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Type Specimen mit Anmutungsinfografik

Hervorgehobene Antworten

Hallo,
ich beginne grade mit meiner Masterthesis und bin auf Recherche zu meinem Thema. Im Gespräch mit meinem Professor erzählte dieser mir, dass die Linotype Specimen früher eine Grafik auf der letzten Seite hatte, welche die Anmutung der Schrift visualisierte. Frei nach dem Motto verspielt/seriös, hart/weich, klassisch/modern, ...

Ich finde leider online keine Bespiele, aber ich glaube an euch! Vielleicht habt ihr welche und könnt mir helfen!

 

Liebe Grüße und schöne Feiertage

  • 3 Wochen später...

Ich hätte ja als Polaritäten warm und kühl genommen – mild und frisch sind dann schon die Abstufungen :-?

Naja, über semantische Differentiale lassen sich grafische Entscheidungen durchaus objektivieren – wenn von allen Seiten gut und mit guter Absicht gemacht.  Das ist in diesem Beispiel natürlich zu hinterfragen (Warum genau diese Gegensatzpaare? Wie ist die Bewertung damals zustande gekommen?).

vor 3 Stunden schrieb RobertMichael:

warm-männlich- zurückhaltend-billig-aktiv

Ich sag’ jetzt mal … hmmm … Kegelvereinslogo? :-?

vor 11 Stunden schrieb RobertMichael:

Eine warm-männlich- zurückhaltend-billig-aktive Schrift würde mich jetzt aber schon interessieren. :-|

Macht Studien unvermeidlich. Was wird im horizontalen Gewerbe auf der Straße denn so gesetzt?
Bedauerlich, daß die Einstufung eine ungerade Skale hat, so kann man sich immer auf eine neutrale Mitte herausreden. 4 oder 6 Stufen hätten die Marketingfritzen zu einer Einordnung gezwungen.

vor 13 Stunden schrieb Sebastian Nagel:

Naja, über semantische Differentiale lassen sich grafische Entscheidungen durchaus objektivieren – wenn von allen Seiten gut und mit guter Absicht gemacht.  Das ist in diesem Beispiel natürlich zu hinterfragen (Warum genau diese Gegensatzpaare? Wie ist die Bewertung damals zustande gekommen?).

Mich würde auch interessieren, wen die Verkäufer als Ziel im Auge hatten. Solche Zuschreibungen sind in der Praxis durchaus einmal sinnvoll, vor allem für Nicht-Typografen, die man zum Nachdenken über Anwendung bringt, aber beim Schriftenkauf dürfte man sich kaum davon leiten lassen, eine »billig« anmutende Schrift mitzunehmen. Die Schriftmuster mit Wörtern, die einen Sinn tragen, waren und sind ausdrucksstärker als dieser Umweg über etwas hilflose und eher zum Widerspruch auffordernde Zuschreibungen, die kaum über den Tag hinaus zutreffen. Wer Weiblichkeit nur als weich ansieht, hat die letzten Jahrzehnte verpaßt. Mit diesen Tabellen ist man offenbar auch nicht weit gekommen. Allein die Farbe ändert das gefühlte Bild – »Schrift ohne Anwendung ist wie eine Blume ohne Duft«, hat GGL so schön gesagt.

vor 2 Minuten schrieb Martin Z. Schröder:

aber beim Schriftenkauf dürfte man sich kaum davon leiten lassen, eine »billig« anmutende Schrift mitzunehmen.

Na ja, für die Werbung eines 1€-Ladens  würde das doch ganz prima passen.

Ich tippe mal, dass hier die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes »billig« = »angemessen, angebracht« gemeint war.

 

Beste Grüße

vor 10 Minuten schrieb catfonts:

Na ja, für die Werbung eines 1€-Ladens  würde das doch ganz prima passen.

Es scheint mir wenig wahrscheinlich, daß ein Grafikdesigner anläßlich eines solchen Auftrages seine Schriften nach dem Prädikat »billig« durchforstet. Er wird wohl erst über die Anwendung nachdenken und dann feststellen, daß sehr viele, sehr, sehr viele Schriften anfangen passend zu lärmen, wenn man sie groß, fett und in Weiß auf Rot zur Anwendung bringt.

 

vor 1 Minute schrieb KlausWehling:

Ich tippe mal, dass hier die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes »billig« = »angemessen, angebracht« gemeint war.

Dann wäre das Antonym ein anderes.

So wie ich das kenne werden nicht immer Gegensatzpaare gesucht, die so allgemein verfasst sind, dass beide Extreme unbedingt als Möglichkeiten bestehen müssen. Wenn ich davon ausgehe, dass mein Produkt eine gewisse Wertigkeit hat oder haben soll, dann steht ja so etwas wie kostbar oder teuer schon fest. Wenn ich das in diesem Polaritätenprofil anzeigen will brauche ich eben ein Antonym.

Diese Profile sind ja nie omnipotente, immerwährende, wissenschaftliche Matrizen, sondern lediglich eine Möglichkeit grafisch einen gewissen Eindruck (oder ein Ziel) zu vermitteln. Also, man würde jetzt nicht anfangen alle Schriften von Berthold in diesen Kategorien einordnen zu wollen.

Und dann die Sternchen auf der Skala  bei "weiblich, weich" zu "männlich herb" genau n der Mitte? Wie soll das zur Aussage passen??? Zur Überschrift passend hätte ich hier Position 5 erwartet.

In mehrerlei Hinsicht ein sehr vergnüglicher Fund, danke fürs Teilen.

 

Am 10.1.2018 um 16:39 schrieb catfonts:

Und dann die Sternchen auf der Skala  bei "weiblich, weich" zu "männlich herb" genau n der Mitte? Wie soll das zur Aussage passen??? Zur Überschrift passend hätte ich hier Position 5 erwartet.

Die Bewertung soll nur für den Schnitt Marbrook Mager gelten. Rechts neben dem Kasten stehen – ohne grafische Aufbereitung in der Skala – als schlichte Zahlenwerte folgende Angaben, die sich wohl auf die Gegensatzpaare beziehen (man kann darüber streiten, wie gelungen das Diagramm dadurch nach Maßstäben guten Kommunikationsdesigns noch ist):

 

Marbrook Buch … 3 4 3 3 2

Marbrook normal … 3 5 3 2 3

Marbrook halbfett … 3 5 3 2 4

Marbrook fett … 3 5 3 2 5

 

Die zweite Ziffer bezieht sich auf das Gegensatzpaar weiblich, weich ↔ männlich, herb.

 

Wenn’s nach Berthold geht, geht erst mit dem Buch die Männlichkeit los und fett heißt hoffnungslos maskulin.

vor 14 Stunden schrieb D2C:

... und fett heißt hoffnungslos maskulin.

Puh, da bin ich aber beruhigt. Dann zähle ich ja tatsächlich noch als Männlich... ;-)

  • Ersteller

puhh jetzt habe ich hier aber was losgetreten :D

 

Am 10.1.2018 um 13:58 schrieb RobertMichael:

Eigentlich völlig irrelevant aber zur Belustigung des Forums noch ein paar weitere Beispiele

Hast du (oder jemand anderes) noch zufällig "Psychogramme" von Sans Serif Schriften? Ich habe lediglich das der Delta und Flora, neben zahlreichen Serifen Schriften.

 

Lg

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