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gibt es einen freien eText Font?

Hervorgehobene Antworten

Das Lesen auf eReadern ist mangels Design und meist fehlender Einhaltung von Typografieregeln gelegentlich eine mittelprächtige Zumutung. Nun hab ich kürzlich entdeckt, dass es von Linotype (und vermutlich auch von Anderen) Fonts mit der Bezeichnung eText gibt, die auch für eReader optimiert sein sollen.

 

Um nun festzustellen, ob "sowas" die Lesebarkeit verbessern würde, wäre ein Vergleich sinnvoll und deshalb meine Frage -> gibt es einen freien Font, der als eText und in normal Version verfügbar ist?

 

OK, mir ist schon klar, dass man die Lesbarkeit bei eReadern / eBooks auch anderweitig steigern könnte, doch das scheint eine endlose Fummelei in CSS zu sein und verschiedene Reader stellen solche Eingriffe trotzdem teilweise unterschiedlich dar oder, was noch schlimmer ist, ignorieren manche Anweisungen einfach.

 

 

Ich danke Euch schon mal für Eure Mühe

Gelöst von Ralf Herrmann

eText ist »nur« ein Markenname von Monotype – kein Standard mit irgendwelchen belastbaren Kriterien. Man kann Fonts verschiedener Anbieter also nicht danach einteilen, ob sie eText-Fonts sind oder nicht. Erschwerend kommt hinzu: Die Darstellung von Lesetext auf elektronischen Display hängt entscheidend von der jeweiligen Text-Render-Software ein. Ein bestimmter Font unter einem bestimmten OS braucht vielleicht überhaupt keine Bildschirmoptimierung und sieht perfekt aus. Auf dem nächsten Gerät dagegen ist der Font vielleicht unbrauchbar und es muss ein manuell optimierter TrueType-Font her. Das nächste Gerät ignoriert ebendiese manuelle Optimierung aber vielleicht völlig …

  • Ersteller

Das eText nur ein Markenname und keine Typisierung ist war mir klar, nur ist mir keine passende Kurzbeschreibung dessen was ich mir vorgstellt habe eingefallen. "Eine (auch) für eReader Displays optimiert Schrift" wäre sicherlich richtiger gewesen - sorry

  • Lösung

Okay. Ändert aber im Prinzip nichts an meiner Antwort. 

 

Also um die Frage zu beantworten: ich kenne keinen freien Font, der in diesen zwei Varianten verfügbar wäre. Aber ich halte das auch nicht für eine sinnvolle Frage. Fakt ist natürlich, dass verschiedene Fonts unterschiedlich gut unter schwierigen Bildschirmanzeige-Bedingungen (sprich: nur wenige Pixel zur Auswahl) funktionieren. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

 

A) Die Gestaltung: Im Bleisatz war es ja noch normal, dass die Gestaltung je nach Schriftgröße variierte. Kleine Schriftgrade waren dann besonders robust durch: geringe Kontrastwechsel der Strichstärke; großzügige x-Höhe, großzügige Buchstabenabstände und Punzenöffnungen. 

Im Foto- und Digitalsatz ging das nicht selten verloren, so dass heute auch gängige Textschriften eigentlich oft nicht robust genug gestaltet sind. Das rächt sich gegebenenfalls bei kleinen Schriftgraden im Druck und eben am auch beim Bildschirmeinsatz. Die eText-Fonts sind daher entsprechend überarbeitet worden: http://www.typografie.info/3/page/wiki.html/_/fachbegriffe/etext-fonts-r199

Allerdings gibt es natürlich auch jede Menge Schriften, die schon von Grund auf oder als Optische-Größen-Varianten so gestaltet sind. Die nennt dann bloß keiner direkt »bildschirmoptimiert«. Man muss da bei der Auswahl also einfach schauen, ob die oben genannten Punkte erfüllt sind.  

 

B) Die Software: wie oben schon gesagt, gibt es da Unterschiede wie Tag und Nacht. Jedes Betriebssystem stellt Text anders dar und entsprechend unterschiedlich sind da die nötigen und sinnvollen Maßnahmen. Auch ist die Kategorie E-Book-Geräte eigentlich viel zu groß. Ein einfacher pixeliger Schwarz-Weiß-E-Book-Reader und ein hochaugelöstes iPad haben im Sinne der Textdarstellung eigentlich nichts miteinander gemein, selbst wenn sie beide ein E-Book anzeigen können. Da muss man also ganz zielgerichtet überlegen und testen, wen man mit seinen E-Books ansprechen will und dies dann entsprechend bei der Schriftwahl berücksichtigen. 

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