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Erik Spiekermanns »Studentenfutter«


Lars Kähler

Empfohlene Beiträge

Hallo!
 
Bis zu einer eventuellen Neuauflage habe ich die Erlaubnis von Erik Spiekermann, sein zweites Buch mit dem Titel »Studentenfutter oder: Was ich schon immer über Schrift und Typografie wissen wollte, mich aber nie zu fragen traute« einzuscannen und als PDF ins Netz zu stellen, bis zu einer eventuellen Neuauflage.
 
Das PDF ist hier zu finden:
 
https://cloud.web.de/ngcloud/external?path=Kaehler_Kiel%20von%20Pizza-Tonno&token=1E8AFC54C60B704D&mandant=03&product=td&locale=de&viewType=0&guestToken=LQ2Kaw1yRA6spQZRhJ3m0g&loginName=Pizza-Tonno#_
 
Have fun!

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Schärfer?    :-?

 

Das sind jetzt 200 dpi, entrastert mit der Einstellung »Feine Drucke« meines Scanners. Das tut nun natürlich naturgemäß leider ausgerechnet dem Text nicht besonders gut, claro. Aber da so viele Bilder verwendet worden sind und die Kopfbalken ja auch gerastert sind, habe ich es lieber in Kauf genommen, dass durch die Entrasterung eine gewisse Unschärfe entsteht. Außerdem ging es darum, die Auflösung nicht allzu hoch zu stellen. Dies hier ist kein Faksimile, sondern nur ein Provisorium für all diejenigen in unserer Gemeinde, die dieses Meisterwerk tatsächlich gar nicht original im Regal stehen haben. Diese armen Wesen möchte ich nun beglücken mit der Möglichkeit, das Buch wenigstens am Bildschirm betrachten zu können.

 

Die Alternative wäre gewesen, alle Bestandteile einer Seite in zwei unterschiedlichen Modi zu scannen, 300 dpi RGB mit Entrasterung für die Bilder, 2540 dpi s/w für die Texte. Zusammensetzen in Photoshop, Reduzierung der Auflösung bis zur gewünschten Zielgröße. – Also, wenn’s unbedingt sein muss, scanne ich die ganzen Schriftmuster noch einmal höher aufgelöst ein, aber nur, wenn ich dafür irgend etwas bekomme – Smiley reicht schon!    :party:

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Gast Schnitzel

Ich finde das Apfel-i-Büchlein wesentlich schöner, praktischer und angenehmer zu lesen – es liegt auch als Original immer auf meinem Schreibtisch. Die vollgeknallten Seiten bei diesem Buch schrecken mich schon ab, so dass ich gar nicht sagen kann, wie nützlich ich den Inhalt finde.

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… Die vollgeknallten Seiten bei diesem Buch schrecken mich schon ab, so dass ich gar nicht sagen kann, wie nützlich ich den Inhalt finde.

 

Also das sind starke Worte, die das – ja, okay – historisch interessante Werk trotzdem nicht verdient hat – positiv kann man es auch so ausdrücken: alle Infos sind in kompakter Form untergebracht und es passt quasi in die Hosentasche (was man mit den zwei Bänden Bosshard »… Grundlagen zur Satzherstellung« zum Beispiel nicht machen kann und konnte – gut, da steht auch wesentlich mehr drin ;-) ). 

 

Die redaktionellen Beiträge sind zwar eher ein Vademecum für die Präsentation der Satzschriften der Context Setzereien, sind aber dennoch interessant und zeigen vor allem durch die Schriftgestalter-Porträts (z.B. Georg Salden, dessen Polo als Grundschrift verwendet wurde, was das Werk klar in die Prä-Meta Ära verortet) den Autoren als Fan.

 

Da ich damals freier Mitarbeiter bei MetaDesign (Mark II oder III mit den Gesellschaftern Kreitmeyer, Spiekermann, Weishappel, Greisner und Hummel, einer Inkarnation von Metadesign, die damals auch kurz vor der Implosion stand) war und mit grade frisch abgeschlossenem Studium quasi selber Futter ;-) (das Nahverkehrs-Projekt für die Celler Straßenbahnen, an dem ich anfangs werkelte, wurde vom gelegentlich involvierten Senior-Designer Kreitmeyer mitfühlend »das Celler Loch« genannt) habe ich ein wenig vom Entstehungsprozess mitbekommen … irgendwann tauchte der Herr Stulle auf und wich dem umtriebigen Erik in dessen Dachwohnung in der Motzstraße nicht mehr von der Seite (die Designagentur war unten im Haus in einem Laden untergebracht) und die beiden werkelten dort am Stück, bis das Opus fertig war (s. auch die »persönliche Bemerkung« auf Seite 3).

 

Interessant: Klar spricht das Buch aus der Fotosatz-Ära, aber dem Aufkommen des graphikfähigen Macs wird schon Rechnung getragen: Ab Seite 118 unter der Überschrift Scribble, Rough, Layout und Apple geht es bei der AV (Arbeitsvorbereitung) für den Fotosatz auch um das Layouten mit dem Mac bzw. den Laserdruck als Manuskript für den Setzer (Qualitätssatz bleibt besser dem qualifizierten Setzer überlassen, aber je früher man beim Gestalten weiß, wie das Ergebnis aussehen wird, desto zuverlässiger die Planung …). Noch im Studium hatte ich mit meinem Kommilitonen Marc ein Kinoprogramm am gemieteten MacPlus layoutet (dafür ging das Honorar drauf), der Kinobesitzer war jedenfalls komplett weg, dass sein Text schon im Layout auftauchte (normalerweise montierte man Blindtexte). 

 

Bei meinem nächsten Freelancer-Job (Sedley Place Design, Berliner Niederlassung, damals CI-Agentur der Deutschen Bundespost) durfte ich dann nach diesem Prinzip ein komplettes Postgebührenheft (das Postgebührenheft 1989, Dinlang-Format, ganz ordentliche Auflage) »layouten« – ein Mix aus redaktioneller Vorarbeit und Gestaltung – Marginalspalte hiess das Zauberwort – … die Ausdrucke wurden dann vermaßt und an die Layout-Setzerei weitergereicht, die den ganzen Prozess an richtigen Maschinen und in korrekter Hausschrift (Neue Helvetica) wiederholte. Ein paar Jahre später war es dann um die meisten Layoutsetzereien geschehen … 

  • Gefällt 3
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Ich finde das Apfel-i-Büchlein wesentlich schöner, praktischer und angenehmer zu lesen – es liegt auch als Original immer auf meinem Schreibtisch. Die vollgeknallten Seiten bei diesem Buch schrecken mich schon ab, so dass ich gar nicht sagen kann, wie nützlich ich den Inhalt finde.

 

Also, ich finde, Du vergreifst Dich hier doch ein ganz klein wenig im Ton … Bedenke, dass das Buch von 1989 ist.

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Schnitzel hat nur seinen Eindruck geschildert. Eine klassische Meinungsäußerung. Wenn er die Seiten »vollgeknallt« findet, dann ist das eben so. Warum sollte er seinen persönlichen Eindruck nicht schildern dürfen? Meister Spiekermann hält mit seiner Meinung zu den Arbeiten anderer bekanntlich auch nicht gerade hinterm Berg. 

Mit »Tonfall« und »starken Worten« hat das also nicht viel zu tun. Und mit dem Erscheinungsjahr erstrecht nicht. Ist ja nicht so, dass die Menschheit vor 25 Jahren Bücher irgendwie ganz anders gelesen hätte als heute. 

  • Gefällt 2
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… Mit »Tonfall« und »starken Worten« hat das also nicht viel zu tun. …

 

Ja, Entschuldigung bei Schnitzel, nichts gegen seine persönliche Meinung – ich mein es auch gar nicht so, eher als Hinweis sich vom äusseren Schein nun nicht so sehr abschrecken zu lassen, sich mit der inhaltlichen Seite gar nicht mehr auseinandersetzen zu wollen – das fand ich eher ein starkes Wort als die Rede von den vollgeknallten Seiten ;-) – ich wär bestimmt der Letzte, der andere dazu nötigen würde, das Ding zu mögen (Studentenfutter – Mahlzeit. Wie schon oben angedeutet, würde ich wenn es um bewahrenswerte Bücher aus der Ära ginge, wegen »nützlichen Inhalts« den beiden Bänden Technische bzw. Mathematische Grundlagen der Satzherstellung von Hans Rudolf Bosshard absolut den Vorrang geben).

 

Ganz richtig: Spiekermanns, sagen wir mal, pointierte Art der Meinungsäußerung sollte bestimmt kein Leitfaden sein, sollte aber auch nicht der Rechtfertigung dienen (nicht daß ich es besser wüsste/könnte s. auch diese schöne Diskussion). Ansonsten ist es Schnitzels gutes Recht seinen Eindruck zu beschreiben (und ich finde auch nicht, daß er sich im Tonfall vergriffen hätte, Lars)

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  • 4 Wochen später...
Gast Schnitzel

Ich kann ja mal versuchen es umzuformulieren und einen Ton anzuschlagen, der empfindsame, eriktreue Gemüter weniger erzürnt:
 
Der sehr geschätzte und verehrte Herr Spiekermann, der für typografisch hohes Niveau zu Recht weltbekannt ist, hat in meinen Augen ein Büchlein gestaltet, das das Optimum an Lesefreundlichkeit und Leserführung nicht, wie erwartet, liefert. Ich armer Wurm, der die inneliegende Schaffenskraft nur schwer erahnen kann, gehe davon aus, dass der Inhalt natürlich ebenfalls ein erwartungsgemäß hohes, für mich vielleicht zu hohes, Niveau zeigt.
Denn:

„Derjenige, der einer Botschaft die visuelle Form geben soll, muss auch den Inhalt verantworten können.“

 

Was die Zeit der Entstehung angeht, muss ich dir Recht geben, das habe ich nicht wirklich bedacht. 

Gab es doch vorher so meisterlich gestaltete Bücher wie Tschicholds ›Meisterbuch der Schrift‹, so wurde in den 80ern alles, nicht nur die Mode, schlimm – von daher sei ihm dieser Ausrutscher verziehen.

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  • 3 Wochen später...
Gast Schnitzel

Tja, was soll ich dazu noch sagen außer »Danke«! Du hast mir jede Menge wertvollen Input gegeben den ich nun noch mit einbauen werde. Die baseline-Artikel kannte ich schon aber der Rest ist auch sehr interessant, gerade das Büchlein »Studentenfutter« von Erik Spiekermann erklärt mir bildhaft (ab Seite 117) wie man damals mit Schrift »gestaltet« hat ;).

Genau dazu hab ich nämlich irgendwie nichts finden können ;)

 

Vielen vielen Dank!

Na, siehste – mit der richtigen Motivation ist es doch ein hilfreiches Büchlein  :nicken:

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