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Video: Buchbinder in Aktion

Hervorgehobene Antworten

Toll!  :biglove: So ein Leimfließband hätte ich zu Dummybauzeiten auch gerne gehabt – die Sauerei mit dem Sprühkleber war immer fürchterlich und trotz Sprühbox bestimmt nicht sonderlich gesund …

Schöne Sache, das! Bloß baue ich heutzutage nicht mehr so viele Dummies, weil ich aus der Verpackungsgestaltung so ziemlich rausgewachsen bin … Schade eigentlich! Vielleicht brauche ich so ein famoses Dings, wenn ich meinen Märchenbaukasten dann endlich mal auf den Markt bringe – und die Schachteln dafür alle selber baue …  :party:

… und die Schachteln dafür alle selber baue …  :party:

 

Ehrlich gesagt hat sich beim Ansehen dieses wunderschönen Filmes immer mal wieder ein kleiner Betriebswirt in meinem Hinterkopf gemeldet und die Hände über (seinem) Kopf zusammengeschlagen bei der Vorstellung, was so eine Kiste mit ihren drölfundachtzig Arbeitsschritten bei deutschen Stundensätzen denn kosten müsse und welcher Kunde bereit wäre, das hinzulegen. :-?

Und selbst in China macht man das nicht mehr, denn ich habe sie lange nicht mehr gesehen, die echten Chinakladden, 

denen man noch ansah, dass die Buchdeckel mit dem roten Lackpapier-Einband und den schwarzen Ecken von Hand geklebt waren, so unterschiedlich fiel da oft die Zentrierung des Einbandpapiers aus, und der Fabrik-Aufkleber saß oft etwas schief im inneren. Heute bauen diese Leute lieber echt soper Smartphones.

 

Aber ich kann mir denkem, braucht man für einen speziellen Zweck gerade mal 10 Kästen, dann ist solch eine Handarbeit wirtschaftlicher, als erst die Einrichtung der Maschinen. Ich habe für einen Messestand auch schon Verpackungs-Mockups gebastelt, noch dazu in mehreren Packungsgrößen...

Sprühkleber konnte ich noch nie ab, ich habe schon verschiedene getestet aber meistens klebt alles drumherum (die Finger ganz besonders) und da wo es halten soll, geht’s wieder ab. Ich mache alles mit Planatol – kaschieren, Dummies binden, aufziehen etc. Das hält wunderbar und man kann schön sauber damit arbeiten.

Als Sohn einer Buchbinderin und eines Druckformherstellers schlägt da auch mein Herz höher.

 

:gimmifive: High Five, Aleko! Bei mir ist es der Vater, der Buchbinder ist! Und du und ich studieren beide Produktdesign und interessieren uns für Typographie… Ob da ein mysteriöser Zusammenhang besteht? :-?

Ehrlich gesagt hat sich beim Ansehen dieses wunderschönen Filmes immer mal wieder ein kleiner Betriebswirt in meinem Hinterkopf gemeldet und die Hände über (seinem) Kopf zusammengeschlagen bei der Vorstellung, was so eine Kiste mit ihren drölfundachtzig Arbeitsschritten bei deutschen Stundensätzen denn kosten müsse und welcher Kunde bereit wäre, das hinzulegen. :-?

Als ausgebildete Buchbinderin muss ich sagen: kaum noch jemand.

Schönes Filmchen, ich sehe ja immer gerne, wie andere Buchbinder arbeiten. Konservatorisch bedenklich finde ich den breiten Einsatz von doppelseitigem Klebeband (Weichmacherwanderung), das macht das Zusammenbauen aber viel schneller. Da holen die Damen wohl die Zeit rein, die sie beim Auslegen ihrer Teilchen ganz am Anfang verlieren ...

Nun ja, das Klebeband steckt ja auch recht weit im Inneren, da hat der Weichmacher schob viel dicke Graupappe zu durchwandern, und Halt gibt ja dann der Leim.

Bei der Methode bin ich mir mit dem Leim nicht so sicher, da das Klebeband eine zusätzliche Materialstärke darstellt und der Leim wahrscheinlich nicht die ganze Fläche zuverlässig kleben kann.
Ohne den Klebeband-Trick ist das Aufsetzen eines Innenteils auf den Deckel bei einer Kassette eine nicht sonderlich filmreife Arbeit, da man den richtigen Moment erwischen muss, in dem der Klebstoff nicht mehr ganz frisch aber auch noch nicht zu trocken ist. Hurtig das Innenteil aufsetzen, Stand korrigieren (da fängt die Mühsal bei Anfängern an), Füllmaterial rein und ab in die Presse damit. Und wenn der Klebstoff zu frisch war, verrutscht die Angelegenheit spätestens beim Zuziehen der Presse. Weswegen Kassetten mit separat gefertigten Teilen (Kasten und Decke) bei Lehrlingen recht gefürchtet sind. Der Vorteil: man kann sie schick beziehen und wie im Film gezeigt bequem prägen. :tutor:

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