am Schriftkaſten ſtehen laſſen. In den erſten Wochen
muß ihm der Lehrer manchmahl etwas anderes zu thun geben, z. B. Buchſtaben
aufſetzen, dergleichen ausleſen laſſen u. dgl., wobei er wieder ſitzen und ausruhen
kann, bis er das anhaltende Stehen nach und nach gewohnt wird.


Christian Gottlob Täubel:
Neues theoretisch-practisches Lehrbuch der Buchdruckerkunst
für angehende Schriftsetzer und Drucker. Wien, 1810

Ein Jüngling, der ein Schriftſetzer werden will, braucht freylich eben keinen großen

und ſehr ſtarken Körper zu beſitzen, weil die Setzerarbeit überhaupt genommen mit

keinen großen Anſtrengungen aller Glieder deſſelben verbunden iſt …

 

Die haben 1810 wohl auch noch keine Satzbretter mit acht oder sechzehn Seiten auf das Fundament der Abziehpresse und zurück ins Satzregal gewuchtet, vorzugsweise allein, weil es dem Lehrling natürlich auf Dauer peinlich ist, jedemal einen Gesellen zu fragen, ob er mit anfaßt.

Minibuch nicht gerade, aber im Reclam-Format stehen schon mal 16 Seiten auf einem Brett. Die Größe der Bretter ist ja ohnehin fix, und ein volles Brett ist ein volles Brett, und für das Gewicht ist es egal, ob da nun 8 durchschnittliche oder 16 kleine Seiten draufstehen oder vier große.

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