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Schriftart der Nationalsozialisten würde mich mal interessieren...mein Großvater lebt leider nicht mehr. Danke

Hervorgehobene Antworten

Screenshot_2025-07-06-06-13-02-275_com.google.android.youtube~2.jpg

Ich habe diesen Text aus einem YouTube-Video abfotografiert per Screenshot. Leider weiß ich nicht um welche Schriftart es sich handelt. Fraktur, Tannenberg, Süterlin ist es ja nicht ging aus meiner bisherigen Recherche hervor. Drucksache: ist halt ein Befehl von der Obrigkeit als Befehl in Schriftform für den Stab oder die Soldaten... -> 

 

vor 3 Stunden schrieb Ralf Herrmann:

Bitte etwas mehr Kontext.

Also kein Kontext zum Screenshot, aber Kontext zum Inhalt: Es geht um den sogenannten Sperrle-Erlass im besetzten Frankreich, der nach der Quellenangabe hier (S. 39, Fußnote 149) dort zu finden ist: ZStA Potsdam, Film Nr. 11252.
Das im Screenshot gezeigte halte ich für eine Reproduktion, da ich für damalige Befehle eine Schreibmaschinenschrift erwarten würde. Das Video kann ich nicht sehen, da Google mich mal wieder für einen Bot hält.

Bearbeitet ( von Phoibos)

Der Screendump ist nur schlecht ausgelöst. Das geht in groben Zügen Richtung Times. Es gab Empfehlungen von Adolf Hitler die Times (und die Futura) zu nutzen. Irgend eine Times wird sich damals ab Mitte/Ende der 1930ern in der Grundausstattung der meisten Druckereien befunden haben.

Times Roman, Stanley Morison (1932)

http://www.identifont.com/show?WM

Based on the 12-point size of Times Roman, the Linotype version of Monotype's Times New Roman.

Brauchst Du es genauer? Dann wird es aufwendig. Mglw. war das eine Version ohne richtigen Namen, nur mit Bestellnummer eines längst untergegangenen Herstellers.

Vielen Dank für Ihre Rückantworten und Ihre sehr gute Recherche. Ich schicke noch die Videozeit zum Besser nachvollziehen...

YouTube-Titel: 

Screenshot_2025-07-06-17-34-38-337_com.google.android.youtube.jpg

Screenshot aus der Videozeit(Timeline): 21:55

Schade das Google-Lens zwar gut ist in der Suche des Bildes nur die Schriftart ist leider auch nicht hierrüber nicht auffindbar)

Das mit den mindestens drei verschiedene Schriften vom Screenshot kann ich jetzt leider nicht bestätigen. Damals hatten die ja nur Schreibmaschinen...

Blocksätze erreicht man doch mittels Leertaste?

Die Leerzeichen im gezeigten Screenshot sind unterschiedlich breit, das ist technisch auf einer damaligen Schreibmaschine nicht machbar.

"ausschliesslich" wäre damals wie heute mit »ß« geschrieben wurden.

Blocksatz ist mit einer Schreibmaschine zwar technisch möglich, aber das ist dem Bereich der Kunst zuzuordnen. Selbst dann hätte es nur Vielfache von halben Leerschlägen gegeben, aber keine grundsätzlich unterschiedlichen Breiten. 

 

  • 2 Wochen später...
Am 6.7.2025 um 15:50 schrieb Uwe Borchert:

Es gab Empfehlungen von Adolf Hitler die Times (und die Futura) zu nutzen. Irgend eine Times wird sich damals ab Mitte/Ende der 1930ern in der Grundausstattung der meisten Druckereien befunden haben.

Die angebliche Hitler-Empfehlung (sogar im Plural!) halte ich für ein Gerücht, weil ich noch nie einen Beleg dafür gesehen habe. Es gibt nur bei Luidl (glaube ich) einen Hinweis, daß in einem Urkundenwettbewerb eine Arbeit von Hitler ausgezeichnet worden sei, in der die Futura eingesetzt gewesen ist. Dieser Halbsatz wurde mit einem merkwürdigen Gruselvergnügen fälschlich aufgebauscht. Daß Hitler sich überhaupt mit Druckschriften befaßt hat, erscheint mir recht unwahrscheinlich. Er hatte genug anderes zu tun. Sollte er sich mit der Futura auch nur einmal befaßt haben, hätte er sie wegen deren Urhebers sicherlich gleich verboten. Paul Renner war ein mutiger Mann und veröffentlichte noch 1932 in der Schweiz eine Broschüre gegen die Nazis. Er wurde 1933 verhaftet und entlassen und emigrierte.

Die Times habe ich als Handsatzschrift aus vielen Druckereiauflösungen gar nicht in Erinnerung, und da sie 1932 in England erschienen ist, dürfte sie vor Kriegsende in Deutschland kaum breit eingesetzt worden sein. Nach dem Krieg war sie vor allem im Buchsatz im Einsatz. Im Bibeldruck beispielsweise, weil man mit ihr viel Text auf wenig Raum bekommen kann.

In der Nazizeit wurde vor allem Schrift verwendet, die größtenteils vorhanden war. Eine neue Schrift zu kaufen, war für eine Druckerei eine große Investition. Eine Bleischrift hält bei richtiger Verwendung einige Jahrzehnte durch.

Am 15.7.2025 um 18:07 schrieb Martin Z. Schröder:

Die Times habe ich als Handsatzschrift aus vielen Druckereiauflösungen gar nicht in Erinnerung, und da sie 1932 in England erschienen ist, dürfte sie vor Kriegsende in Deutschland kaum breit eingesetzt worden sein. Nach dem Krieg war sie vor allem im Buchsatz im Einsatz. Im Bibeldruck beispielsweise, weil man mit ihr viel Text auf wenig Raum bekommen kann.

Ich glaube auch nicht, dass Times vor dem Krieg verbreitet war. Es wäre insgesamt eher selten gewesen.

Klar, wer eine Monotype-Maschine in Betrieb hatte, könnte die Matern dafür erwerben. D. Stempel AG fertigte auch Linotype-Matrizen der Times für die Mergenthaler-Setzmaschinenfabrik in Berlin an; die Schablonen hierfür bekamen sie vermutlich vom englischen Linotype-Konzern zugeschickt. Allerdings verkaufte den deutschen Linotype-Konzern die Schrift unter ein Paar verschiedenen Namen; einige Druckereien hatten vielleicht die Times, ohne zu wissen, dass die Schrift eben Times war.

Ich habe bis jetzt keine Indizien finden können, dass Stempel vor dem Krieg auch Handsatzschriften von Times verkaufte, was die generell bei den Linotype-Schriften machte. Nach dem Krieg war Times aber schon Teil ihres Lieferprogramms. Etwas später war die Times von Wagner in Ingolstadt erhältlich. Meiner Einsicht nach war die Verwendung von Times in der BRD erst in den 1960er-Jahren groß verbreitet.

In der DDR war Times ab den 1970er-Jahren in vielen von den Büchern drin, die mit der Linotron 505 gesetzt waren. Aber das war dann schon Fotosatz. Alle Linotron 505 Maschinen waren mit mindestens eine Schrift verkauft. Standardmäßig stand hier entweder Univers oder Times zur Wahl – dieselben Schriften, die Monotype für ihren hot-metal Maschinen zu der Zeit standardmäßig lieferte.

Bearbeitet ( von Dan Reynolds)

  • 2 Monate später...

Das Bild ist eine Reproduktion der Wiedergabe des Erlasses in dem Buch "Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal, Nuremberg, 14 November 1945 – 1 October 1946", Band 34, Seite 244, von 1949.

https://www.uni-marburg.de/de/icwc/dokumentation/icwc-datenbank/dokumente/protokolle-nuernberg/ntvol34.pdf

Die Schrift ist meines Erachtens die Excelsior.

Michaël Prazan - Wikipedia
Autor (mit Christiane Ratiney), Regisseur des Films "DAS REICH; Eine SS-Division in Frankreich" (90 min Nilaya-Produktion – France 3 - Arte), ausgestrahlt am 2. März 2015

Grundsätzlich wäre es hilfreich, wenn man zum dem Screeshot auch die genaue Stelle im Beitrag nennt. Somit reißt man nichts aus den Kontext.
Die "Dokumentation" (nenne ich das mal so) hat die Hauptüberschrift "Das Reich".
2. SS-Panzer-Division „Das Reich“, eine der bekanntesten und berüchtigtsten Einheiten der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg.

Gründung und Zugehörigkeit

Gegründet: 1939, ursprünglich als SS-Verfügungsdivision

Umbenannt: 1941 in „SS-Division Das Reich“, später zur Panzer-Division aufgewertet

Zugehörigkeit: Teil der Waffen-SS, also der bewaffneten militärischen Organisation der SS, nicht der regulären Wehrmacht

 Auflösung

Aufgelöst: 1945 mit der Kapitulation des Deutschen Reiches

Die Division wurde im Zuge der alliierten Offensive zerschlagen und kapitulierte in Österreich.
 

Einsätze und Kriegsverbrechen

Kämpfte u. a. in Frankreich, der Sowjetunion und an der Ostfront

Besonders berüchtigt für das Massaker von Oradour-sur-Glane (Frankreich, Juni 1944), bei dem über 600 Zivilisten ermordet wurden

Bearbeitet ( von deaneau)

vor 15 Stunden schrieb Jens Kutilek:

 

Die Schrift ist meines Erachtens die Excelsior.

s. auch Seite 7 des verlinkten pdfs der Nürnberger Protokolle, dort findet sich unter der Überschrift »Key to Types and Symbols« bei »Print or typing« Borgis Excelsior (»In the reproduced documents:«)

vor 7 Minuten schrieb Hans Schumacher:

s. auch Seite 7 des verlinkten pdfs der Nürnberger Protokolle, dort findet sich unter der Überschrift »Key to Types and Symbols« bei »Print or typing« Borgis Excelsior (»In the reproduced documents:«)

Ha, das hab ich gar nicht gesehen 🙂 „Borgis“ ist hier übrigens die Schriftgröße (9 Punkt), falls sich wer fragt, was das bedeutet.

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