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Such den Schriftfont der Spedition Gübau, Wolfsburg


joerg810

Empfohlene Beiträge

Moin,

ich möchte mir ein älteren LKW der Firma Gübau, Wolfsburg für meine Modellbahn bauen.

Bei der Erstellung der Druckvorlage für die notwendigen decals scheitere ich aktuell an der Indentifikation des Fonts für den Schriftzug "Gübau".

Auf der Seite "http://guebau.de/album/geschichte/"  sind einige Bilder der älteren LKWs zu finden.

Etwas besser sieht man es auf diesen Bildausschnitt :

 

zwischenablage01x9jem.jpg

 

Vielleicht kann mir einer von euch helfen, den passenden font zu finden.

Vielen Dank für eure Mühe

Gruß

Jörg

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Gast bertel

Das sind Werke von Schriftenmalern, die sich oft an bestehenden Satzschriften orientiert, aber grundsätzlich frei gestaltet haben. Einen entsprechenden Font wird es nicht geben, höchstens mehr oder weniger ähnliche.

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Abschließen dazu ein kleiner historischer Abriss:

Wie war das eigentlich in der Zeit vor etwa 40 Jahren, in der es noch keine Computer, Vektorgrafik-Programme und digitale Schriften in irgend einer Form gab?

 

In den allermeisten Fällen waren es Schildermaler, aber auch gewönliche Maler, Lackierer und viele andere Handwerker, die solche Beschriftungen völlig frei von Hand fertigten, oder sich handfefertigter Schablonen bedienten, die dann auch mit Hilfe von Vorlagen-Büchern erstellt wurden. Hier bediente man sich auch des Pantographen oder des Reduktiomszirkelsm odeer manchmal auch nur eines Gitterrasters um die um die snzubringenden (Schrift-)Bilder in die benötigte Größe zu bringen. Nur wenn wirklich eine große Zahl gleicher Beschriftungen benötigt wurden, hat man sich den Text tatsächlich z.B. von einem Plakatdrucker setzen lassen, und zumeist als Einzelabzug drucken lassen, der dann auch entweder zu Schablonen geschnitten werden konnte - durchaus auch schon in Selbstklebefolie, oder eben durch eine Reproanstalt aud großformatigen Lithfim gebracht wurde, mit dem sich dann Siebdruckrahmen belichten ließen.

 

Handwerkliches Beschriften gehörte noch bis in die 1970er Jahre zur Berufsausbildung von Auto-Lackierern, und somit auch das saubere Zeichnen generischer Schrifttypen, von einfachen Blockschriften, wie hier der Schrift on "SPEDITION WOLFSBURG GMBH" bis hin zu sehr organischen Schreibschriften, die sich nur selten an benannten Schriften anlehnten.

 

Bei längeren Texten, z.B. Anbringung von kompletten Adressen auf den Türen von Firmenfahrzeugen kam dann das Stanniol-Verfahren zur Anwendung:

Der Lackierer fertigte sich zuerst eine saubere Reinzeichnung des Textes auf Transparentpapier an. Sollte der Text mehrfarbig, oder mit Schatteneffekten gestaltet sein, für jede Farbe ein passender Entwurf mit Passermarken, die mit den auf das Blech geklebten Marken zur Deckung gebracht werden können.

 

Dann hat man die zu beschriftende Fläche mit Zuckerwasser mit einer Stanniolfolie beklebt (das echte aus Zinn!). Anschließend wurde die Vorlagezeichnung mit einen feinen Ball-Griffel (Kugelgröße etwa 1mm) auf die Zinnzschicht durchgedrückt, und dann mit einem Federmesser freigeschnitten. Hat man sich hier vertan, wurde der ganze Buchstabe, oder gleich das ganze Wort ausgeschnitten, ein neues Stannioolstück aufgeklebr und der missglückte Text neu ausgeschnitten und Freigepult. Anschlißend wurde die freigelegte Zuckerschicht vorsichtig abgespült und die so freigelegte Beschriftung sehr dünn mit hoch opakem Beschriftungslack lackiert, Dann kam die Stanniol-Schablone herunter, und der ganze Vorgang wurde für jede Farbe wiederholt. Am Ende kommt über die ganze Tür eine Klarlack-Schicht zum Schutz, aber auch zum Einebnen der auflackierten Buchstaben.

 

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Gast Schnitzel
vor 56 Minuten schrieb catfonts:

Bei längeren Texten, z.B. Anbringung von kompletten Adressen auf den Türen von Firmenfahrzeugen kam dann das Stanniol-Verfahren zur Anwendung:

Hast du mal Quellen dazu, wann, wie und wo das so gemacht wurde? Du hast das ja hier schon öfters beschrieben, würde es sich nicht lohnen das einmal mit Quellen und ohne Vertippern als Artikel zu verfassen auf den man verweisen kann?!

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Nun, Die Quelle für diese Beschriftungsmethode ist  eigenes erleben in der Auto-Lackiererei der Firma VW Walter Köster Altona, wo sich die Lehrwerkstatt im "Betrieb 1" in der Langbehnstraße befand. 

Das war im Jahr 1971.


 

Ich war damals etwas verspätet in die, direkt an die Lackiererei angrenzende, Lehrwerkstatt gekommen, da ich meine Ausbildung bei einem anderen Betrieb begonnen hatte, wo es Verstöße gegen die Arbeitszeitregeln für Auszubildende gab, die ich bei der Innung gemeldet hatte.


 

Mein erster Ausbildungsbetrieb hat darauf hin mich nicht behalten wollen. Der Ausbildungsmeister von Köster war aber auch Innungs-Prüfungsmeister, und so wurde ich hier übernommen. Ich bin im Nachhinein sehr früh darüber, denn hier gab es eine wirklich gute Ausbildungen, von der ich noch heute Profitiere. Meine verbleibenden Ex-Kollegen aus meinem ersten Ausbildungsbetrieb sind von diesem Lehrjahr alle durch die Prüfung gefallen. Bei Köster schafften alle die Prüfung auf Anhieb, und keiner schlechter als mit 2.


 

Hierdurch war ich mit der Metall-Grundausbildung die größte Zeit allein in der Lehrwerkstatt. Der Lackierer, ebenfalls ein Auszubildender, hatte dann die Ruhe im Seminarraum der Lehrwerkstatt genutzt, um hier seine Vorzeichnungen  für einen Satz Transportertüren zu bearbeiten. So habe ich dort den ganzen Vorgang von Anfang bis Ende miterlebt.

Aus welchem Lehrbuch jetzt die schlichte Groteskschrift stammte, mit der er die Türen dann beschriftet wurden, kann ich nicht sagen, nur dass es ein neues Fahrzeug für den Fischgroßhandel Otto Tügel war, und diese Firma bei uns recht unbeliebt war, da die es mit der Reinigung ihrer Fahrzeuge  nicht sehr genau genommen hatten, sodass diese Fahrzeuge ein recht starkes "Aroma" hatten, und sich im Motorraum oft eine dicke Schicht "reifender Fischsoße" befand.

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<p>Krimhilde – Fraktur trifft geometrische Grotesk</p>
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