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Zum Fraktur-Erlaß (Welt-Artikel)


Stötzner

Empfohlene Beiträge

typogeorge

##Beiträge zusammengeführt##

 

Für Euch ein kleiner Lesetip, schnell bevor der Artikel hinter die Bezahlschranke geht.

 

https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article223623708/Schwabacher-Judenlettern-Als-die-Nazis-ihre-Schrift-hassen-lernten.html#Comments

 

Persönlich glaube ich aber, dass der Herr Buchdruckereibesitzer Adolf Müller die Antiqua als neue Schrift verkaufen wollte. 

 

Zitat

Allerdings ist eher unwahrscheinlich, dass Amann und Müller Hitlers Entscheidung begrüßten. Da die aus Bleilegierungen gegossenen Lettern reines Kapital waren und die Umstellung absehbar höhere Investitionskosten verursachen musste, liegt die Vermutung nahe, dass die beiden Geschäftsleute eher bremsten.

Die Bleilettern waren doch Verbrauchsgut und wurden irgendwann ersetzt? Oder sehe ich das falsch?

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Oliver Weiß
Am 4.1.2021 um 06:42 schrieb typogeorge:

Die Bleilettern waren doch Verbrauchsgut und wurden irgendwann ersetzt? Oder sehe ich das falsch?

Sicher, aber das "irgendwann" dauerte viel länger, als den nazis recht war. Das gesamte Material einer Druckerei vor seiner Zeit zu ersetzen hätte Unsummen gekostet. Deshalb sollte der Erlaß zuerst bei Anwendungen im (besetzten) Ausland zu tragen kommen. In Deutschland ging das nicht so schnell, und wurde bis Kriegsende nur teilweise umgesetzt. Ich habe das Führungsbuch meines Großvaters hier liegen (er war bei der Marine). Das Buch selbst ist noch in Fraktur gesetzt, und auch die Zusatzblätter bis 1943 oder so. Danach ist alles in verschiedenen Antiqua gesetzt. 

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  • 2 Wochen später...
Taurec
Am 4.1.2021 um 12:42 schrieb typogeorge:

Die Bleilettern waren doch Verbrauchsgut und wurden irgendwann ersetzt? Oder sehe ich das falsch?

Zumal sich viele Druckereien erst Ende der 20er / Anfang der 30er die neueren Fraktur-Schriften gekauft haben dürften um dem damit verbundenen Zeitgeist zu huldigen. Und selbst wenn es die nun ab 1941 verordnete Antiqua(s) zum Vorzugspreis gegeben hätte, so hätte doch die Kapazität sämtlicher Gießereien und eine gewisse Materialknappheit in allen Bereichen des Lebens dazu geführt, dass dieser Austausch eher schleppend von statten ging. 

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Dan Reynolds

Ich habe die Quelle nicht vor mir, aber ich habe zumindest in Erinnerung, dass während eines (oder beiden?) der Weltkriege die deutschen Schriftgießereien nur gießen könnten/würden, wenn die Druckerei 150 % des notwendigen Materials geliefert hat. Also um ein Minimum zu bekommen, müsste eine Druckerei 1,5-Minimum an alter Schrift abliefern, was die Schriftgießerei dann schmelzen und wiederverwenden würde. Viele Schriftgießereien sind im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, aber auch vor einigen davon ausgebombt worden sind, haben sie mit dem Schriftguss aufgehört. Sicherlich zum Teil wegen der Material-Knappheit, aber auch, weil die sich auf die Herstellung von Kriegsrüstung umgestellt haben. Aber schließlich ist die Geschichte von jeder einzelnen Schriftgießerei im Laufe des Krieges unterschiedlich.

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<p>Krimhilde – Fraktur trifft geometrische Grotesk</p>
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