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Möglichkeiten der Absatzmarkierung

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BerndH

Vor ein paar Jahren habe ich ein historisches Glaubensbekenntnis von 1646 aus dem Englischen übersetzt. Nun ergibt sich eine Folgearbeit, bei der eine Fassung herausgegeben werden soll, die alle drei ursprünglichen, leicht variierenden Ausgaben (von 1644, 1646 und 1651) berücksichtigt, dokumentiert und kommentiert.
Neben der Zurverfügungstellung (nur des unkommentierten Textes) als freie .pdf hat sich diesmal auch ein Verlag gefunden,  mit dem eine Veröffentlichung unter Hinzufügung von zusätzlichem Material, historische Einführung etc., geplant ist.

Für die frei verfügbare .pdf bin ich selbst gestalterisch verantwortlich, bei der Verlagsfassung hoffe ich, ein wenig Einfluss nehmen zu können, wie typografische Details gelöst werden -- nur sofern das erforderlich ist, aber das Material bringt schon recht spezielle Anforderungen mit sich.

Mein aktuelles Problem:

Das Bekenntnis ist gegliedert in Artikel, diese wiederum in Sections, teils recht kurze Absätze. Die Artikel sind nummeriert und haben eine Überschrift. Die Absätze haben keine Nummern, sollen aber erkennbar gegeneinander abgegrenzt werden. Wie geschieht dies bei dem vorliegenden Material am Besten? Aktuell habe ich die Zeilen nach der ersten deutlich eingerückt. Es gab doch auch mal die Konvention, die jeweils ersten paar Worte eines neuen Absatzes in Kapitälchen zu setzen, ist das noch eine aktuelle Vorgehensweise? Habt ihr andere Tipps? Ich hatte auch an etwas in der Richtung von Bullet Points gedacht, aber das erscheint mir recht unelegant. Vielleicht ein schönes Fleuron am Absatzende?

Bin für kreative Tipps offen und dankbar.

Ich habe zwei Musterseiten angehängt. Das Ganze ist noch sehr in Arbeit, aber man sieht glaube ich, was gemeint ist.

Eine Bonusfrage ;-) 
Es gibt grundsätzlich ja Fußnoten (auf der selben Seite) und Endnoten (am Ende des Buches), so hab ich es mal gelernt. Aber wie würdet ihr die »Fußnoten am Ende eines Artikels« bezeichnen?

1stLC-Satzprobe.pdf

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Phoibos
vor 46 Minuten schrieb BerndH:

»Fußnoten am Ende eines Artikels«

Das sind auch eine Art Endnoten. Wobei es in einer kritischen Edition auch den Begriff "Apparat" gibt.

 

vor 50 Minuten schrieb BerndH:

Vielleicht ein schönes Fleuron an Absatzende?

Dafür gibt es eigentlich Absatzzeichen: https://de.wikipedia.org/wiki/Absatzzeichen

In diesem Falle würde ich so etwas wie Spiegelstriche am Absatzanfang vorziehen. Scheint mir übersichtlicher zu sein.

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BerndH
vor 18 Minuten schrieb Phoibos:

(...) auch den Begriff "Apparat" (...)

 

Ja, den benutzen wir auch, wenn wir inhaltlich darauf Bezug nehmen ("Belegstellenapparat", den gehen zwei Kollegen gerade durch). Aber beschreibt der Begriff auch, wie er gesetzt ist? Ich kenne Apparate auch in ausgedehnten Fußnoten etc.
 

vor 18 Minuten schrieb Phoibos:

Dafür gibt es eigentlich Absatzzeichen: https://de.wikipedia.org/wiki/Absatzzeichen

In diesem Falle würde ich so etwas wie Spiegelstriche am Absatzanfang vorziehen. Scheint mir übersichtlicher zu sein.

Pilcrow, natürlich! Ich hatte schon überlegt, welches Symbol man ggfls. nehmen könnte, dabei hatte ich in einem anderen Text sogar schon mal das Zeichen zur Gliederung eingesetzt. Das ist aber fünf Jahre her. Wald, Bäume.

Spiegelstriche finde ich, vergleichbar den oben genannten Bollermännern, hier unelegant. Wenn sich allerdings herausstellt, dass sie das funktional beste Mittel sind, dann soll es so sein. Werde ich probieren müssen.

Danke.

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Phoibos
vor 2 Stunden schrieb BerndH:

Aber beschreibt der Begriff auch, wie er gesetzt ist?

Nein, das ist eine funktionale Kategorienbeschreibung, keine ästhetische oder speziell funktionale. Die Verweise auf Bibelstellen wie gezeigt kenne ich eigentlich nur als Querverweise. Die löst jeder Editor so, wie er mag. Als Endnoten, als Marginalien oder als Art Marginalie zwischen zwei Spalten. Die von Dir aufgeführten Querverweise sind jedoch Endnoten am Ende eines Kapitels, hier Artikel genannt.

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Dieter Stockert
vor 9 Stunden schrieb BerndH:

Es gibt grundsätzlich ja Fußnoten (auf der selben Seite) und Endnoten (am Ende des Buches), so hab ich es mal gelernt. Aber wie würdet ihr die »Fußnoten am Ende eines Artikels« bezeichnen?

Im Band »Detailtypografie« von Friedrich Forssman und Ralf de Jong heißt es auf Seite 235:

»Fußnoten stehen am Fuß der Seite (daher der Name), sie können aber auch in den Text eingeklinkt sein oder seitlich als Marginalien angeordnet werden.

Endnoten stehen am Ende eines Aufsatzes oder Buches. […]«

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Dieter Stockert
vor 9 Stunden schrieb BerndH:

Die Absätze haben keine Nummern, sollen aber erkennbar gegeneinander abgegrenzt werden.

Die Einrückung der Folgezeilen statt des üblichen Erstzeileneinzugs funktioniert hier, wie ich finde, doch recht gut. Allerdings wäre für mich die Frage, wie stark die Absätze voneinander abgegrenzt sein sollen. Bei der vorliegenden Lösung geht das vielleicht schon etwas sehr auf Kosten des Leseflusses. Das wäre mit Kapitälchen (und eventuell Erstzeileneinzug) anders (dabei würde mich aber wiederum stören, dass schon die Artikelüberschriften in Kapitälchen stehen – das wäre mir denn doch zu viel). Ein Zeichen am Absatzende erscheint mir dagegen nicht so geschickt. Zum einen kollidiert das dann eventuell mit einem hochgestellten Kleinbuchstaben am Absatzende. Vor allem aber denke ich, dass ja eigentlich nicht das Absatzende, sondern der Beginn des neuen Absatzes markiert werden soll.

Täusche ich mich oder sind die Erklärungen mit Kleinbuchstaben unter jedem Artikel etwas fetter? Ich meine, das Gegenteil sollte der Fall sein, sie sollen sich ja nicht hervordrängen.

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BerndH

Dieter Stockert: Ein Zeichen am Absatzende erscheint mir dagegen nicht so geschickt. Zum einen kollidiert das dann eventuell mit einem hochgestellten Kleinbuchstaben am Absatzende. Vor allem aber denke ich, dass ja eigentlich nicht das Absatzende, sondern der Beginn des neuen Absatzes markiert werden soll.

Interessant dazu, Einträge zum Absatzzeichen/Pilcrow bei Wikipedia.

Deutsch: Das Absatzzeichen ¶ (Unicode U+00B6 pilcrow sign, HTML-Entity ¶) markiert das Ende eines Absatzes.

Englisch: The pilcrow, ¶, also called the paragraph mark, paragraph sign, paraph, alinea (Latin: a lineā, "off the line"), or blind P,[3] is a typographical character marking the start of a paragraph.

(Hervorhebungen von mir)

Ich werde jedenfalls mal damit experimentieren. Der aktuell genutzte Einzug ist das Beste, was ich bei der ersten Ausgabe hinbekommen habe, befriedigt mich aber nicht völlig. Das Problem ist, dass die Sektionen sehr unterschiedlich lang sind, teilweise folgen drei mit einer Länge von weniger als einer Zeile aufeinander, teilweise ist eine Sektion länger als an anderer Stelle ein ganzer Artikel. Schlimmer, als wenn nichts einzurücken ist, also die Sektion weniger als eine Zeilenlänge hat, ist, wenn fast nichts einzurücken ist. In den Beispielseiten, bei Artikel 17 Sektion 3, wird nach Anwendung der Silbentrennung in der zweiten Zeile nur noch "te" (von "verlangte") stehen. Unschön, und das besonders in einer eingerückten Zeile, finde ich.

Ich bin auch nicht der Meinung, Phoibos, dass Artikel hier einfach ein anderer Name für Kapitel ist (was implizieren würde, dass man die Artikel sinnvollerweise so behandelt wie Kapitel). Sie sind einfach erheblich kürzer, bestehen teilweise nur aus einem Satz, was ja für Kapitel eher ungewöhnlich wäre. Andererseits haben sie mit Kapiteln gemein, dass sie die oberste Gliederungsebene darstellen. (Edit: Ich habe gerade nochmal nachgesehen und glaube, wir sind da gar nicht auseinander - du hattest dich ja speziell auf die Begrifflichkeit/Funktion der Fuß-/Endnoten bezogen und nur insofern Artikel und Kapitel verglichen.)

Das wäre mit Kapitälchen (und eventuell Erstzeileneinzug) anders (dabei würde mich aber wiederum stören, dass schon die Artikelüberschriften in Kapitälchen stehen – das wäre mir denn doch zu viel). 

Das müsste ja nicht so bleiben. Es gibt, denke ich, mehr Möglichkeiten einer sinnvollen Überschriftauszeichnung, als es für diesen Text passende Absatzauszeichnungen gibt.

Täusche ich mich oder sind die Erklärungen mit Kleinbuchstaben unter jedem Artikel etwas fetter? Ich meine, das Gegenteil sollte der Fall sein, sie sollen sich ja nicht hervordrängen.

 

Du täuscht dich nicht, sie sind tatsächlich, in Ermangelung einer Caption- oder tiny-Schriftgöße, aktuell in einer semibold gesetzt. Die Regular fand ich etwas schwachbrüstig an der Stelle. Interessant, dass das auf dich den Eindruck des sich hervordrängens macht, wie erleben andere das? Falls dies der überwiegende Eindruck ist, würde ich wohl noch die Schrift wechseln, vermutlich zu Gunsten einer mit optischen Größen.

Danke für die Rückmeldungen so weit.

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Liuscorne

Noch einmal grundsätzlich gefragt: Warum müssen die einzelnen Sektionen/Absätze als solche erkennbar sein? Haben sie im Rahmen des Gesamtprojekts eine Funktion (Vergleich der Versionen, Zuordnung der Kommentare etc.)? Falls nicht, vielleicht zugunsten der besseren Lesbarkeit des Textes ganz auf sie verzichten?

 

Alternative Darstellung der Absätze vielleicht durch / oder // (parallel zur Zitation von Gedichtzeilen im Fließtext)?

 

Meine Wahrnehmung ist übrigens auch, dass die Erläuterungen deutlich fetter sind als der Haupttext. Wenn die Erläuterungen aufgrund des geringeren Schriftgrades bei gleichem Schriftschnitt heller wirken als der Rest, muss das kein Nachteil sein. Vielleicht sind unterschiedliche optische Größen gar nicht nötig (und sogar kontraproduktiv).

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BerndH

Liuscorne: Noch einmal grundsätzlich gefragt: Warum müssen die einzelnen Sektionen/Absätze als solche erkennbar sein?

Zitierbarkeit, Verweis auf bestimmte Textstellen im Kommentar. Eine reine Lesefassung ohne diese Aufteilung wäre denkbar (und vielleicht angenehmer), aber in der aktuellen werden sie gebraucht.
Absatzdarstellung mit // schau ich mir mal an, danke.

Ich hab mal die Semibold im Belegstellenapparat durch die Regular ersetzt, siehe Anlage (und sehe gerade, da ist jetzt ein wenig Farbe reingekommen, aber das sollte die Beurteilung des Eindrucks der neuen Fußnoten nicht stören). Was sagt ihr, besser?

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Dieter Stockert
vor 21 Minuten schrieb BerndH:

Ich hab mal die Semibold im Belegstellenapparat durch die Regular ersetzt, siehe Anlage

Ich sehe leider keine Anlage.

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Cajon

Mich würde mal interessieren, wie es mit dem Absatzzeichen und dann ohne Einrückung aussieht. Das könnte ja in einem sehr dünnen Schnitt verwendet werden.

 

Alternativ: Alle Zeilen durchnummerieren willst du vermutlich nicht, oder? Dann wäre die Zeilennummer nämlich gleichzeitig Zitierhilfe und Absatzmarkierung. Die könnte auch wieder in einem dünnen Schnitt, evtl. auch so klein wie die Fußnoten, links in einer Art Marginalie stehen. Das wäre analog zur typischen Ansicht von Quelltext in einem Texteditor, und da hat sich das ja bewährt.

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BerndH

Cajon: Alternativ: Alle Zeilen durchnummerieren willst du vermutlich nicht, oder? Dann wäre die Zeilennummer nämlich gleichzeitig Zitierhilfe und Absatzmarkierung. Die könnte auch wieder in einem dünnen Schnitt, evtl. auch so klein wie die Fußnoten, links in einer Art Marginalie stehen. Das wäre analog zur typischen Ansicht von Quelltext in einem Texteditor, und da hat sich das ja bewährt.

Die Zeilen will ich in der Tat nicht durchnummerieren, aber du hast mich auf einen Gedanken gebracht: Wenn ich etwas mehr Zeit als in der laufenden Woche habe, dann werde ich mal versuchen, die Sektionen durch kleine, voranstehende, hochgestellte Ziffern zu markieren. Ich schau da mal in Bibelausgaben, dort ist (auf leicht unterschiedliche Weise) ein ähnliches Problem angegangen worden: Die Bibelverse sollen zitierbar eindeutig markiert werden, aber bei möglichst geringer Störung des Leseflusses. Muss ich mal schauen, ob das strukturell Probleme durch die ähnlich gestalteten Konsultationszeichen für die Fußnoten gibt.

Danke.

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Phoibos
Am 24.1.2021 um 13:30 schrieb BerndH:

wir sind da gar nicht auseinander

Stimmt!
Ich kenne dieser Art Behandlung aus philologischen Editionen und halt von den Theologen. Da muss man immer einen Kompromiß aus Übersichtlichkeit und Zitierbarkeit finden. Der Classical Text Editor kann Dich da totschlagen 😄

 

vor 6 Stunden schrieb BerndH:

Bibelausgaben

Schau Dir die Studienbibeln an, die haben regelmäßig Querverweise und tlw. einen Anmerkungsapparat. Die Querverweise werden oft als Marginalien gelöst.
Wenn Du Dich für eine, vielleicht gerahmte, Marginalie links entscheiden würdest, könntest Du meiner Meinung nach etwas mehr Ruhe ins Bild bringen, da ich das Textbild sehr, sehr fransig finde mit den Einrückungen rechts und dem Flattersatz links.

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BerndH

Phoibos: (...) da ich das Textbild sehr, sehr fransig finde mit den Einrückungen rechts und dem Flattersatz links.

Recht hast du. Deshalb will ich auch die Einrückungen loswerden, und wohl auch auf Blocksatz gehen. Über Marginalien denke ich nach. 

Danke auch für den Hinweis auf die Studienbibeln, davon nutze ich diverse, ich habe nur nicht daran gedacht, mir dort Anregungen für diese Aufgabe zu suchen.

Das ist einer von vielen Aspekten, die den Austausch hier so erfreulich und ergiebig machen: Er hilft gegen Betriebsblindheit. Für mich waren Bekenntnisedition und Bibeltext so sehr unterschiedliche Kategorien, dass ich sie einfach nicht zusammengebracht habe. Ich habe jetzt schon mal auf einer Seite begonnen, angeregt durch die Anmerkung von Cajon, die Sektionen nach Art von Bibelversen auszuzeichnen, und der erste Eindruck ist recht positiv :-)

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