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Initialen gesucht?

Hervorgehobene Antworten

Gott grüß die Kunst! Kann mir jemand weiterhelfen, ich brauche für eine Transkription Antiqua-Initialen aus dem 15./16. Jahrhundert. Fonts finde ich kaum welche auf myfonts.com. Und selbst welche aus Google Books zusammenzusuchen ist kaum möglich, da in einem Buch selten bis nie alle 26 Buchstaben als Initialen erscheinen.

  • Ersteller

Hallo CRudolph. Ja, das geht in die Richtung. Wobei Cherubs im Stile von Holbein noch mehr in die Richtung gingen ;-) Von dieser Art Initialen gibt es nur weniger Digitalisierungen. Danke erstmal!

Ansonsten gibt es mehr Stockphotos als ich dachte. Zum Beispiel 11th Century Alphabet - Initials and Roman Numerals oder Vector illustration of flourish initials. Das waren jetzt so die ersten die mir in die Hände gefallen sind – da gibt es natürlich noch viel mehr bei anderen Anbietern.

 

Wobei dann auch wieder die Frage aufkommt: was macht z.B. Glosso Novum typisch für das 15. Jhd? Mein (vorübergehend geänderter) Avatar ist mit der English Arabesque Revival 1900 gemacht. Ein sehr hübscher Font. Was ist daran jetzt so 1900?

 

  • Ersteller

RobertMichael, schöne Auswahl! Soviele gibt es aber gar nicht, denn ...

1) Cloister und Goudy Initials sind praktisch derselbe Font, nur daß die Goudy Initials neu gezeichnet wurden, und damit eine höhere Qualität aufweisen

2) zwei Vorschläge, Nancy und Paris, haben keine Antiqua-Lettern

3) Cherubs gibt es so gut wie gar keine

 

Was deine Frage angeht woran man nun erkennen soll aus welchem Zeitalter sie stammen. Oftmals stimmt das Datum im Font-Name nicht mit dem Erstellungsdatum überein. Wenn die Initialen in einem Buch aus dem 19. Jhd. erscheinen, kann es sein, daß sie übernommen wurden, und sehr viel älter sind. Und vielleicht sogar auf einer Vorlage aus dem 16. Jhd. beruhen. Diese Arabesque-Initialen sind - wenn ich das mal auf den ersten Blick beurteile - vom Stil her durchaus auch zum 16. Jhd. passend. Typisch für das 15./16. Jhd. ist z. B. daß Holzschnitte statt Kupfern verwendet wurden. Dementsprechend sind die Glyphen gröber geschnitten. Dementsprechend sind die Motive auch nicht so filigran ausgelegt, will mal sagen schlichter. Zudem erkennt man an den Antiqua-Lettern, welcher Entwicklungsstufe der Antiqua sie entsprechen.

 

Aber was solche Stil-Beurteilung betrifft bin ich Laie, vielleicht kann mich ein Experte unter Euch ergänzen oder berichtigen!

  • Ersteller

Wobei ich sagen muß irgendwas irritiert mich an diesen Arabesken. Ich glaube es sind diese geraden Striche, die so gar nicht nach Holzschnitt aussehen, sondern eher nach Tinte(?).

 

Darf ich noch eine Zusatzfrage stellen? Wie kann man solche großartigen(!) Colorierungen, wie auf dem Bild zu sehen, technisch am ehesten bewerkstelligen. Mache ich das besser physisch, indem ich was ausdrucke und ausmale, oder besser mit Photoshop? Ich bin im Grafikdesign nicht sonderlich bewandert ...

 

post-18716-0-18983900-1421885349_thumb.j

So in etwa:

 

post-13053-0-91675400-1421923250_thumb.j

 

Das ist jetzt auf die Schnelle mit einer Vektor-Vorlage und Illustrator gemacht. Ich denke daß Du, wenn Du geübt im colorieren bist, diffizilere Effekte hinbekommen kannst wenn Du druckst, aber mit etwas Übung und den richtigen Farben ist das mit Illustrator auch kein großes Problem (bin auch kein Profi!).

Schön! :party:

 

Wie gesagt, das ist ein Buchstabe der English Arabesque Revival 1900, convertiert in outlines. In diesem Fall habe ich wirklich ganz schnöde mit dem Live Paint Bucket die Innenräume händisch eingefärbt. Mit einer etwas besseren Vorlage (die Linienstärke ist ja recht dick indiesem Fall) sollte es noch besser aussehen. Je nach Untergrund kann man ggf. noch mit den Blendoptionen spielen und etwas Transparenz benutzen. Ich habe hier die Blendoption »Multiply« gewählt und die Deckung auf 75% gesetzt um die Textur des Papiers etwas durchschimmern zu lassen. Hat alles in allem etwa 15 min gedauert (mit einiger Probiererei weil Illustrator nicht so wollte wie ich). Sobald eine Farbpalette da ist geht das dann auch deutlich schneller.

  • Ersteller

Gut, ich versuche nach den von dir beschriebenen Schritten die restlichen Initialen mit Illustrator zu colorieren.

Viel Spaß. Bei Fragen immer her damit.

 

(colorieren, convertieren … ich lese zuviel Pachulkes Beiträge, wie es scheint! :hammer: )

  • Ersteller

CRudolph, danke für das Angebot. Ich habe ein wenig mit Illustrator gespielt und ich muß sagen dieses Tracing eignet sich nur bedingt, nämlich nur da wo klare Konturen sind, wie bei Clipart, oder auch bei Initialen die kaum Schattierungen bzw. Farbübergänge haben. Ansonsten muß das Programm extrem langwierig tracen, was dann als Ergebnis für die Nachcolorierung unbrauchbar wird, weil es zuviel Gefitzel gibt. Hier ein Beispiel für eine Initiale wo es nicht funktioniert. Unser Auge erkennt die Form und Konturen, aber der Rechner tut sich damit schwer.

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