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Falsche Kapitälchen beim Zitieren

Hervorgehobene Antworten

Man soll in Zitaten die Auszeichnungen des Originals verwenden.

Nun habe ich in der mir erlaubten Schrift keine echten Kapitälchen. Kann ich gezwungen werden, falsche Kapitälchen zu verwenden oder ist es erlaubt, entweder einfach zu kursivieren oder Versalien zu setzen, ohne weiteren Hinweis? Oder muss man dann darauf hinweisen, dass im Original Kapitälchen stehen?

(Es handelt sich um Literaturwissenschaft)

Meines Erachtens ist in den meisten Fällen nur wichtig, dass Du auszeichnest (und zwar ggf. konsistent innerhalb aller Zitate derselben Quelle), aber nicht wie genau. Ansonsten könntest Du Fraktur-Texte, in denen Antiqua zur Auszeichung verwendet wird, praktisch nur zitieren, indem Du sie in Fraktur setzt.

Eine Ausnahme stellen Quellen da, bei denen Dein Leser ein bestimmtes Auszeichungsschema erwartet, wenn Du z. B. viele Quellen aus demselben Fachbereich zitierst, in welchem es üblich ist, Eigennamen durch Kapitälchen auszuzeichnen.

Letzten Endes hat der zitierte Autor die Auszeichnung aus einem gewissen Grund verwendet und das wichtige ist, dass Du die Auszeichnung auf eine Weise reproduzierst, die dies nicht verfälscht.

Schließlich sei darauf hingewiesen, dass Du mit etwas Arbeit dafür sorgen kannst, dass Deine falschen Kapitälchen nicht ganz so falsch sind, z. B. indem Du ein höheres Schriftgewicht für die Kapitälchen verwendest.

erlaubten Schrift

Für gewöhnlich wird das "erlaubt" nicht so streng gehandhabt. Zudem könnte Dich der Hinweis, dass die "erlaubte" Schrift nicht den Anforderungen im Ausbau genügt, für eine Dispens sorgen.

  • Ersteller

Erlaubt heißt, die Schrift ist vom Verlag vorgegeben. Der versteht auch das Problem der falschen Kapitälchen nicht.

Um die Kapitälchen zu verbessern, müsste ich sie nicht nur dicker drucken, sondern auch noch strecken und verkleinern. Ob das überhaupt machbar ist und auch zielführend?

Um die Kapitälchen zu verbessern, müsste ich sie nicht nur dicker drucken, sondern auch noch strecken und verkleinern. Ob das überhaupt machbar ist und auch zielführend?

 

na ja. welche schrift verwendest du denn? oft hilft es schon, den künstlichen kapitälchen mehr laufweite zu geben und sie ev. nicht ganz so klein zu machen wie sie dein satzprogramm defaultmäßig machen würde. lässt sich nach einigem testen ja schön als stilvorlage/formatvorlage definieren. 

 

wenn es den von dir verwendeten schriftschnitt auch noch um ein haucherl fetter gibt, wäre das die richtige wahl.

(aber wenn die schrift so gut ausgebaut wäre, dass sie das hat, hätte sie wahrscheinlich eh auch echte kapitälchen :nicken: )

Erlaubt heißt, die Schrift ist vom Verlag vorgegeben. Der versteht auch das Problem der falschen Kapitälchen nicht.

Ich bin ein bißchen erschüttert, dass es Verlage gibt, die "kaputte" Schriften vorschreiben und dann auch noch beratungsresistent sind.

Ich bin ein bißchen erschüttert

Geht das eigentlich? :-?

 

Nur weil wir gerade bei prinzipiellen Erwägungen angelangt sind …

  • Ersteller

Ich bin ein bißchen erschüttert, dass es Verlage gibt, die "kaputte" Schriften vorschreiben und dann auch noch beratungsresistent sind.

Das ist gar nicht so selten, man denke an all die Verlage, bei denen der Autor die Kosten zu übernehmen hat und zum Ausgleich eine Schrift und ein dementsprechend unterirdisches Stylesheet vorgeschrieben bekommt. Im Stylesheet sind Kapitälchen übrigens verboten, wenn man aber Zitate mit Kapitälchen verwendet, soll man dann plötzlich falsche nehmen ...

Meine falschen sind übrigens zu groß, also man müsste sie nochmal verkleinern, dann werden sie noch dünner, das geht nicht.

Kannst Du ein Beispiel geben, welche Passagen oder Begriffe ausgezeichnet werden sollen? Vielleicht lässt sich dann besser entscheiden, welche Variante die passendere ist. Es könnte zum Beispiel sein, dass (in Schriftgröße und Laufweite angepasster) Versalsatz eine Option ist (der meiner Meinung nach besser aussieht als die Verwendung falscher Kapitälchen). Das hängt aber vom Text ab.

  • Ersteller

Es wird aus der hellen Kammer von Barthes zitiert. Dort steht "Photographie" immer in Kapitälchen, andere Hervorhebungen sind kursiv. Ich sehe eigtl. kein Problem darin, "Photographie" ohne weiteren Hinweis in Versalien zu setzen.

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