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Schriftsatz der „Schedelschen Weltchronik“: Umlaute e über a etc./o über u / Zeichen für „der“ (ähnlich einer 8)

Hervorgehobene Antworten

Gibt es eine einfache Möglichkeit in modernen Schriften die Zeichenkombinationen kleines „o“ über ein „u“ zu setzen?
Des Weiteren die deutschen Umlaute als kleines „e“ über „a“, „o“, „u“?
In der Schedelschen Weltchronik ist das in Frakturschrift so vorgegeben, und ich möchte das möglichst getreu transkribieren.
Gibt es in InDesign eine allgemeine Lösung dafür (auch für andere Zeichenkombinationen)?
Darüber hinaus verwendet die Schedelsche Weltchronik ein Zeichen, das wie eine oben offene 8 aussieht und regelmäßig die Silbe (oder auch das Wort) „der“ ersetzt. Gibt es dieses Zeichen in Digitalschriften?
Danke schon mal!

schedelsche-weltchronik_markierte-8_und_uo.jpg

Gelöst von Stötzner

  • Lösung

kombinierende Diakritika: e (U+0364), o (U+0366), falls in der Schrift vorhanden.

Das d rotunda mit Abbreviaturstrich ist (allerdings mit kreuzendem Strich) in MUFI-Spezialfonts unter F159 enthalten. Ein d rotunda ist (als ›insular d‹) unter U+A77A kodiert, das könnte man evtl. zusammen mit dem Apostroph verwenden.

  • Ersteller

Vielen Dank, das hilft mir sehr weiter!
Zu der „abgeschnittenen 8“ habe ich noch Folgendes gefunden:
Paul Arnold Grun: Schlüssel zu alten und neuen Abkürzungen (Grundriß der Genealogie Band 6), S. 25. Dort ist das Zeichen abgebildet, es stehe für de.
Dass dafür das d rotunda die Basis bildet, war mir gar nicht klar. Danke auch hierfür!

  • Ersteller
vor 7 Stunden schrieb Thomas Kunz:

Lilienherz, herzlich Willkommen im Forum!

Aus welcher Schrift soll denn gesetzt werden?

Danke sehr für die nette Begrüßung und die Frage!
Der Text der Schedelschen Weltchronik soll nicht neu gesetzt werden.
Mein Interesse wurde durch das Lesen einer Hausarbeit einer Studentin geweckt, in der diese Zeichen in Zitaten nicht verständlich oder korrekt wiedergegeben wurden.
Da mir im Rahmen meiner Beschäftigung mit der Geschichte der Harfe und anderer Musikinstrumente recht häufig alte Handschriften (Digitalisate davon) oder Wiegendrucke begegnen, wollte ich erfahren, wie diese angemessen zu transkribieren sind, ohne auf moderne Umlaute oder Diphtonge zu verfallen. Dazu gehörte dann auch die mir noch unbekannte vom d rotunda abgeleitete Abkürzung für „der“.

vor 20 Stunden schrieb Lilienherz®:

… „abgeschnittenen 8“ …

Dass dafür das d rotunda die Basis bildet, war mir gar nicht klar. Danke auch hierfür!

Daß es ein d ist ergibt sich schon aus den Wortzusammenhängen und diese Form des d ist uns in allen Frakturschriften geläufig. Also bitte nicht fortgesetzt von einer »abgeschnittenen 8« sprechen, das ist Unsinn und führt nur in die Irre.

Mehr Informationen über lateinische Abbreviaturen in der Typographie gibt es u.a. bei MUFI. Bezogen auf Handschriften ist wahrscheinlich immer noch die beste Referenz das Wörterbuch von Capelli (als Nachdruck oder antiquarisch erhältlich).

  • Ersteller
vor 4 Stunden schrieb Stötzner:

Daß es ein d ist ergibt sich schon aus den Wortzusammenhängen und diese Form des d ist uns in allen Frakturschriften geläufig. Also bitte nicht fortgesetzt von einer »abgeschnittenen 8« sprechen, das ist Unsinn und führt nur in die Irre.

Mehr Informationen über lateinische Abbreviaturen in der Typographie gibt es u.a. bei MUFI. Bezogen auf Handschriften ist wahrscheinlich immer noch die beste Referenz das Wörterbuch von Capelli (als Nachdruck oder antiquarisch erhältlich).

Dass das Zeichen stellvertretend für die Silbe oder das Wort „der“ steht, hatte ich bereits in der Eingangsfrage geschrieben. Mir war allerdings der Buchstabe „d“ – der mir als solcher in dieser Form nicht nur Ihnen („uns“), sondern auch mir, hinreichend bekannt ist – darin nicht bewusst geworden. Dass ich das Zeichen in Unkenntnis so beschrieben habe, wie es für mich aussieht, bitte ich nachzusehen, ich habe das einzelne „d“ darin eben nicht erkannt.
Der Capelli ist mir schon viele Jahre geläufig, und ich habe ihn hier sowohl in einer Printausgabe, als auch als Digitalisat. Wenn man allerdings nicht weiß, wonach man eigentlich suchen soll, ist er nicht besonders zielführend. Ich hoffe, dass es jetzt verständlich ist.

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