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Anmerkungen zum Duodezimalsystem


Martin Z. Schröder

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Ich hab's in »Alte Maße, Münzen und Gewichte« (Leipzig 1986 bzw. Mannheim 1987) nachgeschlagen: Die 5 Dutzend nannte man auch Schock. Allerdings schien sich im Alltag auch das Bauernschock (64) bewährt zu haben, weil man es besser teilen konnte (64 = 2⁶). Ebenso das Bauernmandel von 16 gegenüber dem »regulären« Mandel von 15 (es galt 4 Mandel = 1 Schock = 5 Dutzend). Das o. g. Buch hat übrigens 400 Seiten. Wenn ich es mir genauer überlege, kann ich mit dem Dezimalsystem doch ganz gut leben. ;-)

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vor 8 Stunden schrieb Norbert P:

Wenn ich es mir genauer überlege, kann ich mit dem Dezimalsystem doch ganz gut leben.

Dann komm' besser nicht über den großen Teich 😉 Hier wimmelt es nur so von skurrilen Maßeinheiten!

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Ich bin da abgehärtet … mein (verstorbener) Bruder war Kanadier; dort ist offiziell das meiste metrisch, volkstümlich ist man jedoch weitgehend imperial geblieben.

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Möge es lange so bleiben, Unterschiede sind doch interessant. Ich freue mich immer, wenn ich in Österreich auf dem Markt mit Dekagramm einkaufen darf.

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Gast bertel

Solange du in Österreich nicht irgendwas in Zentnern einkaufen musst – das sind dort nämlich 100 kg und nicht wie bei uns in Deutschland 50 kg.

Ich bin ja schon froh, heute nicht mehr nach preußischen, sächsischen, bayrischen etc. Zentnern unterscheiden zu müssen, die vor gar nicht allzu langer Zeit alle unterschiedliches Gewicht hatten.

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vor 15 Stunden schrieb Norbert P:

 Wenn ich es mir genauer überlege, kann ich mit dem Dezimalsystem doch ganz gut leben. ;-)

Nach oben hin sind die alten System die auf Landwirtschaft, Politik und 12 basieren natürlich ein großes Durcheinander.

 

Der große Vorteil eines 12er-Systems länge aber im Raum zwischen 0 und 12, also in der ganzzahligen Teilbarkeit durch 6, 4, 3, 2 statt beim 10er-System nur 5, 2. Das kennen wir als Grafiker ja vermutlich aus der Praxis beim Aufbau von Rastern – 12er-Raster ist praktikabel, 10er-Raster eher nicht. Und natürlich wie Martin es schon beschrieben hat, aus den klassischen Schriftgraden mit 12, 6, 4, 3, 2 pt.

 

Und in Folge ergeben sich dabei auch wesentlich weniger periodische Kommazahlen, und überhaupt ist alles sehr viel praktischer – wenn man das Hirn soweit bekommt, die Ziffern für 10 und 11 zu denken.

 

Anschaulich (aber englisch) hier erklärt:

 

 

Ich oute mich mal als Befürworter für dieses wichtige Thema ;-)

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vor 7 Stunden schrieb Martin Z. Schröder:

Möge es lange so bleiben, Unterschiede sind doch interessant. Ich freue mich immer, wenn ich in Österreich auf dem Markt mit Dekagramm einkaufen darf.

Hmmm, ich lebe ja nun schon etwas länger in England und bin bestimmt auch voreingenommen, aber ich habe bisher noch nicht einen einzigen Vorteil in den hier benutzten Einheiten gesehen. Früher ließen die sich alle auseinander ableiten und die älteren Generationen können diese Ableitungen auch noch aus dem ff, aber es haben sich eben doch auch einige metrische Einheiten etabliert und das komplette System ist damit nicht mehr konsistent und nervt oftmals nur noch. Körpergewicht ist ein Beispiel, welches in »stone« (6.35 kb) und »pound« (0.45359 kg) gemessen wird, zwei Werte die einfach zu weit auseinander liegen. Es ist im Alltag einfach nicht praktikabel. Und dann gibt es ja für jeden Bereich wieder andere Einheiten. Bei Flüssigkeiten ist es z.B. »pint« (0.56826 l), also knapp über 0.5 l, was widerum anders ist als »pound« (etwas deutlich unter 0.5 kg). Als Tourist kann man sich da ab und zu dran freuen, im täglichen Lebne ist es aber eben einfach ein fürchterliches und kunterbuntes Durcheinander.

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Das hört sich umständlich an. Es ist mit meinem Käsekauf in Österreich ja kein Problem des Rechnens. Man sagt nicht wie bei uns: »Tach, bitte 200 Gramm Junger Gauda!«, sondern man sagt: »Grüß Gott, es sieht ja köstlich aus hier, würden Sie mir bitte vom topfigen Graukas 20 Dekkchr (man krächzt das Wort hinten stimmlos dahin) vakuumfolieren für meine Lieben daheim?« Das macht keine Schwierigkeiten, man läßt ja nur eine Null weg und hat das angenehme Gefühl, noch weiter woanders zu sein. Die Verkäufer würden ja auch Gramm verstehen. In Berlin bin ich mit dem Pfund für das halbe Kilo, dem Sechser für die Fünfpfennigmünze und dem Groschen für das 10-Pfennigstück aufgewachsen. Ich sags immer noch, Sechser und Groschen, mit Absicht, weil ich es hübsch finde. Die »Berliner Zeitung am Abend (»BZA«), die täglich um 15 Uhr an die Kioske kam, kostete einen Groschen, die habe ich immer für meine Großmutter gekauft. (Nein, ich bin noch nicht 90 Jahre alt.)

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vor 8 Stunden schrieb Martin Z. Schröder:

Ich freue mich immer, wenn ich in Österreich auf dem Markt mit Dekagramm einkaufen darf.

Ich auch. Weil im Dezimalsystem

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Mit dem Groschen bin ich auch aufgewachsen (ich hatte immer zwei in einem Extrafach im Portemonnaie zum Telephonieren) und der ist dann mit der Euro-Einführung auch hier aus der Sprache verschwunden.

Aber „Sechser“ für ein Fünf-Pfennig-Stück? Nie gehört.

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vor 5 Minuten schrieb HenningH:

Aber „Sechser“ für ein Fünf-Pfennig-Stück? Nie gehört.

Telefonieren konnte man in der DDR nur mit 20-Pfennigstücken, weil die aus Messing waren (die berühmten im Entwurf von Axel Bertram). Mit dem Aluminiumgeld kamen die Automaten nicht klar. Der Sechser hat seinen Eintrag im offiziellen Berlinwortschatz: https://www.berlin.de/tourismus/berlinerisch/4529676-4528094-sechser.html

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Mit Pfennig (₰), Pfund (℔) und Groschen bin ich ja als Kind auch noch aufgewachsen. Aber selbst meine Oma, die ab und an lieber »Taler« statt »Mark« gesagt hat, hat nie den »Sechser« verwendet. Da ich nicht aus Berlin stamme, verwundert es mich nun auch nicht, wenn es im Berlinwörterbuch steht. Ich muss mal nachsehen, was man dazu auf Plattdeutsch sagt.

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vor 11 Stunden schrieb Martin Z. Schröder:

wenn ich in Österreich auf dem Markt mit Dekagramm einkaufen darf.

Dazu ein Erlebnis bei meinem Schlachter, und ich war eigentlich auf ein verzweifeltes Gesicht gespannt, als ich ein halbes Pfund Gehacktes bestellte. Das Mädel hinter dem Tresen griff also ohne Rückfrage zu ihrem Schäufelchen und teilte da,mit eine geschätzte Portion vom Hackfleisch ab, legte es auf die Waage und fragte freundlich: "Darfs auch ein Deka mehr sein?" Damit hätte ich hier oben in Wolgast wahrlich nicht gerechnet.

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Ach ja, der Sechser war mir dank neiner aus Berlin stammenden Mutter sehr geläufig, Genau wie den Heiermann, dank meiner Hamburgischen Herkunft, besonders da ich unweit der Reperbahn aufgewachsen bin, wo Seeleute ihre Heuer zum Heia-machen verprasst haben...

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Wenn mein Mitarbeiter früher einen Vorschuß von 50 Euro haben wollte, sprach er: »Haste mal 'n Fuchs?« Im Duodezimalsystem gearbeitet, im Dezimalsystem bezahlt.

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Gast bertel
vor 15 Minuten schrieb Martin Z. Schröder:

Im Duodezimalsystem gearbeitet, im Dezimalsystem bezahlt.

Man bekommt immer weniger als man leistet.

 

Den Zwickel kenn ich von früher, so wurden die 2-Mark-Stücke genannt.

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Am 10.2.2021 um 17:00 schrieb Martin Z. Schröder:

»Grüß Gott, es sieht ja köstlich aus hier, würden Sie mir bitte vom topfigen Graukas 20 Dekkchr (man krächzt das Wort hinten stimmlos dahin) vakuumfolieren für meine Lieben daheim?«

das lässt darauf schließen, dass du in tirol urlaub gemacht hast. bei uns im osten klingt’s eher wie »degga«

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vor 5 Stunden schrieb Carlito Palm:

das lässt darauf schließen, dass du in tirol urlaub gemacht hast. bei uns im osten klingt’s eher wie »degga«

westlich von Tirol auch ;-)

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Am 10.2.2021 um 20:11 schrieb Phoibos:

Kennt Ihr auch den Begriff "Heiermann" für die 5-DM-Münze?

Den Begriff kenne selbst ich „Jungspund“ noch aus meiner Jugend im Ruhrgebiet. Da hatten wir auch noch den „Tacken“ für ein 10-Pfennig-Stück.

Da hat ne Kugel Eis im Hörnchen noch 2 Tacken gekostet! 😉

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Zehn Pfennige waren für mich im Norden ein Groschen. Ich kann mich nicht an andere Münznamen erinnern , auch nicht aus meiner schwäbischen Phase. Und das amerikanische Münzsystem war wohl von Anfang an zu einheitlich, um da regionalen Namen Das Wachstum zu ermöglichen. 

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