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Saphir und Festliche Ziffern, Originalvorlagen

Hervorgehobene Antworten

Hat jemand eine vollständige Schriftprobe der Spahir mit den Festlichen Ziffern, die für eine Digitalisierung geeignet ist? Ich soll Repro-Abzüge herstellen, würde das aber nur machen wollen, wenn es wirklich nötig ist.

  • Ersteller

Danke. Der Interessent kennt diesen Font, hält ihn aber für ungenügend. Es geht um die Herstellung von Holzlettern, also nicht um einen neuen Font nach der Digitalisierung, die nur ein Zwischenschritt sein soll.

  • 2 Wochen später...

Was auch immer Sie nun genau planen, sehr geehrter Herr Martin Z. Schröder, es möge Ihnen gelingen! Die von Ihnen dargestellten Initialbuchstaben sind ja mit ihren sieben statt drei Blättern von Haus aus dem Standardfont überlegen.

 

Auf jeden Fall würde ich hochauflösend in Farbe scannen, auch für spätere Anwendungen an anderer Stelle.

  • 2 Wochen später...
  • 2 Monate später...
  • Ersteller

Inzwischen hat der Kollege aus Australien den Auftrag erteilt, und ich drucke Repro-Abzüge der Saphir und der Festlichen Ziffern. Ich habe mal die Linotype-Digitalisierung mit Fotos von meinen Abzügen verglichen und kann den Kollegen nun verstehen. Die Unterschiede sind beträchtlich:

 

Blei: post-20217-0-41389200-1446243928_thumb.j Digital: post-20217-0-14798000-1446243927_thumb.j

 

Blei: post-20217-0-62067900-1446243929_thumb.j Digital: post-20217-0-20992900-1446243926_thumb.j

 

Blei: post-20217-0-57907200-1446243925_thumb.j Digital: post-20217-0-67618900-1446243923.jpg

Wer eine Bleisatzschrift digitalisiert, sollte auch von Punzen eine Ahnung haben und wie diese technisch gefertigt wurden. Eine genaue Beobachtungsgabe wäre dabei hilfreich.

  • Ersteller

Was genau meinst du damit?

Es geht übrigens nicht um reine Digitalisierung, sondern um das Herstellen von Holzlettern. Ich liefere auch Fotos der Bleilettern mit. Mir scheint, mein Auftraggeber weiß, was er tut. Deshalb mache ich das auch recht vergnügt.

 

Die Linotype-Digitalisierung finde ich übel. Sie scheint technisch für kleine Grade gemacht worden zu sein, aber diese Schrift setzt man gar nicht in kleinen Graden. Ich wüßte gern, ob Zapf an diesem Projekt beteiligt war und was er dazu meinte.

Mir erscheint die Diogitalisierung ein wenig so, als hätte man sich die Arbeit leicht gemacht, und hätte hier ein Vektorisierungsprogramm dran gelassen.

Was genau meinst du damit?

 

Die Linotype-Digitalisierung finde ich übel. Sie scheint technisch für kleine Grade gemacht worden zu sein, aber diese Schrift setzt man gar nicht in kleinen Graden. Ich wüßte gern, ob Zapf an diesem Projekt beteiligt war und was er dazu meinte.

 

Ich habe mich wahrscheinlich nicht gut ausgedrückt.

 

Die Linotype-Digitalisierung meinte ich. Hiebei hatte der Schriftgestalter, sofern man bei einer Digitalisierung von Gestaltung sprechen kann, wenig Einfühlungsvermögen in die Herstellungsart der Bleilettern gezeigt.

 

In der Bleisatzversion ist der Einschlag der Punzen sauber erkennbar. Ich kann mich auch irren, aber ich nehme an, dass der Schriftstempel mittels Einschlagen von Gegenpunzen gefertigt wurde.

 

Klare Binnenformen im Gegensatz zur Digitalisierung. Zumindest auf den ersten Blick.

  • Ersteller

Es sind ganz andere Formen entstanden. Ich würde das nicht einfach Digitalisierung nennen. Wenn man sich mal die ovale und nach rechts geneigte Innenform des Blei-G anschaut und dann die vereckigte und etwas aufgerichtete des digitalen. Oder unten den Ansatz der feinen Linie an den kurzen Stamm, das ist etwas ganz anderes. Die feinen Linien sind in der digitalen Fassung viel dicker. Und die Punze vom P (nicht die Verzierungspunzen, sondern die große), hat links oben einen Schlag bekommen. Die Serifen sind in Blei ziemlich ausdifferenziert, ziemlich unterschiedlich. Digital eine Soße. Die weiße Form am Tropfen vom K, das ist in Blei viel feiner gezeichnet, auch der Tropfen selbst ist in Blei keine Kuller. Und schon die Grundlinien. In Blei wie handgezeichnet, leicht durchgebogen, digital begradigt und verödet. Und so ist das mit allen Buchstaben. Sieht das bei Linotype niemand? Ist das Blindheit? Oder ist es Absicht, und wenn ja, welche?

  • Ersteller

Und weil es so schön ist, hier der komplette Bestand meiner Werkstatt in Saphir und den Festlichen Ziffern:post-20217-0-09225500-1446747745_thumb.j

post-20217-0-91676200-1446747743_thumb.j

post-20217-0-70162400-1446747742_thumb.j

Für den Nachschnitt in Holzlettern habe ich während des Druckens die Walzen abgestellt, so daß der Satz nicht mehr eingefärbt wurde und in den Abzügen verblaßt, wodurch die Konturen deutlich werden. Jede Schrift sieht auf jedem Papier anders aus. Max Caflisch hat mal für Verlage einen Ordner mit Proben in Buch- und Offsetdruck zusammengestellt, auf dem gleiche Schriften auf unterschiedlichen Papieren dargestellt werden. Je glatter das Papier, desto feiner der Farbauftrag und der Preßdruck und desto schärfer das Schriftbild. Früher hat man das in manchen Verlagen berücksichtigt. Heute würde ich nur noch Steidl zutrauen, sich um diese Fragen zu kümmern, da die Verlage keine künstlerische Aufsicht für solche Details für nötig halten. Jedenfalls wurde ich noch nie von einem Verlag darauf angesprochen, wenn ich Bücher ausgestattet habe. Und ich selbst kümmere mich auch nicht darum, weil es keine entsprechenden Proben gibt und Caflischs Mustersammlung veraltet ist und ich zu faul bin, einen eigenen Katalog dieser Art aufzubauen für die paar Bücher, die ich mache. Umso mehr freut mich, daß mein australischer Auftraggeber für die Saphir-Reproabzüge sich um solche Details kümmert.

Diese Abzüge gibt es auch in meinem Online-Shop in einer kleinen Auflage zu erwerben.

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