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Berühmte Aussprüche zitieren - mit Gedankenstrich?

Hervorgehobene Antworten

Moin,

gibt es Regeln oder Vorgaben, wie man Aussprüche berühmter Persönlichkeiten zitieren sollte?

Oft lese ich es in folgender Form:

 

"Wenn ich einmal traurig bin, trink' ich einen Korn."

                                                            – Heinz Erhard

 

Mich interessiert, was es mit dem Strich vor dem Namen des Urhebers auf sich hat. Ich nehme an, dass es sich um einen Halbgeviertstrich/Gedankenstrich handelt. Hier konnte ich aber nichts darüber finden: https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/gedankenstrich

Woher kommt dieser Strich, und sollte man ihn wie oben angegeben verwenden, oder ist es reine Geschmackssache, d. h. kann man ihn auch weglassen?

VG, Markus

vor 8 Stunden schrieb Stadtmutant:

gibt es Regeln oder Vorgaben, wie man Aussprüche berühmter Persönlichkeiten zitieren sollte?

Am besten gar nicht, da auch diese dem Urheberrecht unterliegen.

Der Bindestrich vor dem Namen hat für mich hier keine Funktion. Ich würde ihn nur dann setzen, wenn der Name im Text direkt anschließt. In einer neuen Zeile gesetzt würde ich ihn weglassen.

das ist so eine art, die (vermute ich mal) aus den usa kommt. ich mach das gelegentlich auch gerne, inklusive dem dort gebräuchlichen geviertstrich. den verwende ich sonst so gut wie nie, aber bei solchen zitaten in einer neuen zeile vorm namen hat das schon was.

vor 7 Minuten schrieb Carlito Palm:

hat das schon was

Und was genau? Gerade in einer neuen Zeile ergibt der eine Strich doch am wenigsten Sinn.

Mit zweien könnte ich’s mir aus optischen Gesichtspunkten noch vorstellen:

„Wenn ich einmal traurig bin, trink' ich einen Korn.“

                                                            – Heinz Erhard –

ok, funktion ist eher gering. aber ästehisch mag ich das. scheinbar auch die amis.

so wäre dann meine version:

»Wenn ich einmal traurig bin, trink’ ich einen Korn.«

                                                            — Heinz Erhard

(guillemets, richtiger apostroph, langer strich, kapitälchen beim familiennamen)

 

  • Ersteller

Vielen Dank für die Rückmeldungen! Das scheint mir auch die beste Lösung zu sein, wenn der Vorname auch in Kapitälchen gesetzt wird.

  • 2 Wochen später...

Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: In der Typografie hat jedes Zeichen seine Funktion – und sei es auch »nur« ein kleiner Strich. (Wir erinnern uns: One cannot not communicate – Paul Watzlawick.)

Der Zweck des Gedankenstrichs vor dem Urhebernamen eines Zitats ist die visuelle Trennung von Zitat und Quelle – insbesondere im Fließtext, später auch in Kurznachrichtendiensten. Er stammt ursprünglich aus dem anglo-amerikanischen Raum. Im Deutschen wird dafür in der Regel der Halbgeviertstrich (En-Dash, U+2013) verwendet; die Amerikaner lieben dagegen den langen Geviertstrich (Em-Dash, U+2014).

Alternativ könnte man das Zitat auch Kursiv setzen, den Name in Klammern, rechtsbündig, mit Trennlinie oder Ornament abgegrenzt, als Fußnote, durch veränderte Schriftgröße oder anderweitig typografisch abgrenzen.

Je nach Medium und gewünschtem Ton ist all das (und noch viel mehr) möglich und »erlaubt« – klassisch zurückhaltend bis expressiv. Wichtig ist lediglich, dass Anfang und Ende von Zitat und Quelle klar und stimmig erkennbar sind.

Wird das Zitat jedoch bereits durch Anführungszeichen und einen abschließenden Satzpunkt, der Name durch Zeilenumbruch und Kapitälchen eindeutig gegliedert, ist ein zusätzlicher Gedankenstrich funktional eigentlich überflüssig. In solchen Fällen spricht vieles dafür, diesen im Sinne von „weniger ist mehr“ wegzulassen.

vor 7 Stunden schrieb Michael Bundscherer:

Der Zweck des Gedankenstrichs vor dem Urhebernamen eines Zitats ist die visuelle Trennung von Zitat und Quelle – insbesondere im Fließtext, später auch in Kurznachrichtendiensten. Er stammt ursprünglich aus dem anglo-amerikanischen Raum. Im Deutschen wird dafür in der Regel der Halbgeviertstrich (En-Dash, U+2013) verwendet; die Amerikaner lieben dagegen den langen Geviertstrich (Em-Dash, U+2014).

Hm, ich hätte jetzt ― gesetzt (U+2015, waagerechtes Anführungszeichen, englisch horizontal bar, quotation dash).

Hast Du eine Quelle?

vor 19 Stunden schrieb sonderzeichen:

Hm, ich hätte jetzt ― gesetzt (U+2015, waagerechtes Anführungszeichen, englisch horizontal bar, quotation dash).

Hast Du eine Quelle?

Im deutschen Schriftsatz ist dieses Zeichen eher untypisch (vgl. Duden und Fachliteratur). Hast du eine Quelle, die seine Verwendung belegt?

Die Horizontal Bar (U+2015) kann optisch einem Bindestrich ähneln; ihre Länge variiert jedoch je nach Schriftart, und sie sitzt mitunter etwas höher. Diese Glyphe findet sich in der Regel nur in sehr gut ausgebauten Schriftfamilien. Mit einem Geviertstrich bist du hier typografisch auf der sicheren Seite.

Aber wie oben angedeutet: Typografie ist kein Selbstzweck. Wenn es zum Medium und zum gewünschten Ton passt, kannst du sogar ein Ornament verwenden (auch wenn das semantisch nicht mehr ganz valide ist).

vor 1 Stunde schrieb Michael Bundscherer:

Im deutschen Schriftsatz ist dieses Zeichen eher untypisch (vgl. Duden und Fachliteratur). Hast du eine Quelle, die seine Verwendung belegt?

https://moji-memo.hatenablog.jp/entry/20100128/1264669476

https://en.wikipedia.org/wiki/Quotation_mark#Quotation_dash

(In Japanisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Bulgarisch, …)

Ich dachte ganz naiv dass, wenn ein Zeichen quotation dash heißt, es wohl zur Auszeichnung von Zitaten genutzt wird … und nur, wenn die Glyphe nicht vorliegt, springt man auf En-Dash (U+2013) / Em-Dash (U+2014) zurück.

Das Beispiel hat aber wohlgemerkt erst den quotation dash und dann das Zitat:

― Tout de suite.

Ich weiß deshalb nicht sicher, ob der umgekehrte Fall auch zulässig ist (Zitat ― Autor).

vor 20 Stunden schrieb sonderzeichen:

https://moji-memo.hatenablog.jp/entry/20100128/1264669476

https://en.wikipedia.org/wiki/Quotation_mark#Quotation_dash

(In Japanisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Bulgarisch, …)

Ich dachte ganz naiv dass, wenn ein Zeichen quotation dash heißt, es wohl zur Auszeichnung von Zitaten genutzt wird … und nur, wenn die Glyphe nicht vorliegt, springt man auf En-Dash (U+2013) / Em-Dash (U+2014) zurück.

Das Beispiel hat aber wohlgemerkt erst den quotation dash und dann das Zitat:

― Tout de suite.

Ich weiß deshalb nicht sicher, ob der umgekehrte Fall auch zulässig ist (Zitat ― Autor).

Hallo @sonderzeichen, da hast du einen Punkt. Im Französischen gibt es die Regel für literarische Texte, dass der Dialogstrich (— quotation dash) in literarischen Texten die Anführungszeichen bei direkter Rede ersetzen kann (auch hierzu hätte ich einen Geviertstrich verwendet, aber schön, wenn es dafür auch eine eigene Glyphe gibt). Damit kann man vermeiden, dass der Text wegen der vielen Guillemets evtl. unübersichtlich wird. Dabei wird jeder Sprechwechsel/Äußerung mit einem neuen Stich markiert. 
— Je sais pas, dit-elle, — peut-être demain.

Ähnliches gilt teilweise auch für Spanisch, Portugiesisch, Italienisch Polnisch und Bulgarisch (bin mir aber nicht bei jeder dieser Sprachen sicher).

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