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Identitätsdiebstahl und die Herstellung eines Script-Fonts

Hervorgehobene Antworten

Schrift im Film: Identity Theft heisst ein Ausschnitt aus René Clément’s Plein Soleil (in deutsch: Nur die Sonne war Zeuge, nach dem Roman Der talentierte Mr. Ripley von Patricia Highsmith) – Alain Delon kopiert, nachdem er seinen Freund getötet hat, dessen Unterschrift, und übernimmt damit schlussendlich die Identität des Opfers. Nette Fussnote der europäischen Filmgeschichte zum zeitlosen Thema »Handschrift« (bzw. »Script« … es gibt ein lange nicht so gutes Hollywood-Remake des Films – ich weiss nicht ob die Stelle darin vorkommt)

 

Ausserdem enthalten in Harald Geislers Artikel über die Entstehung seines Sigmund-Freud-Fonts auf »smashing magazine« – Hands On The Sigmund Freud Typeface: Making A Font For Your Shrink und mein Beitrag zu diesem sehr instruktiven »making of« (stammt ursprünglich aus einem längeren, bisher unveröffentlichten Interview über die Entstehung dieses Fonts auf der Basis einer fremden Handschrift).

 

(Achtung: 4 Minuten Film ohne Sprache, so etwa ab der zweiten Minute wird’s spannend)

Das erinnert mich an meine Zeit als Konstrukteur, in der ich den Umgang mit AutoCAD erlernte. Um davon eben alle Möglichkeiten kennen zu lernen, habe ich damals auch viele freiwillige Überstunden gemacht, in denen ich einfach mit dem Programm herum experimentiert habe.

 

So kam ich auf die Idee, mir die Unterschrift meines damaligen Chefs mit einem Fotokopierer zu vergrößern, und dann auf dem Grafiktablett zu digitalisieren, dabei eben im Schriftzug genau nach passenden Ankerpunkte zu finden, da dies auch Stop-Punkte für den Plotter waren, wo er gerne mal den Stift neu ansetzte. Dann einen Satz Unterschriften ausgeplottet und meine Datei noch ein bisschen zurecht gefeilt. dazu habe ich mir dann noch einen alten Plotterstift operiert, damit da eine normale Kugelschreiber-Miene drin ist.

 

Den nächsten Tag habe ich meinen Chef angerufen: "Chef, haben Sie mal kurz Zeit? Ich möchte Ihnen mal was zeigen..."

 

Dann hab ich eine Bogen Papier in den Plotter gespannt, den Plot-Befehl im Programm eingegeben und der Plotter begann, das Blatt hin und her zu schieben und darüber den Stift rattern zu lassen.

 

Mein Chef machte ganz schön Stielaugen, wie sich seine Unterschrift formte. Dann hat er das Blatt hin und her gedreht, da der Stift sich ja auch richtig in das Papier geprägt hatte, und man die Schrift  eben auch fühlen konnte.

 

Ich sagte ihm: "Keine Sorge, ich lösche die Datei gleich wieder, ich wollte ihnen nur mal die Gefahr zeigen, denn das was ich kann, können andere ja auch..."

 

"Nein nein, Herr Wiegel. Löschen sie das bitte nicht!!! Das können wir gut gebrauchen, ich bin ich nicht immer hier im Betrieb, geben sie mir das auf Diskette. Toll... "

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