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Laufweitenausgleich / typografischer Proof-(Druck)

Hervorgehobene Antworten

 

Moin zusammen!

 

Ich stoße bei Satzarbeiten (mit Schriften, mit denen ich noch keine Erfahrung gemacht habe) regelmäßig auf das Problem, dass sich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln (Desktopdrucker (Tinte & Laser) und Bildschirm) bestimmte typographische Parameter (beispielsweise und insbesondere der Schriftgrößen-abhängige Laufweitenausgleich) nur schlecht beurteilen lässt (– die Glyphen kommen zu fett aufs Papier, der Buchstabenabstand wirkt kleiner usw.).

So zeigen sich dann erst im Offset-gedruckten Endergebnis, ob sich die gewählten Parameter wirklich im Detail bewähren oder nicht (– ich rede hier natürlich vom finetuning… ganz daneben lag es noch nicht).

Das finde ich suboptimal.

 

Günter Jürgensmeier (siehe »Detailtypografie« von Forssman und De Jong) hat für den Schriftgrößen-abhängigen Laufweitenausgleich ja eine Tabelle entwickelt, die aber eben nur als grober Anhaltspunkt dienen kann (– manche Schriften ordnen sich hier auch gar nicht ein).

 

Ich frage mich also, wie ihr in Eurem Arbeitsalltag einen »typografischen proof« realisiert?

 

Wie/womit/woran nehmt ihr die typographische Beurteilung (vor allem bei Laufweite und Auswahl des passenden Schriftschnittes) vor?

Haben sich vielleicht ganz bestimmte Laserdrucker-Modelle bewährt?

 

Ich freue mich auf Rückmeldungen!

Mit freundlichem Gruß in die Runde,

Jan.

hallo und willkommen!

 

nur mal ganz schnell und um einen beliebten fehler von vornherein auszuschließen: druckst du pdfs aus? meine kunden vergessen nämlich oft, die option „seitengröße“ im druckdialog des acrobat abzuwählen und dann verkleinert er auf 93 % oder so. und dann ist natürlich alles viel zu klein und eng.

 

aber generell sollte ein ordentlicher ausdruck auf papier (vorzugsweise laser) eigentlich reichen.

  • Ersteller
 

Ich hab zur Illustration des Ganzen mal eine gescannte Zeile aus einem Offset-gedruckten Endprodukt und dem entsprechenden Desktop-Ausdruck (Canon MG8250, matt gestrichenes Inkjet-Papier, CMYK-PDF aus Acrobat (Einstellung »tatsächliche Größe« … also kein Skalierungsproblem) beigelegt. Beides in dem gleichen Durchgang nebeneinander gescannt, keine nachträgliche Tonwertkorrektur, weswegen die unterschiedlichen Papierfarben sichtbar sind.

 

post-27744-0-66843100-1399796791_thumb.j

 

Hier sieht man die deutliche »fettere« Anmutung im Inkjet-Ausdruck. Wirkt fast wie ein anderer Schriftschnitt.

Das erlaubt doch keine wirklich verlässliche Beurteilung, oder?

 

 

 

Du stellst es ja hier nicht in 8 pt dar. Bei kleinerer Schrift würde ich auch grundsätzlich die Laufweite erhöhen, damit die Buchstaben mehr Luft haben, das kann man aber auch ganz gut am Bildschirm oder Laserdrucker-Ausdruck beurteilen. Wenn du es vergrößerst verfälscht es ja den Eindruck wieder ...

Ich weiß auch gar nicht was du da so genau einstellen willst? Die Buchstaben sollten eben nicht zu eng sitzen (was bei größeren Schriften schon geht) aber nicht den Zusammenhalt verliehren – dazwischen ist ja schon etwas spiel ...

hast du vielleicht auch einen laserdrucker zur verfügung? beim tintenspritzer „säuft“ das papier natürlich ordentlich, weshalb alles fetter/dünkler wird.

  • Ersteller
 

{soo, hat etwas gedauert, bis ich mir Zugriff auf einen Laserdrucker organisieren konnte; hab zur Zeit keinen funktionierenden mehr}

 

Das sieht im Vergleich so aus:

post-27744-0-34177200-1400076151_thumb.j

 

Also auch nicht viel besser als bei dem hochwertigen Inkjet-Ausdruck.

 

Das Ganze habe ich zur besseren Verdeutlichung der Schrift-Verfettung rangezoomt dargestellt.

Die eigentliche Beurteilung der Laufweite und die Bemessung des Laufweitenausgleichs muss natürlich in Originalgröße erfolgen.

Das ist bei einer 8-Punkt-Schrift auf einem Bildschirm schlecht möglich (– es sei denn, man nennt ein Retina-Display mit über 300ppi sein eigen).

 

Ich weiß auch gar nicht was du da so genau einstellen willst? Die Buchstaben sollten eben nicht zu eng sitzen (was bei größeren Schriften schon geht) aber nicht den Zusammenhalt verliehren – dazwischen ist ja schon etwas spiel ...

 

 

Ich meine nicht die grundlegende Zurichtung einer Schrift, sondern die Anpassung der Laufweite in Abhängigkeit von der Schriftgröße – sog. Laufweitenausgleich, der dem Phänomen Rechnung trägt, dass eine Schrift in kleiner Größe (z.B. 7pt) eine höhere Laufweite benötigt (– um optimal lesbar zu bleiben –) als die gleiche Schrift in beispielsweise16pt. 

Die besagte Tabelle aus »Detailtypographie« schlägt hier folgende Werte vor:

7 pt  —> Laufweite: +30/1000 Geviert

16 pt —> Laufweite: 0

30 pt —> Laufweite: –9/1000

 

Das haut aber für einige Schriften per Faustregel nicht gut hin, so dann man eben auf die wirkliche Anmutung (in Originalgröße!!) angewiesen ist.

 

 

 

Ob Laser- oder Inkjetdrucker, zu einem verbindlichen Ergebnis wirst du nicht kommen. 


 


Nicht nur der Drucker, sondern auch das Papier spielt eine maßgebliche Rolle. 


 


Wenn du ein bestmögliches Ergebnis erreichen willst, verwende hochwertiges Papier, das auch für den jeweiligen Drucker gut geeignet ist. Ist aber mindestens doppelt oder mehrfach teurer als Standard Papier.


 


Aber auch das wird kein hundertprozentiges Ergebnis liefern. Höchstens annähernd.


 


Selbst im Offsetdruck gibt es Schwankungen, je nach Papiersorte mehr oder weniger.

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