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Interpunktion bei Nachweisen in Klammern nach Paraphrasen

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Castor-designs

Ich habe eine ähnliche Frage hier bereits einmal gestellt. Mein Vorschlag war, dass bei direkten Zitaten die Nachweise in Klammern hinter dem schliessenden Abführungszeichen stehen müssen; es wird kein zusätzlicher Punkt nach dem Nachweis gesetzt. Der Vorschlag wurde von zwei Forumsbenutze* bestätigt. (Nachweise in Fussnoten sind keine Option.)

 

 

Damit etabliert sich eine Veranlassungskette: «Er [sokrates] war und blieb Hebamme; nicht weil er ‹das Positive nicht hatte›, sondern weil er einsah, daß jenes Verhältnis das höchste ist, das ein Mensch dem andern gegenüber einnehmen kann.» (PB 18)

 

Jetzt hat sich die Frage aber erneut gestellt. Konsequenterweise müsste dann auch bei Paraphrasierungen, welche ganze Abschnitte oder Sätze umfassen, der Nachweis nach dem Interpunktionszeichen zu stehen kommen.

 

Wird nun Rainers Tat zurückverfolgt, finden sich hinweisende Vorwegnahmen etwa beim Schulfest, an dem Rainer sich fragt, warum er sich nicht einfach umbringen soll. (250) Aufgrund dieses inneren Monologs und ...

Das mutet nun aber  etwas seltsam an. Der Quellennachweis scheint irgendwie einfach losgelöst zwischen den Sätzen zu schwerben.

 

Der einzig angenehme Fall ist derjenige, wenn sich Paraphrasierungen auf einzelne Teile beziehen, die dann auch schon im Satz ausgewiesen werden können.

 

 

Mit ihrer Gefühlsdynamik übertrifft Anna den Bruder wie den Freund im Moment der Gewaltausübung an Brutalität (7 f., 212 f.) und Gerissenheit (72–75).

In diesem letzten Fall stellt sich das Problem gar nicht erst.

 

Wie seht ihr es für die ersten beiden Fälle? Ist insbeosndere der zweite Fall typografisch korrekt umgesetzt?

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Phoibos

Solche Verweise gehören eigentlich in Fußnoten. Wenn das nicht geht, würde ich im ersten Fall den Verweis vor das Zitat hinter "Veranlassungskette" setzen. Im zweiten Falle hinter das "fragt" bzw. am Anfang der Paraphrase.

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Castor-designs

In meinem Fachbereich verhält sich das anders mit den Fussnoten. Fussnoten treten auch auf und zwar für Sekundärliteratur. Entsprechend ist es inkonsequent, plötzlich bei der Primärliteratur den Nachweis vor das Zitat zu stellen. Der Nachweis muss nach Zitat/Paraphrase zu stehen kommen, die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge (in Hinblick auf die Interpunktion).

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Phoibos

Sind das jetzt Fußnoten oder Sigla, die direkt im Fließtext stehen sollen? Bei Fußnoten gelten natürlich die üblichen Vorschriften bezüglich der Platzierung. Die Sigla würde ich immer dort setzen, wo ich sie auch sprechen würde.

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Castor-designs

Sind das jetzt Fußnoten oder Sigla, die direkt im Fließtext stehen sollen? Bei Fußnoten gelten natürlich die üblichen Vorschriften bezüglich der Platzierung. Die Sigla würde ich immer dort setzen, wo ich sie auch sprechen würde.

Was meinst du mit Sigla? Auf semantischer Ebene sind es Nachweise. Es sind Nachweise der Primärliteratur und stehen deshalb formal nicht in Fussnoten. Nachweise der Sekundärliteratur stehen formal in Fussnoten. Meine Frage bezieht sich auf die Interpunktion in Zusammenhang mit Nachweisen im Fliesstext. Die Nachweise haben nach dem jeweiligen Zitat oder nach der jeweiligen Paraphrase zu stehen. Die Frage ist, ob der schliessende Punkt vor oder nach dem Nachweis zu stehen kommt, wenn sich der Nachweis auf einen ganzen Satz bezieht.

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Martin Z. Schröder

Die Interpunktionen in deinen Beispielen halte ich für richtig. Nach dem satzschließenden Punkt oder nach dem Wort oder Satzteil, auf das sich der Hinweis bezieht. So macht man es auch mit Fußnoten, so wird es auch in der »Detailtypografie« von Forssman/de Jong für Fußnoten empfohlen. Die beiden weisen aber darauf hin, daß es keine verbindlichen Regeln für die Stellung der Verweiszeichen gibt, also auch für die Hinweise, wie du sie in den Text setzt. Wenn es besser aussieht, die Angaben vor Punkt und Komma zu setzen, ist das auch richtig. Unnötig zu erwähnen: es sollte im ganzen Text einheitlich sein. In deinem ersten Beispiel steht die Klammer gewissermaßen vor einem weggelassenen Punkt, der nur wegen der unschönen Häufigkeit weggelassen wird. Der Verweis kann ja nichts ins Zitat gesetzt werden, und

 

weil er einsah, daß jenes Verhältnis das höchste ist, das ein Mensch dem andern gegenüber einnehmen kann.» (PB 18).

 

sähe wohl unschön und wirr aus, oder? Im zweiten Beispiel kann die Klammer vor den Punkt gesetzt werden und würde trotzdem zum ersten passen, weil dort kein Punkt steht, vor den sie gesetzt werden kann.

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Castor-designs

In deinem ersten Beispiel steht die Klammer gewissermaßen vor einem weggelassenen Punkt, der nur wegen der unschönen Häufigkeit weggelassen wird.

Ich hätte jetzt eher gesagt, ein direktes Zitat ist selbst eine syntaktisch abgeschlossene Einheit und braucht deswegen nicht ein eigenes Satzzeichen nach den schliessenden Abführungszeichen. Kontrovers ist vielleicht die Frage, ob der Punkt nicht besser ausserhalb des Zitates gesetzt wird. Dann erübrigt sich das Problem.

 

Damit etabliert sich eine Veranlassungskette: «Er [sokrates] war und blieb Hebamme; nicht weil er ‹das Positive nicht hatte›, sondern weil er einsah, daß jenes Verhältnis das höchste ist, das ein Mensch dem andern gegenüber einnehmen kann» (PB 18).

Gedanken dazu, aber in Hinblick auf direkte Rede in Prosatexten und weniger für das wissenschaftliche Zitieren, findet man etwa auf http://www.belleslettres.eu (Link zum Artikel).

 

Wird die wörtliche Rede in einen anderen Hauptsatz eingebettet, blei­ben das Frage- und das Aus­rufe­zei­chens in der klas­si­schen Zei­chen­setzung wegen ihren un­ver­zicht­baren Neu­mas erhal­ten.

  • «Ich komme gleich!» rief er.
  • «Wann soll ich kommen?» fragte er.

Der Punkt dagegen erfüllt nur syntaktische Funk­tio­nen und ver­schwin­det, weil die ein­gebet­tete wört­liche Rede syn­tak­tisch das Ob­jekt des über­geord­neten Haupt­satzes ist. Da das Objekt ein Objekt­satz ist, muß er vom Haupt­satz durch Kom­ma ab­getrennt wer­den.

  • «Ich komme gleich», sagte er.
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Phoibos

Was meinst du mit Sigla?

Abkürzungen für Werke, auf die Du ständig verweist. Diese werden entweder vor/nach dem Vorwort definiert oder bei der ersten Zitation, sofern sie nicht sowieso als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. 

Fußnoten werden gewöhnlich nicht durch den Inhalt sondern durch die Position definiert. Da eine Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärliteratur zu machen, davon höre ich das erste Mal und halte es für arg artifiziell.

Die Frage ist, ob der schliessende Punkt vor oder nach dem Nachweis zu stehen kommt, wenn sich der Nachweis auf einen ganzen Satz bezieht.

 

Als Siglum im Fließtext würde ich es vor den Punkt setzen, wenn nicht sogar nach einem passenden einleitenden Wort, weil es Teil des Satzes ist im Sinne von "so schreibt Gottweißwer in seinem Werk Bla auf Seite 35", als Fußnote hinter den Punkt, weil das die Konvention ist.

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Petra (Kommazwerg)

  • Moment mal ... Die Beispiele stimmen so nicht:
  • «Ich komme gleich!» rief er. 
  • «Wann soll ich kommen?» fragte er.

:tutor:

Achtung: Auch hier muss zusätzlich ein Komma gesetzt werden: 

 

  • «Ich komme gleich!», rief er.
  • «Wann soll ich kommen?», fragte er.
  • «Ich komme gleich», sagte er.
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Petra (Kommazwerg)

Noch zur eigentlichen Antwort: 

Ja, es bleibt dir nichts anderes übrig, als konsequenterweise die Klammer NACH dem betreffenden Satz einzufügen. Also richtig:

 

Zitat bezieht sich auf einen ganzen Satz, Abschnitt oder mehrere Sätze:

Wird nun Rainers Tat zurückverfolgt, finden sich hinweisende Vorwegnahmen etwa beim Schulfest, an dem Rainer sich fragt, warum er sich nicht einfach umbringen soll. (250) Aufgrund dieses inneren Monologs und ...
 

 

Zitat bezieht sich auf einzelne Wörter oder Satzteile:

Mit ihrer Gefühlsdynamik übertrifft Anna den Bruder wie den Freund im Moment der Gewaltausübung an Brutalität (7 f., 212 f.) und Gerissenheit (72–75).

Mit Anführungszeichen – Fall A: Einzelsatz 

Man könnte davon halten, was man will. «Er [sokrates] war und blieb Hebamme; nicht weil er ‹das Positive nicht hatte›, sondern weil er einsah, daß jenes Verhältnis das höchste ist, das ein Mensch dem andern gegenüber einnehmen kann.» (PB 18)

 

Mit Anführungszeichen – Fall B: nach Doppelpunkt
Der schliessende Punkt ist hier ausserhalb des Zitats, da es dem vorausgehenden Satzteil mit Doppelpunkt untergeordnet ist.

Damit etabliert sich eine Veranlassungskette: «Er [sokrates] war und blieb Hebamme; nicht weil er ‹das Positive nicht hatte›, sondern weil er einsah, daß jenes Verhältnis das höchste ist, das ein Mensch dem andern gegenüber einnehmen kann» (PB 18).

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Castor-designs

 

  • Moment mal ... Die Beispiele stimmen so nicht:
  • «Ich komme gleich!» rief er. 
  • «Wann soll ich kommen?» fragte er.

:tutor:

Achtung: Auch hier muss zusätzlich ein Komma gesetzt werden: 

 

  • «Ich komme gleich!», rief er.
  • «Wann soll ich kommen?», fragte er.
  • «Ich komme gleich», sagte er.

 

Im geposteten Text findet sich eine Begründung für die regelwidrige Handhabung.

Danke für deine Antworten. :)

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