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Maßeinheiten im Fließtext – cm oder Zentimeter?

Hervorgehobene Antworten

Hallo Community,

 

es gibt doch die Regel, dass Zahlen bis 12 als Wort und größere als Ziffern geschrieben werden sollten (gibts die Regel noch?). Wie ist es aber mit Einheiten und den Kombinationen aus beiden?


Heißt es in einem Text z.B. achtzigtausend Quadratkilometer? Oder schreibt man doch lieber 80.000 km2?

 

Und wie würdet ihr z. B. "270 × 190 cm groß" und "15 × 15 m" in einem Fließtext schreiben?

 

DANKE schon mal!

Peter

Ich halte in beiden Fällen die kürzere Schreibweise mit Ziffern für besser lesbar und würde es daher auch so umsetzen. Höchstens so angaben wie „fünf Meter“, wenn sie normal im Fließtext stehen, könnte man in meinen Augen auch ausschreiben, aber sobald die Angaben komplizierter oder Teil einer Gruppe (also mehrere zusammengehörige Angaben, wie Länge und Breite) sind würde ich die abkürzende Schreibweise nehmen.

 

Oder anders gesagt, wenn die Angabe eher als technische Information ist, ist denke ich die Nummer sinnvoll, wenn es aber eine eher beliebige Angabe in einem Roman ist, kann man evtl. auch ausschreiben.

  • Ersteller

Hallo Tobi,

 

vielen Dank für deine Hilfe!

Was du schreibst, entspricht auch meinem Gefühl.

 

So würde ich es dann im Text schreiben (hier zwei Sätze daraus):

"Die Bodenarbeit hat eine Größe von 15 × 15 m. Es war ziemlich anstrengend, die Blätter in dem großen Raum auszulegen."

 

Viele Grüße!

Peter

 

Dann aber bitte m². Oder sind es fünfzehn Blattschlangen, die jeweils fünfzehn Meter lang sind?

Henning hat recht, mathematisch korrekt müsstest du die Einheit wiederholen (15 m × 15 m) oder eben „ausklammern“ (15 × 15 m²).

15 × 15 m. Das versteht jeder. So redet praktisch jeder. So wird es fast immer geschrieben.

 

Zum Vergleich mal ein paar wahllose Google-Ergebnisse zu »Handgepäck Größe«. Da steht auch fast immer so was wie 55 x 40 x 23 cm und nicht etwa  55 x 40 x 23 cm³ o.ä.

http://www.hand-gepaeck.de/masse-und-gewicht

http://www.focus.de/reisen/flug/handgepaeck-regeln-der-fluglinien-fuer-masse-und-gewicht_id_5492954.html

https://www.welt.de/wirtschaft/article142273419/Handgepaeck-Groesse-soll-um-40-Prozent-schrumpfen.html

Gut, da kommt der Naturwissenschaftler in mir durch... Auch, wenn es so gelesen und in der Regel auch so geschrieben wird, ist es falsch.

„20:15 Uhr“ wird ja auch als „Zwanzig Uhr fünfzehn“ gelesen und „km/h“ oft als „Stundenkilometer“, vielleicht könnte man es also bei den Flächenangaben auch richtig schreiben und falsch lesen. :hammer:

Hallo zusammen,

 

ob man Zahlen in Ziffern oder in Buchstaben setzt, kommt oft darauf an.
– In allgemeinen Texten werden ein- und zweisilbige Zahlen in Buchstaben gesetzt, längere in Ziffern. Das heißt dann auch, dass «tausend» besonders in literarischen Texten so geschrieben wird und folglich auch «eintausend». (Oft gilt aber noch die alte Regel aus der Druckerbranche, Zahlen bis zwölf auszuschreiben. Wie verwirrend dann letztendlich das Schriftbild wird, hängt vom Text ab. Ich persönlich kann diese Regel nicht empfehlen.)
– Bei Nummern, Jahreszahlen, Maß- und Währungsbezeichnungen und beim Datum werden auch kurze Zahlen in Ziffern gesetzt.
– Kurze Zahlen werden auch in Ziffern gesetzt, wenn sie mit langen Zahlen in Zusammenhang stehen oder wenn sie Vergleichswert haben (Sportberichte, Inventare, Tabellen, etc.).

! Die Schreibweise der Zahlen und die Schreibweise der Maßbezeichnungen bedingen einander: 12 km | 12 Kilometer | zwölf Kilometer; aber nicht: zwölf km.

 

Die Darstellung hängt also von der Art des Textes ab – sie sollte aber innerhalb des Textes konsequent gehandhabt werden.
Literarischer Fließtext: «fünfzehn mal fünfzehn Meter» «80000 Quadratkilometer»
Sachtext, Tabelle oder Ähnliches: «15 × 15 m» oder «15 mal 15 Meter»; «80000 km²»

Bitte zur Gliederung von Zahlen mit fünf oder mehr Ziffern keinen Punkt verwenden, sondern ein Spatium.

vor 5 Minuten schrieb HenningH:

Gut, da kommt der Naturwissenschaftler in mir durch... Auch, wenn es so gelesen und in der Regel auch so geschrieben wird, ist es falsch.

„20:15 Uhr“ wird ja auch als „Zwanzig Uhr fünfzehn“ gelesen und „km/h“ oft als „Stundenkilometer“, vielleicht könnte man es also bei den Flächenangaben auch richtig schreiben und falsch lesen. :hammer:

Stimmt. Man liest eher 15 auf 15 Meter, also 15 Meter lang, 15 breit. Insofern ist das Mal-Zeichen aus naturwissenschaftlicher Sicht hier falsch. In einem Fließtext würde ich es eh ausschreiben und die Angabe in Ziffern und Zeichen nur beispielsweise bei Bildunterschriften benutzen.

vor 8 Stunden schrieb Þorsten:

15 × 15 m. Das versteht jeder. So redet praktisch jeder. So wird es fast immer geschrieben.

 

Zum Vergleich mal ein paar wahllose Google-Ergebnisse zu »Handgepäck Größe«. Da steht auch fast immer so was wie 55 x 40 x 23 cm und nicht etwa  55 x 40 x 23 cm³ o.ä.

http://www.hand-gepaeck.de/masse-und-gewicht

http://www.focus.de/reisen/flug/handgepaeck-regeln-der-fluglinien-fuer-masse-und-gewicht_id_5492954.html

https://www.welt.de/wirtschaft/article142273419/Handgepaeck-Groesse-soll-um-40-Prozent-schrumpfen.html

Moin,

 

bei solchen Angaben kommt es auch auf die Zielsetzung des Verfassers an. Häufig möchte man keine Fläche oder Volumen angeben, sondern maximal zulässige Längenabmessungen.

Aber trotzdem muss es nicht anders behandelt werden, ob der Koffer 55 x 40 x 23 cm groß sein darf, oder ob er das tatsächlich ist.

Solche Grenzwerte sind ja letztlich der "Karton" in den der Koffer passen muss.

 

Lese ich aber "das neu ausgewisenen Neubaugebiet hat 5 x 1000 m²", dann ist das nicht ein 1 km langer Landstreifen von 5 m breite, sondern eben 5 Grundstücke zu je 1000 m²

Einheiten bitte nie, unter keinen Umständen, niemals nicht in eckige Klammern setzen! :tutor: Büdde, büdde nücht! Auch, wenn das Hunderte von Mathekollegen so tun... :cry:

Haha, Nerv getroffen? :-)

 

War auch nicht ganz ernst gemeint, kenne ich aber von Formeln.

 

Beispiel:

Elektrische Spannung:   U = R * I   [V]

 

Analog dazu wäre ja auch:

Fläche:   A = l * b   [m²]

Zitat

Eine eckige Klammer um eine Einheit (z. B. [V]) ist falsch, wenn auch eine immer noch verbreitete Unsitte!

(Horst Kuchling: Taschenbuch der Physik. 13. Aufl. Fachbuchverlag Leipzig 1991. S. 28. Hervorhebung original.)

Irgendwie habe ich allerdings das Gefühl, als wenn hier jemand eine Regel fern ab der Praxis aufgestellt hat. Ist nicht sonst das richtig, was von jedem auch richtig verstanden wird?

 

Praktisch alle Profs in der FH hatten Formeln nach diesem Schema geschrieben, z.B.

 

U  [V] / R  [kΩ] = I  [mA], und jeder liest "Die spannung U in Volt geteilt durch den Widerstand R in Kiloohm ergibt den Strom in Milliampere.

 

Gut, unzulässig, aber eben praktisch und verständlich, man lernt gleich die richtigen Formelzeichen und die jeweils dazugehörende Einheit, und das Klammerpaar liest praktisch jeder als "in" im Sinne von in der Einheit.

 

Was natürlich eindeutig falsch ist, ist eine Angabe 470 [Ω]

 

Die eckigen Klammern hängen ja schon mit der Einheit zusammen, allerdings in der Form [U] = V (für die geschweiften Klammern gilt {U} = 230, wenn U = 230 V ist).

Man kann ja die Einheit durch den Bruchstrich „anfügen“: U = 230 V => U/V = 230, was Formeln vielleicht etwas unübersichtlich macht. Dann gibt es noch die Form (z. Bsp. in Formelsammlungen), eine kleine Tabelle beizufügen:

 

 U |  R   |   I

---+----+----

 V |  Ω  |  A

 

(Man verzeihe mir bitte das schlechte Tabellenlayout.)

 

(Als ich in de 90ern studierte, war es sehr verpönt, Einheiten in eckige Klammern zu setzen.)

  • Ersteller

Hallo an alle Helfer,

 

vielen Dank für eure Mühe! Ich lese jetzt mal alles in Ruhe durch und entscheide dann. Der Künstler, über dessen Bodenarbeit geschrieben wird,  hat die Maße selbst so angegeben (also nicht in m²). Ich frage ihn einfach auch noch mal.

 

  • 9 Monate später...

ich als DAU verstehe 15 x 15 m als 225 m2... 

also fünfzehn Meter lang und fünfzehn Meter breit mit einer Inhaltsfläche von 225 Quadratmetern...

 

und bei Bodenaushub wären das ja Kubikmeter (m3), da eine gewisse Tiefe ausgehoben wird :-D

 

Sorry, daß ich die Ziffern nicht hochstellen kann, deswegen hab ich die Wortentsprechungen dazugeschrieben.

Beim Baustoffhändler meinte mein Vater zu einem Angestellten, der am Knickradlader lehnte „Gib mal einen halben Meter Sand!“. Vorher auf der Anfahrt hatte er mir scherzhaft erklärt, man müsse mit Baustoffhändlern in deren Sprache sprechen. Der Mitarbeiter hat auch nicht lange gefackelt und unseren kleinen Anhänger mit einer großzügigen Ladung Sand total überladen. 😄

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