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Microsoft sucht neue Standard-Schrift

Hervorgehobene Antworten

Ich bin ja kein Experte und muß die Schriften auch noch ausführlicher in der Anwendung sehen, aber auf den ersten Blick sagen sie mir ganz persönlich alle nicht zu ... :bandit:

vor 6 Stunden schrieb Phoibos:

Das hilft auf alle Fälle. Seaford and Skeena gefallen mir noch am ehesten, aber ob das nun der "Große Wurf" ist? Für mich persönlich sicher nicht ...

Ich würde sagen die sind alle ok, sie sollen ja so unauffällig wie möglich sein, damit sie zu möglichst allem passen, und nicht irgendwo in irgendwelchen Fällen optisch oder technisch anecken. Programm öffnen, drauf los tippen, ok aussehen, problemlos funktionieren. Das leisten alle 5, etwa so gut wie es die letzte Riege (Calibri, Consolas, Cambria, Candara, Constantia, Corbel) auch tat. Es ind ja auch durchwegs fähige Schriftgestalter beauftragt worden (wie damals auch schon), vor Fehlern ist man bei so großen Projekten natürlich auch dann nicht gefeit, aber das hat im großen und ganzen schon Hand und Fuß.

 

Dass dann seitens Microsoft-PR-Abteilung(?) versucht wird, das mit diesen bunt inszenierenden Grafiken mit Fokus auf Einzelbuchstaben zu präsentieren, als wären das super-markante Designer-Schriften, statt einfach Lesetexte vorzulegen, und darüber hinaus dann noch per Twitter "die Leute" zu befragen, welche der 5 es denn als Default werden soll, statt einfach die unverfänglichste der unverfänglichen zu verwenden, ist viel befremdlicher und zeugt von viel weniger Verständnis, als die Schriften es vermuten lassen.

 

Seltsam: auch wenn da 1-2 humanistische Ansätze dabei sind – sind Serifenschriften tatsächlich so out, dass es nicht mal mehr für eine einzige klassische Antiqua gereicht hat? Das letzte mal waren es noch derer 2 von 5  (wenn man die monospace-Consolas nicht mitzählt).

 

Warum überhaupt neue Schriften?

Microsoft muss seine Programme jung halten, sonst wirkt das alles in nochmal 10 Jahren langweilig, nach der alten Generation in der Abteilung die das "immer schon so gemacht hat" – das mögen die "Jungen" nicht mehr haben und suchen sich was anderes, und das gilt es natürlich zu vermeiden. Die Standardschrift die immer zu sehen ist wenn man einfach drauflostippt, gehört einfach zur Identität eines Programms, das ist der Stil den es hat. Die neue Schrift muss nicht beeindruckend anders sein, sie darf nur nicht so aussehen wie die von vor 15 Jahren.

(Bösartige Interpretation: wenn neue Schriften als Default zum Einsatz kommen, und solche Dokumente die Büros und die Welt da draußen fluten, dann haben es alternative Office-Programme schwerer: man öffnet so ein Dokument, die Schrift ist nicht da, alles sieht sch... aus – aha, dieses Alternativ-Programm macht also auch Probleme, besser bei Microsoft bleiben, das funktioniert wenigstens, auch wenn's doof ist. Bis die neuen Schriften sich dann auch über andere Wege überall eingefunden haben, dauert es wieder 10 Jahre, das schafft einen Vorsprung.)

vor 26 Minuten schrieb Sebastian Nagel:

Warum überhaupt neue Schriften?

Um mehr Nutzer zum Wechsel von Kaufsoftware zu Mietsoftware zu bringen. Ich gehe davon aus, dass die Metriken nicht mal in Ansätzen zu den bisherigen Standardschriften passen, so dass dem unbedarften Nutzer Dokumente kaputt erscheinen, wenn nicht die Fonts, die web-only sind (zumindest bis jetzt ist das so), vorhanden sind. Und ob andere Programme mit den Office-Open-XML-Einbettungen umgehen können (eigene Programme könnten, wie schon mal, ein Update bekommen via Supportverlängerung oder so).

Wisst Ihr, ob die Schriften zur Zeit schon im Endausbau sind? Dann sind die nämlich kein gleichwertiger Ersatz für Calibri, das wesentlich mehr Sprachen unterstützt.

Wenn eine Entscheidung getroffen ist, wird diejenige sicher schleunigst für alle Anforderungen fit gemacht. Alles andere würde mich selbst bei Microsoft wundern.

  • 1 Monat später...

Ich bin erst jetzt durch Achim auf das Thema gestoßen (https://www.designtagebuch.de/good-bye-calibri-welcher-font-soll-die-neue-standardschrift-von-microsoft-werden/) und frage mich, warum es zu den vorgeschlagenen Schriften von Microsofts Seite aus so wenig Informationen gibt. Wo gibt es Schriftbeispiele über mehrere Seiten und eine komplette Zeichentabelle? Eine halbwegs fachliche Diskussion scheint gar nicht gewollt zu sein, sondern nur viele "die gefällt mir!!11"-Kommentare auf Microsofts Social-Media-Kanälen, was ich etwas schade finde.

vor 49 Minuten schrieb Christian Z.:

von Microsofts Seite aus so wenig Informationen gibt.

Microsoft ist für vieles bekannt, aber nicht für das konsequente Durchdenken und Umsetzen von Ideen. Es gibt da einen berühmten Satz zu:
The day Microsoft makes something that doesn't suck is probably the day they start making vacuum cleaners. -- Ernst Jan Plugge
 

  • 8 Monate später...
Am 3.5.2021 um 19:43 schrieb Phoibos:

Wisst Ihr, ob die Schriften zur Zeit schon im Endausbau sind? Dann sind die nämlich kein gleichwertiger Ersatz für Calibri, das wesentlich mehr Sprachen unterstützt.

Kürzlich habe ich mir die Schriften mal genauer anschauen können. Von der reinen Zahl der Glyphen können die nicht im Endausbau (Stand Mitte Februar) sein. Ich meine es waren in der Regel so zwischen 200 - 300 Glyphen gewesen. Aber ohne Gewähr.

 

Es war für mich nichts „spannendes“ dabei. Für die „Für das Finanzamt Arial und für Privatsachen ComicSans“-Menschen :mrgreen: ändert sich eh nichts…

  • 2 Jahre später...

... und aus Bierstadt ist Aptos geworden. Kein Fortschritt gegenüber Calibri, “IMHO”.

vor 19 Minuten schrieb Gao:

... und aus Bierstadt ist Aptos geworden. Kein Fortschritt gegenüber Calibri, “IMHO”.

Kommt sicher auch darauf an, wie man hier „Fortschritt“ definiert. Hinsichtlich Ausbau (Schnittvielfalt) und Zeitgeist (siehe auch Wettbewerber) sicher schon, aber bzgl. Lesbarkeit insbesondere am Bildschirm wohl tatsächlich weniger.

Ich persönlich wurde mit der Calibri nie richtig warm aber so 100 % glücklich bin ich auch mit der Aptos nicht. Da ist mir die San Francisco immer noch die Liebste unter den neuen „Systemfonts“.

Bearbeitet ( von R::bert)

Mit zunehmender Verbreitung von hiDPI-bildschirmen mit 160 oder mehr ppi (bei apple 220, bei Notebooks anderer Hersteller nicht selten auch schon 300, auf Smartphones ohnehin weit darüber) darf man aber auch mal wieder Schriftarten ins Programm nehmen, die mehr als nur optimale Lesbarkeit auf Kosten von Charakter oder Variantenreichtum mitbringen.

Offene und einfache Formen sind bei unter 100ppi sicher ein riesiger Vorteil - aber zum Glück ist das nicht der Dauerzustand für immer.

Und die Calibri (und Verdana) bleiben ja erhalten, sie werden nicht gelöscht werden. Wer nicht darauf achtet und einfach nur die eingestellte Standardschrift verwendet, macht auch so viel anderes in Sachen Lesbarkeit und Informationsaufbereitung falsch, dass die Schrift-Grundform allein auch nicht alles rausreißt.

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