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Fußnoten-Nummerierung: Wann macht ihr sie pro Seite, wann pro Dokument?

Hervorgehobene Antworten

Gibt es irgendwelche Regeln dazu?

Ich tendiere zu Seitenweise da man sonst schnell zwei und dreistellige Fußnotennummern bekommt – das fällt im Fließtext schon unangenehm auf. Wenn das Buch Texte verschiedener Autoren enthält finde ich es auch stimmiger diese nicht durchgehend zu nummerieren.

Meines Wissens kommt es auf die Lesegewohnheiten der Leser*Innen an. Angelsachsen lesen anders als Kontinentaleuropäer. Juristen anders als Mathematiker, BWLer anders als Theologen.
 

Als Leser und Anwender empfinde ich ich eine kontinuierliche Nummerierung am praktischsten. Doch ich komme da aus dem wissenschaftlichen Bereich, da müssen auch Fußnoten zitierfähig sein und dementsprechend über Auflagen und Editionen auffindbar bleiben, was eine Nummerierung pro Seite ausschließt.

Das was @Microboy erwähnt ist einerseits richtig, andererseits kann man dem besser Herr werden, indem man kapitel-/abschnittsweise nummeriert. Und Texte verschiedener Autoren sind ja auch verschiedene Texte, da ist es natürlich, diese eigenständig zu nummerieren.

Es geht im speziellen Fall um einen Geschäftsbericht und es sind eh nur knapp 10 Fußnoten. Mir ging es aber um allgemeine Herangehensweisen, und da ergibt für mich die Zitierfähigkeit und die Eindeutigkeit übers gesamte Dokument spontan mehr Sinn. 

Abweichend von Obigem, und als Wiedergabe einer Regelung, die vor Urzeiten (nicht: Uhrzeiten) im FB1 der Uni Duisburg galt:

So, wie sie abgedruckt sind. Echte Fußnoten, also am Ende der Seite, seitenweise nummeriert; Endnoten, also am Ende des ganzen Dokuments abgedruckt, über das ganze Dokument hinweg durchnummeriert; Kapitelendnoten entsprechend über das Kapitel hinweg nummeriert.

Fand ich damals und finde es noch heute sehr nachvollziehbar.

vor 2 Stunden schrieb bertel:

Gibt es irgendwelche Regeln dazu?

Ja, Hausregeln der Verlage. Deren Unterschiedlichkeit verhindert de facto, dass es allgemeingültige Regeln geben könnte.

 

Du hast (bei Abwesenheit von Hausregeln) also die Freiheit/Qual der Wahl. Meist würde ich mich wohl für eine fortlaufende Nummerierung entscheiden, es sei denn, Fußnoten sind so selten, dass Leser eine »plötzlich« auftretende ² oder ³ als Quadrat- oder Kubik- missverstehen könnten. Da könnte man dann vielleicht wirklich auf jeder Seite erneut mit ¹ beginnen.

vor 6 Minuten schrieb BerndH:

Echte Fußnoten, also am Ende der Seite, seitenweise nummeriert

Potentiell verwirrend kann das nur werden, wenn Fußnote 1 über eine Seite hinaus geht und es dort einen neuen Fußnotenverweis 1 gibt. Da fände ich dann eine zumindest über das Kapitel fortlaufende Nummerierung einfacher.

vor 6 Minuten schrieb Þorsten:

wenn Fußnote 1 über eine Seite hinaus geht

Das geht bei der automatischen Verwendung in InDesign zum Glück nicht.

Wie wird es denn automatisch vermieden, wenn der Fußnotenverweis so weit unten auf einer Seite steht, dass der Platz darunter für den Fußnotentext nicht ausreicht? :-?

Dann springen sowohl der Absatz als auch die zugehörige Fußnote automatisch auf die Folgeseite.

Das führt bei sehr langen Fußnoten evtl. dann aber zu sehr viel Weißraum mitten im Kapitel. Auch nicht so der Hit, oder?

Das kann dann sicher händisch nachbearbeitet werden. Die Automatik sieht jedenfalls einen Umbruch vor.

vor 9 Minuten schrieb Þorsten:

Das führt bei sehr langen Fußnoten evtl. dann aber zu sehr viel Weißraum mitten im Kapitel. Auch nicht so der Hit, oder?

 

Es gibt in manchen Werken oft sehr lange Fußnoten. Mitunter kann der Fußnotentext länger als der Fließtext der Seite sein.

 

Wenn eine Fußnote zu lang ist, kann man sie auf die nächste Seite laufen lassen. In InDesign gibt es dafür die entsprechenden Einstellungen, die dies ermöglichen.

 

„… Ist eine Fußnote so groß, dass für sie auf der Seite, wo sie zitiert ist, zu wenig Platz vorhanden ist, so muss der Anfang der Fußnote auf der Seite stehen, wo sie zitiert ist, während die Fortsetzung auf die nächste Kolumne zu stehen kommt.“ (Quelle: Satztechnisches Taschenlexikon, Richard Niel, Wien 1925)

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