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Alte Bibel gefunden, würde sie gerne anhand der Schrift zeitlich einordnen

Hervorgehobene Antworten

Hallo zusammen, ich habe auf dem Speicher eine alte Bibel gefunden. Leider komplett ohne die Angabe einer Jahreszahl. Es gibt ein Vorwort, aber auch das ist zeitlich nicht zugeordnet. Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen, um herauszufinden, wann die Bibel etwa gedruckt wurde. Ich denke, sie ist in Leder gebunden.

Danke für einen Tipp.

alte_Bibel_gefunden.jpg

Bibel_gefunden_Asicht.jpg

Gelöst von Liuscorne

  • Ersteller

Oh ja, stimmt. Ist besser erhalten als meine. Danke für die Auskunft. 

Die Datierung auf 1823 finde ich etwas unwahrscheinlich. Die fette Fraktur auf der Seite ist vermutlich erst von um 1833/4. Vielleicht handelt es um eine weitere Ausgabe einer Edition, die 1823 gedruckt wurde.

  • Lösung

Hier die 36. Aufl. der besagten Bibelausgabe (mit Franckes Bibelunterweisung vorangestellt, satztechnisch identisch mit der gezeigten Auflage):

https://thatguywiththebooks.com/products/die-bibel-oder-die-ganze-heilige-schrift-des-alten-und-neuen-testaments-late-19th-century-bound-with-evangelisches-gesangbuch-der-bremischen-gemeinden-1890

 

Eine kurze Recherche legt nahe, dass die entsprechenden Bibelausgaben Barmen, Druck und Verlag von Johann Friedrich Steinhaus, nicht datiert waren. Eine 14. Aufl. enthält laut Angabe eines Antiquars eine persönliche Notiz 1869. Die verlinkte Ausgabe ist mit einem Gesangbuch von 1890 zusammengebunden. Ich habe zwar keine Ahnung, was Galvanotyp-Ausgabe wirklich bedeutet, aber ich nehme an, dass damit verbunden ist, dass alle Auflagen von der gleichen Vorlage hergestellt wurden, dass sich die Auflagen über die Jahrzehnte also drucktechnisch nicht oder kaum unterscheiden, was die genaue zeitliche Zuordnung unmöglich macht, wenn die Titelei mit Angabe der Aufl. fehlt.

  • Ersteller

Danke an alle, die geantwortet haben. Das passt so für mich. Ich wollte gerne eine Einschätzung bekommen und ich freue mich über alle Rückmeldungen. 🙏Meine Frage ist beantwortet.

Ja, ist dieselbe Person – Hallescher Pietismus und Franckesche Stiftungen und so. »Fran(c)kens« ist der zeittypische Genitiv. Warum das 19. Jh. häufig das »c« weglässt, erschließt sich mir spontan nicht. Alle Originaldrucke zu Franckes Zeit, die ich spontan gefunden habe, haben einheitlich das »c« im Namen. Und heute ist er natürlich nur mit »ck« bekannt.

Ich hatte mir ein paar Autographe angeschaut, die sich schnell über die Bildersuche finden ließen. Da Francke dort überall in der heute üblichen Schreibweise unterzeichnet, bin ich davon ausgegangen, dass alle Namensnennungen mit »n« dem Umstand geschuldet sind, dass er seinen Namen offenbar dekliniert sehen wollte. Jedenfalls taucht »n(s)« bei allen Ausgaben, die ich auf die Schnelle angeschaut habe, immer in gebeugter Form auf. Dies gilt auch für Drucke, die als Verlags- und Druckort das Waisenhaus in Halle angeben, also vermutlich unter direkter Aufsicht Franckes entstanden sein werden. Aber verwetten würde ich darauf nichts. Vielleicht stolpert ein Experte für deutschen Pietismus oder frühneuzeitliche Namenskunde über diesen Faden und kann uns aufklären. ;-)

 

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