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FlowBy-Projekt zeigt: Der einphasige Schrifterwerb bringt Vorteile und besiegelt das Ende der Vereinfachten Ausgangsschrift in Bayern

Hervorgehobene Antworten

Entscheidend scheint mir das zu sein, was sich im letzten Absatz (Merkur) andeutet: Beim Schrifterwerb weg von einer starren Norm hin zu einem individuell passenden Zugang aufs jeweilige Kind. Ist zwar mehr Arbeit, aber …

  • Ersteller

Wichtig finde ich, dass überhaupt mal diese starre System aufgebrochen wurde und den Kindern weitere Möglichkeiten eröffnet werden, damit jedes seinen eigenen Weg finden kann.

Merkwürdig finde ich, dass in der Didaktik ganz in Vergessenheit geraten scheint, warum die verbundene Schrift mal eingeführt wurde. Zum einen verursachte beim Schreiben mit Feder und Tinte das Absetzen Kleckse. Zum anderen brauchte man eine schnelle Schrift zum Mitschreiben (Vorträge, Protokolle) und überhaupt zum Schreiben langer Texte. Beide Gründe gibt es längst nicht mehr. Selbst der »Füllfederhalter«, der weniger Kleckse verursachte, wird kaum noch verwendet; schnell geschrieben wird an der Tastatur. Und bis man mit einer verbundenen Schrift tatsächlich schneller (oder gar schöner) schreibt als mit Druckbuchstaben, braucht es viel Übung – viele Schulstunden »Schreiben« und auch »Schönschreiben«. All das braucht es heute nicht mehr, jedenfalls nicht als Pflichtprogramm.

  • Ersteller
vor 1 Minute schrieb Marion Kümmel:

schnelle Schrift zum Mitschreiben

War das nicht die Domäne der Stenografie?

Ich schreibe zwar selbst auch verbunden, weil es für mich schneller geht als Druckbuchstaben, aber das erreicht nur die Qualität eines Arztrezepts, für andere ist das nicht wirklich lesbar. Und mit der gelernten verbundenen Schrift hat das auch nichts mehr zu tun.

vor einer Stunde schrieb Marion Kümmel:

Beide Gründe gibt es längst nicht mehr. Selbst der »Füllfederhalter«, der weniger Kleckse verursachte, wird kaum noch verwendet; schnell geschrieben wird an der Tastatur. Und bis man mit einer verbundenen Schrift tatsächlich schneller (oder gar schöner) schreibt als mit Druckbuchstaben, braucht es viel Übung – viele Schulstunden »Schreiben« und auch »Schönschreiben«. All das braucht es heute nicht mehr, jedenfalls nicht als Pflichtprogramm.

Das Argument kann ich nicht nachvollziehen. Meine Kinder (in Bayern) schreiben alle Schulaufgaben und Stegreifaufgaben mit der Hand. Obwohl sie ab der 5. Klasse schreiben dürfen, wie sie wollen, beruht ihre Handschrift ganz klar auf der Schreibschrift. Wären sie damit langsamer, würden sie bestimmt Druckbuchstaben verwenden. Bei den meisten Tests spielt die Zeit tatsächlich eine wichtige Rolle, in der Regel ist sie sehr knapp bemessen.

Geschrieben wird übrigens mit dem Füller, obwohl auch hier die Kinder ab der 5. Klasse die freie Wahl haben. 

An der Tastatur wird hingegen gar nicht geschrieben, weder im Unterricht noch bei Prüfungen. Dabei hat jedes Kind mittlerweile ein Tablet. Das wird aber allenfalls mit dem Stift genutzt, nicht mit der Tastatur.

Ich gebe Dir recht, daß Schreiben nur mit der richtigen Übung klappt. Und die kommt in der Grundschule zu kurz. Vor allem werden die Buchstabenformen nicht richtig geübt, also die Schreibrichtung. Allerdings wird das Tastenschreiben in der weiterführenden Schule noch viel weniger geübt. 

Wenn wir schon beim Anekdotischen sind: Ich schreibe verbunden und wäre nie auf die Idee gekommen, das sein zu lassen, weil es meiner Art zu zeichnen sehr ähnelt. Allerdings hatte ich schon  zu meiner Schulzeit in der 5. Klasse* Mitschüler, die froh waren, das verbundene Schreiben aufgeben zu können. Die haben sich dann eine eigene, »druckige« und nur gering teilverbundene Handschrift zugelegt, mit der sie flüssiger und leserlicher schreiben konnten. Es ist wahrscheinlich immer ein Typ-Frage …

Auch weiß ich nicht, ob man in einer Schule, die Kindern immer noch wenig bis gar nichts über gesunde Ernährung und geordnete Finanzen beibringt, zu viel Zeit auf Schönschreib-Exerzitien verwenden muss. 

*) sagen wir mal: 70er-Jahre.

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